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Neuer Protest

Freie Mitarbeiter überreichen Wrabetz offenen Brief und Kuchenkrümel

ORF - Neuer Protest © Bild: APA/Neubauer

Der Küniglberg kommt nicht zur Ruhe. Die "positive selbstbewusste Energie der ORF-Belegschaft", die ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Donnerstag attestiert hatte, hat sich auch vor der Sondersitzung des ORF-Stiftungsrats gezeigt: Hier begrüßte eine Gruppe freier ORF-Mitarbeiter die Stiftungsräte mit einer spontanen Protestaktion, bei der sie den Räten einen offenen Brief und symbolische Kuchenkrümel überreichte.

Die Aktionisten wollten damit auf die prekären Beschäftigungsverhältnisse vor allem im Radio hinweisen. Besonders "schlimm" sei die Situation bei Ö1, wo zahlreiche Mitarbeiter seit Jahren und Jahrzehnten Vollzeitarbeit leisten und öffentlich-rechtliche Inhalte liefern, wofür sie rund 1.000 Euro netto pro Monat bekommen, heißt es in der Protestnote. "Diese Arbeitsbedingungen sind existenzgefährdend, krankmachend und einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt unwürdig", so die Freien.

Hinter die freien Mitarbeiter stellte sich Zentralbetriebsratschef Gerhard Moser. "Der Zentralbetriebsrat unterstützt die Anliegen der sogenannten freien Mitarbeiter hundertprozentig. Wir sind in ständigen Verhandlungen mit der Geschäftsführung, um die Situation dieser verdeckten Angestellten zu verbessern." Die Forderung lautet: Anstellung der freien Mitarbeiter. Betroffen von den prekären Arbeitsverhältnissen sind rund 150 Personen, schätzt Moser.

Sicherheitsmaßnahmen verschärft
Der mediale Andrang vor der Sondersitzung des Stiftungsrat war besonders groß, sodass der ORF die Sicherheitsmaßnahmen verschärfte und vorsorglich etliche Portiere an den Eingängen des ORF-Zentrums postierte, um "Personen- und Fahrzeugkontrollen" durchführen zu lassen.

Stellungnahmen von Stiftungsräten gab es vor der Sitzung keine, nur soviel: Die Causa Pelinka werde thematisiert werden. Anlass der Sondersitzung waren ursprünglich die dringend gewordenen Sanierungsarbeiten am ORF-Zentrum, in deren Verlauf ab April 600 Mitarbeiter vorübergehend absiedeln müssen.