ORF-Magazin "Vera exklusiv" sorgt für Aufregung: Kritik an Werbung für Theater

Hinweis auf Event in Betrieb von Russwurms Gatten ORF weist Vorwürfe zurück: "Keine Unvereinbarkeit"

ORF-Magazin "Vera exklusiv" sorgt für Aufregung: Kritik an Werbung für Theater

Das ORF-Boulevardmagazin "Vera exklusiv" sorgt weiter für Diskussionen. Auch in der zweiten Sendung kam Vera Russwurm nicht ohne Hinweis auf eine Veranstaltung des Metropol-Theaters ihres Ehemannes Peter Hofbauer aus. Berichtete Vera in der ersten Folge noch ganz offen über das Metropol-Musical "Müllers Büro", ging sie nach der Kritik in der Vorwoche aber etwas subtiler und darüber hinaus auch für einen guten Zweck zur Sache.

Im zweiten Beitrag der Sendung stand ein von Ö3-Moderator Peter L. Eppinger gesungenes Lied für die im Wiener Metropol stattfindende Benefiz-Gala zu Gunsten der CliniClowns im Mittelpunkt. Gedreht und gesungen wurde allerdings auf "neutralem Boden" in einem Friseursalon. In dem Beitrag wurden darüber hinaus Aufnahmen der traditionellen Metropol-Promi-Comedy-Parade der vergangenen Jahre gezeigt. Eine Namensnennung des Theaters wurde von Russwurm aber vermieden.

Interne Kritik: "Schlechte Optik"
"Vera exklusiv" wird von der Produktionsgesellschaft Hofpower produziert. Gesellschafter sind dort Vera Russwurm und Peter Hofbauer. Hofbauer ist auch Obmann des Theatervereins Wiener Metropol. Dass Hofpower mit "Vera exklusiv" quasi Eigenwerbung für eine Metropol-Veranstaltungen liefere, zeuge von schlechter Optik, war schon vergangene Woche ORF-intern zu hören. Die grüne Stiftungsrätin Monika Langthaler sprach von einer klassischen Unvereinbarkeit. "Solche internen PR-Geschichten gehen einfach nicht."

Der ORF wies diese Sichtweise zurück. Und schon vergangene Woche wollte man im ORF nicht ausschließen, dass es in "Vera exklusiv" weiterhin Beiträge über Metropol-Events gibt, wenn diese von großer medialer Beachtung sind. "Aber wenn dann wegen der Themen und sicher nicht wegen irgendwelcher wirtschaftlicher Verflechtungen. Es gibt da weder Sippenhaftung, noch Beiträge auf Bestellung", so der ORF.

Quoten im Sinkflug
Quotenmäßig ging es bei "Vera exklusiv" übrigens bergab. Kam die erste Sendung noch auf 222.000 Seher bzw. zwölf Prozent Marktanteil, sahen beim zweiten Termin nur noch 161.000 Österreicher zu, und der Marktanteil sank gegenüber der Vorwoche um ein Viertel auf neun Prozent.

ORF-Böhm: "Überhaupt keine Unvereinbarkeit"
"Überhaupt keine Unvereinbarkeit" kann ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm im Zusammenhang mit der Sendung erkennen. "Wir berichten über relevante Ereignisse der Woche", so Böhm dazu im Gespräch mit der APA. Und der bei "Dancing Stars" so erfolgreiche Eppinger sei derzeit "sehr relevant". Das Beitrag sei auch ganz "bewusst so gestaltet worden, dass keine Metropol-Nähe entsteht", und die angeschnittene Benefizveranstaltung sei ohnehin längst ausverkauft, gab der ORF-Unterhaltungschef zu bedenken.

Böhm versicherte jedoch, dass "nicht geplant" sei, "ununterbrochen Beiträge aus dem Metropol zu bringen". Es wäre "sicher nicht vereinbar, wenn es hier eine regelmäßige Tendenz oder eine Promotion-Schiene geben würde". Zugleich lehnt der ORF-Unterhaltungschef "Sippenhaftung" ab: Wenn im Metropol gutes Programm läuft, dieses relevant ist und Berichterstattung darüber Sinn macht, werde es auch wieder entsprechende Beiträge in "Vera exklusiv" geben.

(apa/red)