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Wrabetz warnt vor
Abschaffung der GIS-Gebühr

Alexander Wrabetz © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat am Donnerstag einmal mehr vor der Abschaffung der GIS-Gebühr und damit vor einer Budgetfinanzierung des ORF gewarnt.

Man weiß über die Gesetzespläne der Regierung noch nichts Offizielles. Einiges von dem, was medial kolportiert werde, sei aber geeignet, eine für den ORF "verheerende Wirkung" zu entfalten. Er appellierte an die Publikumsräte, sich für den ORF einzusetzen.

Vor allem, dass in Teilen der Regierung das dänische Modell der Rundfunkfinanzierung Anklang zu finden scheint, lässt in der ORF-Chefetage die Alarmglocken schrillen.

"Verheerende Wirkung" für den ORF

Für den dänischen Öffentlich-Rechtlichen (DR) bedeutet die Abschaffung der Gebühren zugunsten einer Finanzierung aus dem Budget eine massive Reduktion der Mittel und damit der Mitarbeiter und des Angebots, bis hin zur Einstellung von TV- und Radiosendern. Beim ORF wäre es genauso - nur in einer noch größeren Dimension, warnte Wrabetz vor einer "verheerenden Wirkung". Überdies seien Dänemark und Österreich bzw. DR und ORF nur schwer miteinander zu vergleichen.

Ebenfalls besorgt beäugt man im ORF Gerüchte über Regierungspläne für Sender-Fusionen im ORF, etwa von ORF eins und ORF III. Es wäre "geradezu absurd, Kanäle zusammenzumantschen und wahrscheinlich beide hinzumachen", erklärte Wrabetz.

Appell an die "Zugänge zur Politik"

"Es kommt in den kommenden Monaten sehr darauf an, dass der Gesetzgeber nicht falsche Eckpunkte setzt", betonte er abschließend. An die Publikumsräte ("Sie haben Zugänge zur Politik, viele von Ihnen") appellierte er, sich dafür einzusetzen, dass der ORF sein Leistungsspektrum erhalten könne.

ORF-Online-Chef Thomas Prantner präsentierte dem Publikumsrat ein neues Tvthek-Angebot zum Thema Volksgruppen. Das Gremium wünscht sich dazu regelmäßig mehr Initiativen des ORF; nun gibt es ein neues Videoarchiv mit insgesamt 87 Videos, von denen 40 neu sind, erklärte Prantner. Wie die anderen Archive zu zeit- und kulturgeschichtlichen Themen ist das Material von der Sieben-Tage-Regel, die für TVthek-Content gilt, ausgenommen, das heißt, die Beiträge sind unbefristet abrufbar.