ORF-Boss gegen BZÖ-Regierungsrochade: Wie Westenthaler doch Minister werden will!

Bündnis-Boss bald Vizekanzler oder Sozialminister? MITREDEN: Was halten Sie vom "Westi"-Comeback?

Er wolle gar nicht in die Regierung, erzählt der neue orange Spitzenmann Peter Westenthaler dieser Tage gern. Hinter den Kulissen der schwarz-orangen Regierung läuft freilich längst ein eiskalter Poker darum ab. Westenthaler will weiter entweder Vizekanzler – falls Hubert Gorbach endlich "freiwillig" das Handtuch werfen würde – oder Sozialminister statt Ursula Haubner, die ihm von sich aus Platz machen würde, werden. Und neuerdings glaubt Westenthaler, wieder bessere Karten in der Hand zu haben. Denn die schwarzen ORF-Pläne sind plötzlich ins Stocken geraten.

Erstmals gibt es eine rotgrün-blau-orange Allianz gegen die ÖVP-Personalwünsche für den ORF. Die ORF-Generaldirektorwahl findet am 18. August statt. Die Zeit drängt also. Nun will Westenthaler Kanzler Schüssel laut BZÖ-Insidern einen Deal vorschlagen: Der Kanzler gibt seinen Widerstand gegen eine Regierungsumbildung auf. Im Gegenzug unterstützt das BZÖ erneut den schwarzen Wunschkandidaten als ORF-Chef.

Westenthaler, der das Duo Monika Lindner und Werner Mück schon 2001 unterstützt hatte, könnte sowohl mit einer Wiederwahl Lindners als auch mit einer Kür des derzeitigen ORF-Chefredakteurs Werner Mück zum ORF-Generaldirektor leben.

Fragt sich bloß, was Jörg Haider dazu sagen würde. Der erste massive Konflikt zwischen Haider und Westenthaler entzündete sich 2002 nämlich just am ORF und da – Überraschung – an Werner Mück. Haider will daher diesmal auf der zweiten ORF-Ebene BZÖ-Vertrauenleute als Preis für den schwarz-orangen Deal.

Das muss Westenthaler freilich erst bei Schüssel durchsetzen, bevor er in die Regierung einziehen kann. In der ÖVP setzt man darauf, dass es Westenthaler auch diesmal billiger gibt.

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