ORF-Beitrag über 'Krone' war schon fertig:
ZiB-Redakteure wehren sich gegen Vorwurf

ORF spricht nun von "inhaltlicher Fertigstellung" Spera: "Krone macht sich zu Teil des Wahlkampfes"

ORF-Beitrag über 'Krone' war schon fertig:
ZiB-Redakteure wehren sich gegen Vorwurf © Bild: APA/Barbara Gindl

Die ORF-Redakteure haben die Schuld an der Nichtausstrahlung des Berichts über die Rolle der "Kronen Zeitung" im Wahlkampf von sich gewiesen. "Der Beitrag hätte - entgegen anderslautender Aussagen - problemlos zeitgerecht für die Sendung fertiggestellt werden können", teilten die Redakteurssprecher der ZiB-Sendungen in einer Aussendung mit. Laut dem Nachrichtenmagazin "profil" soll der ORF die Nichtausstrahlung damit begründet haben, dass der Beitrag nicht rechtzeitig fertig geworden wäre.

Das Magazin berichtete, dass am vergangenen Mittwoch in der "ZiB 2" wegen der Berichterstattung der "Kronen Zeitung" über SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann ein Beitrag über die Rolle des Boulevardblattes im Wahlkampf geplant gewesen sein. Nach einer Intervention durch die SPÖ sei der Bericht nicht gesendet worden. Der ORF hat diese Darstellung zurückgewiesen. Kommunikationschef Pius Strobl meinte gegenüber der APA, der Beitrag hätte "inhaltlich" nicht fertiggestellt werden können. Das habe aber nichts mit der technischen Fertigstellung zu tun.

Krone Teil des Wahlkampfes
Für die Redakteurssprecher Danielle Spera, Dieter Bornemann und Stefan Gehrer "kann es nicht sein, dass interne Diskussionen über die Gestaltung eines Beitrags dazu führen, dass am Ende die produzierenden Redakteure die Schuld an der nicht stattgefundenen Ausstrahlung zugeschoben bekommen". Sie gehen davon aus, dass der Beitrag Anfang der Woche gesendet wird und "halten das auch für wichtig, da sich die "Krone" selbst zu einem Teil des Wahlkampfs gemacht hat und das daher auch in der journalistischen Berichterstattung thematisiert werden soll".

ÖVP und BZÖ erneuerten ihre Kritik an der SPÖ und sprachen von einem "Skandal".
(apa/red)