Orange-Übernahme von

"Lernt Chinesisch"

Mobilfunkbetreiber steht vor Milliarden-Übernahme durch chinesischen Konzern Hutchison

Orange-Übernahme - "Lernt Chinesisch" © Bild: apa/neubauer

Paukenschlag am österreichischen Mobilfunkmarkt: Künftig wird es nur noch drei Betreiber geben. Wie NEWS exklusiv in Erfahrung gebracht hat, befindet sich Orange bereits mitten im – diskreten – Verkaufsprozess. Überraschend ist der Käufer: Denn die Nummer vier am Markt, Hutchison 3G Austria, wird mit Orange die Nummer drei übernehmen. Der Betreiber der Mobilfunkmarke 3 gehört zum internationalen Hongkonger Industriekonglomerat Hutchison Whampoa.

Der Kaufpreis wird für den 30 Milliarden Euro schweren Konzern kein Problem sein. Auf zwischen 750 Millionen Euro und 1,1 Milliarden Euro wird Orange von Experten taxiert. Die 1,4 Milliarden Euro, die Orange im September 2008 für One hingeblättert hat, dürften sicher nicht mehr erreicht werden. Dem tatsächlichen Wert des Unternehmens versucht sich gerade die Investmentbank Merrill Lynch anzunähern. Laut NEWS-Informationen befinden sich die Experten der Bank bereits zur vertieften Due Diligence im Datenraum von Orange. In acht Wochen soll ein verbindliches Angebot für Orange am Tisch sein. Dann muss der Deal bei der EU-Kommission und dem Telekom-Regulator angezeigt werden. Bei der letzten Fusion – als T-Mobile tele.ring übernommen hatte – dauerte es über ein Jahr, bis die EU den Deal genehmigt hatte. So lange müssen beide Unternehmen getrennt als eigenständige Firmen geführt werden.

Frequenz-Auktion gefährdet
Mindestens eineinhalb Jahre, so meinen Experten, kann es bis zur Genehmigung der Orange-Übernahme dauern. Damit ist der ganze Mobilfunkmarkt in Österreich davon betroffen. Denn im September 2012 sollen die Mobilfunkfrequenzen inklusive „digitaler Dividende“ versteigert werden, um den Markt für die nächsten 15 Jahre zu ordnen. Kommt es zur Übernahme, wird die Frequenzversteigerung wohl verschoben werden müssen. Denn unter diesen Umständen wäre es rechtlich sehr fraglich, wie Orange oder 3 mitbieten können.

Finanzinvestor steigt aus
Eigentümer der Orange Austria Telecommunication GmbH sind der ungarische Finanzinvestor Mid Europa Partners zu 65 Prozent und zu 35 Prozent Orange, die Mobilfunktochter der France Télécom. Seit Monatsbeginn können die Franzosen eine Kaufoption ziehen und den Anteil vom Finanzinvestor übernehmen. Aus diesem Grund war schon lange spekuliert worden, dass Orange übernommen werden könnte. Der Markt tippte aber bislang auf T-Mobile als Käufer. Kommt nun 3 zum Zug, wird es künftig drei gleich große Player in Österreich geben.

Chinesisch lernen
Die Orange-Mitarbeiter stellen sich schon auf den neuen Eigentümer ein. „Lernt Chinesisch, Kollegen“, empfahl ein gut informierter Mitarbeiter erst kürzlich in einem Rundmail.

Weitere Wirtschafts-News finden Sie in NEWS 42/2011.

Kommentare

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Die Chinesen schlagen zu Wann wenn nicht jetzt, wo Europa in die Knie geht ?

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Re: Die Chinesen schlagen zu bis jetzt konnte ich in anderen medien nur von einem "gerücht" lesen. kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass ein unternehmen das in ganz österreich noch nicht mal gewinne erzielen konnte - eine übernahme von orange planen sollte. ich lasse mich gern überraschen - aber trotzdem eher eine zeitungsente

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