Optimistische Prognosen: Weltwirtschaft wächst laut Wifo bis 2010 wesentlich rascher

Weltproduktion +4,5 Prozent, Österreich +2,1 Prozent Unsicherheitsfaktoren: Erdölpreis und Wechselkurse

Der Welthandel wird bis 2010 um fast 7 Prozent jährlich wachsen, die Weltproduktion um etwa 4,5 Prozent pro Jahr. So lautet die jüngste Prognose des Wirtschaftsforschungsinstitutes. Das Wifo geht damit von einem merklich rascheren Wachstum als zwischen 2000 und 2005 aus.

Unter den Industrieländern wird die US-Wirtschaft weiterhin eine höhere Steigerungsrate (+3,1 Prozent) erreichen als in der EU 25 (+2,1 Prozent). Am schwächsten dürfte die Dynamik in Japan (+1,5 Prozent), Deutschland (+1,3 Prozent) und Italien (+1,2 Prozent) ausfallen, so das Wifo am Mittwoch.

Die österreichische Wirtschaft wird laut Wifo-Prognose bis 2010 real um 2,1 Prozent pro Jahr und damit rascher als der Durchschnitt des Euro-Raums wachsen. Die Wachstumsdynamik werde jedoch nicht ausreichen, um die Arbeitslosenquote zu verringern. Die Inflationsrate dürfte unter der Zwei-Prozent-Marke bleiben.

Von den "emerging market economies" werden China (+8,0 Prozent pro Jahr) und Indien (+7,1 Prozent jährlich) weiterhin die größte Dynamik entfalten. Auch die OPEC-Länder und Russland (jeweils +5,2 Prozent) dürften ein kräftiges Wirtschaftswachstum erreichen, gefördert durch anhaltend hohe Erdölpreise.

Die größten Unsicherheitsfaktoren einer mittelfristigen Prognose der Weltwirtschaft sind die Entwicklung der Wechselkurse und jene der Erdölpreise, so die Wirtschaftsforscher. Für die vorliegende Prognose geht das Wifo von folgenden Annahmen aus: Der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar sinkt bis 2007 auf 1,12 Dollar und steigt danach auf 1,24 Dollar, der Erdölpreis (Brent) liegt bis 2008 bei annähernd 62 Dollar (derzeit 48,3 Euro) je Barrel und erhöht sich bis 2010 auf 67 Dollar.
(apa/red)