Optimismus ist eine klare Stärke der KMU:
70 % der Betriebe laut Leitl zuversichtlich

Wirtschaftskammer-Präsident lehnt neue Steuern ab 40 Millionen-Mittelstandsfonds soll Wachstum fördern

Optimismus ist eine klare Stärke der KMU:
70 % der Betriebe laut Leitl zuversichtlich

Österreichs Klein- und Mittelbetriebe sind nach wie vor "erstaunlich stabil". Mehr als 70 Prozent der Unternehmen sind optimistisch, so WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zum Start der ersten europäischen KMU-Woche. Es werden keine Investitionen verschoben und es gebe keine Probleme mit der Finanzierung. Es werden keine Beschäftigten abgebaut, im Gegenteil täglich werden 100 neue Jobs durch Betriebsgründungen geschaffen, so der WKÖ-Chef weiter. Neue Steuern lehnen Leitl und Mitterlehner dezidiert ab.

Man müsse alles unternehmen, um den Optimismus der Unternehmen zu unterstützen. Die Sozialpartnerschaft sei noch nie so gefordert wie jetzt, pragmatische Lösungen "mit Augenmaß" zu finden, so Leitl. "Ich möchte keine Zustände wie in Paris." Von der EU wünscht sich Leitl einen Garantiefonds für KMU, der für 5.000 Euro Eigenkapital jedes europäischen Unternehmens haftet. Dies wäre ein wichtiges Signal, dass nicht nur für die Banken und große Unternehmen etwas getan wird.

Wir haben eine Wirtschaftskrise, trotz dem sei die Ausgangsposition in Österreich günstiger als z. B. in Deutschland, so Mitterlehner. Denn, die Klein- und Mittelbetriebe sind "das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. "Jetzt ist die Stunde des Mittelstandes". In Österreich gibt es in der gewerblichen Wirtschaft rund 300.000 KMU. Das sind 99,6 Prozent aller Unternehmen in diesem Bereich. Sie bieten 1,35 Millionen Jobs und stellen 71 Prozent aller Lehrstellen. Problematisch sei die Eigenkapitalquote, so der Minister. Diese befinde sich mit 22,8 Prozent im europäischen Vergleich auf den hinteren Rängen. Hilfestellung bekommen die Unternehmen aus den beiden Konjunkturpaketen, die stark nachgefragt werden.

40 Millionen-Mittelstandsfonds
Für Wachstumsprojekte wird ein mit 40 Mio. Euro dotierter Mittelstandsfonds beim aws (austria wirtschaftsservice) eingerichtet, der den Unternehmen Eigenkapital in Form von stillen Beteiligungen zur Verfügung stellen kann. Die Gründung der Fondsgesellschaft werde in den nächsten Tagen erfolgen, die Auszahlung der Mittel sei voraussichtlich ab Mitte Juni möglich, so der Minister.

Neue Steuern lehnen der Wirtschaftsminister und der WKÖ-Chef ab. Dies sei "Mumpitz", so Leitl. Werden nur die Spitzen besteuert bringe das nichts, stellt man die Besteuerung auf eine breite Basis trifft das den Mittelstand. "Gott sei Dank haben wird den Geist der Vermögens- und Erbschaftssteuer hinausgejagt, lassen wir ihn nicht wieder herein". Es sei nicht die Zeit über neue Steuern nachzudenken, so auch Wirtschaftsminister Mitterlehner.

Die Pressekonferenz zum Start der Europäischen KMU-Woche vom 6. bis 14 Mai fand in der Wiener Konditorei Heiner, einem klassischem KMU-Unternehmen mit 120 Mitarbeitern, statt.
(apa/red)