Optimismus bei den Spitzenkandidaten:
Nur Van der Bellen prophezeit Niederlage

Wahlbeteiligung war passabel aber nicht berauschend Alle Infos und Hochrechnungen aktuell auf news.at

Optimismus bei den Spitzenkandidaten:
Nur Van der Bellen prophezeit Niederlage © Bild: APA

Sonnenschein hat heute die Österreicher am Weg zur Wahlurne begleitet. Trotz des landesweiten Schönwetters war die Beteiligung bis Mittag nicht schlecht. Einzig in Tirol lief der Urnengang schleppend an. Die Spitzenkandidaten der Großparteien gaben sich bei der Stimmabgabe betont optimistisch, ebenso die Frontmänner von FPÖ und BZÖ. Einzig Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen prophezeite schon im Vorhinein, dass seine Partei das Wahlziel nicht erreichen werde. Bundespräsident Heinz Fischer warb für eine hohe Beteiligung.

Am frühesten auf den Beinen war SPÖ-Chef Werner Faymann. Hatte er sich ohnehin schon mit 8 Uhr den frühesten Wahltermin ausgesucht, kam der rote Spitzenkandidat dann auch noch zehn Minuten früher als avisiert. Dass er schlecht geschlafen habe, dementierte Faymann, der mit Ehefrau Martina in einem Wahllokal im Rücken des Wohnparks Alt-Erlaa erschienen war, freilich. Er sei eigentlich ganz zuversichtlich.

Optimismus bei der ÖVP
Nicht weniger Optimismus strahlte VP-Obmann Wilhelm Molterer aus, als er in seinem Heimatgemeinde Sierning das Wahllokal betrat. Ausweisen musste sich der wohl berühmteste Sohn der Gemeinde nicht, als er sich selbst zu einem Stimmenzuwachs verhalf. Für den Ausgang der Wahl erwartete er ein "knappes Rennen", er sei aber zuversichtlich, betonte Molterer, ehe er sich zum Stammtisch zurückzog.

Gut lachen hatten die Spitzenkandidaten von FPÖ und BZÖ angesichts der für sie günstigen Prognosen für die Wahl. Der freiheitliche Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache meinte, er sei kein Prophet, 20 Prozent wären aber ein historischer Erfolg. BZÖ-Chef Jörg Haider ging in Klagenfurt zur Wahl und stapelte mit seinem 8-Prozent-Wunsch eher tief. Nach Wien wird er erst am Abend reisen.

Pessimistischer Van der Bellen
Grünen-Chef Alexander Van der Bellen war der einzige Spitzenkandidat, der sich entgegen den Konventionen ziemlich pessimistisch zeigte. Weder glaubt er, dass der angepeilte Platz drei erreicht wird noch, dass man die angestrebten 15 Prozent erreicht. Und dass so viele Fotografen dem Einwurf seiner Stimme folgten, fand Van der Bellen auch bei seinem vierten Antreten als Spitzenkandidat "albern". Eine "merkwürdige Gelassenheit" verspürte LIF-Chefin Heide Schmidt, als sie zur Urne, schritt und Fritz Dinkhauser meinte, selbst wenn er es nicht ins Parlament schaffe, habe er alleine mit seiner Kandidatur etwas bewegt.

Erst zu Mittag sein Kreuzerl machte der Bundespräsident. Heinz Fischer mahnte nochmals zur Teilnahme an der Wahl. Auch für ihn sei ein Urnengang noch immer keine Routine: "Ein großer Schauspieler wird immer gespannt sein, wenn er eine wichtige Rolle übernimmt."

Passable Wahlbeteiligung
Die Beteiligung am Urnengang war bis Mittag ganz passabel. Einzig aus Tirol und der Stadt Salzburg wurden deutliche Rückgänge gemeldet.

Ob das Rennen vor allem um Platz eins schon heute Abend entschieden ist, kann derzeit noch nicht beurteilt werden. Denn es gibt so viele Brief- und Wahlkartenwähler wie noch nie, nämlich rund 10 Prozent. Und diese Stimmen sind erst in acht Tagen zur Gänze ausgezählt. Die ersten offiziellen Hochrechnungen für den Urnengang werden ab 17.00 Uhr veröffentlicht.
(apa/red)