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Gemeinsam lernen von 6 bis 14!

Gastkommentar der Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer

Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) bei der Pressestunde zur Innsbrucker Gemeinderatswahl am Sonntag, 1. April 2012, im ORF Landesstudio. © Bild: APA-FOTO: ROBERT PARIGGER

Gesamtschule. Warum die Innsbrucker Bürgermeisterin von der ÖVP-nahen Liste »Für Innsbruck« kein Problem damit hat, die gemeinsame Schule einfach auszuprobieren.

In meiner langjährigen Tätigkeit als Bildungsreferentin in Innsbruck habe ich erlebt, dass in unserem Schulsystem viele Menschen, die zur Erziehung unserer Kinder beitragen – LehrerInnen, Eltern, Familien –, mit großem Engagement und Einsatz das Beste für unsere Kinder wollen. Ihnen allen gebührt dafür meine Anerkennung und Respekt. Die Rahmenbedingungen sind aber eindeutig verbesserbar!

In Innsbruck haben wir abseits ideologischer Vorgaben zum Beispiel Ganztagsschulen mit verschränktem Unterricht oder mit Nachmittagsbetreuung an 90 Prozent der Volksschulen verwirklicht. Wir wollen aus diesen guten Erfahrungen einen weiteren großen Schritt tun, den oft belastenden Entscheidungsdruck zu verringern. Kinder, Erziehungsberechtigte und LehrerInnen sind diesem bereits in der dritten Klasse Volksschule ausgesetzt, weil der Übertritt von der „behüteten“ Volksschule in die nächste Stufe als so entscheidend erscheint. Ich trete daher für eine gemeinsame Lernphase der 6- bis 14-Jährigen ein, um Kindern und Eltern Zeit für diese Entwicklungsstufe zu geben.

Mehr Gelassenheit im Zugang zu einem neuen Schulsystem

Wir wollen in Innsbruck an Modellstandorten diese Verschränkung frei anbieten und nicht mit Zwang die gymnasiale Unterstufe abschaffen. Wie bei allen Veränderungen am Innsbrucker Bildungsstandort setzen wir auf Überzeugungsarbeit und Wahlmöglichkeiten – unser Nachbar Südtirol bietet für diesen Weg gute Beispiele. Für Eltern und Kinder ist wichtig, dass auch mit 14 Jahren noch eine Entscheidung für alle Maturaformen möglich ist. Voraussetzung dafür ist jedoch: MEHR Ressourcen in unseren Schulen und MEHR Gelassenheit im Zugang zu neuen Wegen!

Kommentare

brauser49

Guter Ansatz. Allerdings gebe ich zu bedenken dass dort wo der Anteil der Nicht-Deutsch-Muttersprachlichen hoch ist (was in Tirol scheinbar nicht der Fall ist) es schwer ist eine Klasse an das Matura-Niveau heranzufuehren. Natuerlich lese ich immer von Bemuehungen die Deutschkenntisse schon frueh zu verbessern (2. Kindergartenjahr verpflichtend, div. Foerderkurse) aber scheinbar greift das nicht. Und solange anderssprachige Eltern mit ihren Kindern nicht deutsch reden wird eine Gesamtschule zum Scheitern verurteilt sein, auch wenn ich mir das anders wuensche.

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