Absagen von

Opernball 2020: Top-Politiker
pfeifen auf den Ball der Bälle

Kurz versteigerte sich und seine Freundin für einen guten Zweck - was wird nun aus dem Opernball-Treffen?

Absagen - Opernball 2020: Top-Politiker
pfeifen auf den Ball der Bälle © Bild: APA/HANS PUNZ

Er hat eine lange Tradition und wird auf den TV-Bildschirmen von rund 2,5 Mllionen Fernsehzuschauer mitverfolgt: Der Wiener Opernball. Allein die Promi-Dichte fehlt in diesem Jahr. Besonders in den Reihen der heimischen Politik. Auch zum Leidwesen zweier großzügiger Spender.

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Allen voran werden Bundeskanzler Sebastian Kurz und seine Lebensgefährtin Susanne Thier fehlen. Schuld ist der Start für die EU-Budgetverhandlungen in Brüssel.

© APA/HELMUT FOHRINGER Bundeskanzler Sebastian Kurz (r.) mit Freundin Susanne Thier beim Opernball im Jahr 2019

Kurz weilt in Brüssel

EU-Ratspräsident Charles Michel lädt die Regierungschefs ausgerechnet am 20. Februar - am Tag an dem auch der Opernball über die Bühne geht - zu einem Gipfeltreffen in Brüssel ein. Kurz sei unabkömmlich, schließlich steht für Österreich, das zu den sogenannten Nettozahler in der EU zählt, viel Geld auf dem Spiel.

Kurz versteigerte sich und Freundin - was nun?

Das Projekt Südtirolhilft.org, das sich schon länger Promiversteigerungen für den guten Zweck abwickelt, hat im Jahr 2019 Bundeskanzler Sebastian Kurz für ihre Sache gewinnen können.

So versteigerte die Organisation, die ähnlich wie "Licht ins Dunkel" aus Medienunternehmen und Hilfsorganisationen besteht, ein Date mit dem ÖVP-Chef und dessen Freundin zum Opernball 2020. Darin enthalten ist der Aufenthalt in der Kanzlerloge und ein Zusammentreffen mit dem Bundeskanzler „ein Privileg, das nur wenigen vorbehalten ist“, wie "Südtirolhilft" schreibt.

So viel Geld wurde für "Date mit Kurz" locker gemacht

Die Aktion war ein voller Erfolg: Für 21.050 Euro ersteigerten Heinrich Dorfer vom Quellenhof zusammen mit Michael Oberhofer von Brandnamic 4 Tickets für den Wiener Opernball inklusive Empfang in der Kanzlerloge bei Sebastian Kurz. Doch nun weilt der "Star der Versteigerung" just an diesem Tag in Brüssel.

Was bekommen die Bieter nun?

"Dass der Bundeskanzler viele wichtige Termine hat, die sich manchmal überschneide, ist klar. Das ist auch den erfolgreichen Bietern klar", sagt Martin Pfeifhofer, Vorstand „Südtirol hilft“ im Gespräch mit "News.at". Die Enttäuschung der beiden großzügigen Spender halte sich in Grenzen. Ihnen wurden zwei Lösungsvorschläge angeboten: Entweder heuer den Opernball besuchen oder das ersteigerte Promi-Paket im nächsten Jahr einlösen. Beide Unternehmer haben sich für den Operball 2021 entschieden - freilich in der Hoffnung dann tatsächlichBundeskanzler Sebastian Kurz zu flankieren.

Auch Unternehmer Michael Oberhofer von Brandnamic und Hotelier Heinrich Dorfer haben Verständnis für den vollen Terminplan des Bundeskanzlers: "Wir haben uns natürlich sehr auf das Opernball-Treffen mit Kanzler Kurz gefreut. Aber wir sind keineswegs enttäuscht. Sobald vergangene Woche feststand, dass am 20. Februar ein kurzfristig einberufener EU-Sondergipfel in Brüssel stattfindet, hat man uns und Heinrich Dorfer vom Quellenhof umgehend informiert. Die Kommunikation lief über Südtirols Landesrat Philipp Achammer. Über ihn ließ uns das Büro von Kanzler Kurz ausrichten, dass Sebastian Kurz aufgrund des Treffens der Staats- und Regierungschefs nicht beim diesjährigen Opernball anwesend sein kann."

»Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude«

Nun werden die beiden den Kanzler voraussichtlich nächstes Jahr auf dem Opernball treffen - "Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude", so die Herren gegenüber News.at

"Ein Besuch beim Wiener Opernball war für uns alle ein Kindheitstraum. Als wir von der Promiversteigerung hörten, dieses einmalige Erlebnis bei Sebastian Kurz in der Kanzlerloge zu erleben, haben wir sofort mitgeboten", heißt es auf Nachfrage, warum sie bei der Aktion mitgemacht hätten. "Dazu kommt, dass die 21.050 Euro, die wir dafür geboten haben, einem wohltätigen Zweck zu Gute kommen", betonen beide. Zudem: "Von Sebastian Kurz persönlich begrüßt zu werden, ist ja ein Privileg, das nur wenigen vorbehalten ist."

Kogler & Zadic haben andere Ball-Pläne

Aber zurück zum aktuellen Opernball und der mageren Gästeliste: In der Hierarchie logisch wäre es nun, dass Vizekanzler Werner Kogler in Begleitung seiner Lebensgefährtin Sabine Jungwirth den Kanzler vertritt. Aber der Grünen-Chef ist wenig begeistert von einem Einsatz am Staatsparkett in der Oper. Der Vizekanzler kokettiert damit, dass er am Freitag 21. Februar lieber den Bauernbundball mit 16.000 tanzlustigen Steirern in Graz besuchen will.

© APA/ERWIN SCHERIAU Vizekanzler Werner Kogler bei der Opernredoute in Graz

Auch die grüne Justizministerin Alma Zadić geht lieber auf den Juristenball zwei Tage nach dem Opernball, den sie mit einer Rede eröffnen wird, wie oe3.at berichtet. Die Ministerkollegen Leonore Gewessler und Rudi Anschober lassen den Ball ebenfalls aus.

Diese türkisen Politiker kommen

Ganz leer wird die Regierungsloge auf dem Opernball seitens der ÖVP jedoch nicht bleiben. So haben beispielsweise die Ministerinnen Margarete Schramböck, Elisabeth Köstinger, Karoline Edtstadler, Minister Gernot Blümel und der parteilose Außenminister Alexander Schallenberg zugesagt.

© APA/HANS KLAUS TECHT Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek wird den Opernball 2020 besuchen, jedoch ohne Lebensgefährtin.

Lunacek kommt ohne Partnerin

Fix ist auch, dass Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek erstmals den Opernball besuchen wird. „Als Kulturstaatssekretärin muss ich diesen Ball besuchen. ich wollte meine Lebensgefährtin mitnehmen, aber ihr ist das zu stressig“, so Lunacek bei der Regierungsklausur.

© APA/HERBERT NEUBAUER kilegende Lindsey Vonn gab Lugner kurzfristig einen Korb

Richard Lugner noch partnerlos

Nach der Absage der Skilegende Lindsey Vonn steht Richard Lugner - acht Tage vor dem Ball-Event - weiterhin ohne Gast da. Wann und vor allem wie Lugner seine neue Begleitung präsentieren wird, ist weiter unklar. Es bleibt also spannend und auch ein bisschen turbulent. Was aber für den Opernball nicht weiter unüblich ist.

Für die Opernball-Organisatorin Maria Großbauer heißt es bald Aufatmen. Schon Ende Jänner gab sie offiziell bekannt nach dem Ball am 20. Februar 2020 die Leitung der Veranstaltung abzugeben.