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Wie es Sponsoren am Opernball
ins Scheinwerferlicht schaffen

Heimische Firmen bevorzugt - Treichl-Stürgkh achtet auf "Branchenexklusivität"

Opernball - Wie es Sponsoren am Opernball
ins Scheinwerferlicht schaffen © Bild: Starpix/ Alexander TUMA

Nicht nur Vertreter von Politik, Kultur und Wirtschaft nutzen den Wiener Opernball, der heuer am 12. Februar über die Bühne gehen wird, als Möglichkeit zu sehen und gesehen zu werden: Auch Unternehmen platzieren ihre Produkte gerne im Scheinwerferlicht der Fernsehübertragung und lassen sich das auch einiges kosten. Aber nicht jeder kann offizieller Opernball-Partner werden.

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"Es gibt Unternehmen, die zahlen, um am Opernball ihre Produkte oder Dienstleistung anzubieten. Etliche kaufen zusätzlich auch Logen für sich und ihre Gäste, andere unterstützen uns mit großen Beiträgen im Rahmen der Ballspenden. Einige sponsern zusätzlich noch einen bestimmten Bereich", schilderte Ballorganisatorin Desiree Treichl-Stürgkh. Insgesamt 22 Opernball-Sponsoren werden in den Unterlagen der Staatsoper gelistet, konkrete Geldbeträge wollte bei einem Rundruf aber so gut wie niemand nennen.

Eigeninitiative ist gefragt

Oft ergreifen Unternehmen selbst die Initiative, um vom Glanz des Opernballs zu profitieren - so zum Beispiel Salzburg Schokolade, die heuer zum ersten Mal mit sogenannten "Opernball-Dukaten" in der Staatsoper vertreten sind. "Unser Eigentümer, Philipp Harmer, hat die Idee des Opernball Dukaten persönlich dem Opernball-Komitee vorgestellt, das sofort begeistert war. So kam die Kooperation zustande, die vorerst für 2015 gilt", erklärte ein Sprecher gegenüber der APA. Die Idee dahinter: Die Marke "Salzburg Schokolade" bekannter zu machen. Das lässt man sich immerhin mehrere tausend Confiserie-Spezialitäten kosten.

Allerdings kann es auch passieren, dass die Produkte gar nicht gewünscht sind: "Abgelehnt wurden bisher nur Unternehmen, deren Produkte so gar nicht auf den Opernball passen oder solche, deren Branche schon vertreten ist. Ich achte auf Branchenexklusivität. Wichtiges Kriterium ist auch der Auftritt, der nicht zu schreiend und zu auffällig sein darf", erklärte Treichl-Stürgkh - ohne freilich Namen zu nennen. Auch wenn jeder potenzielle Sponsor angehört wird, heimische Unternehmen erhalten dabei gerne den Vorzug.

Jahrelange Traditionen

Andere können ohnehin auf jahrelange Opernball-Tradition zurückblicken: 59 Opernbälle, 59 Einsätze des Süßwarenherstellers Gerstner, der auch heuer wieder für das Catering von Würstel bis Austern sorgt. Bereits bei den kaiserlichen Soireen, die 1877 das erste Mal stattfanden, sowie dann bei den Opernredouten der Ersten Republik kümmerte sich Gerstner um das leibliche Wohl der Gäste.

Auch für die Casinos Austria ist es nicht das erste, sondern schon das 35. Mal. Erneut wird im Schwindfoyer der Staatsoper Platz für Roulettetisch und Poker geschaffen. "Wir sehen den Opernball auch als Auslage, in der sich Österreich international präsentiert und die wir gerne immer wieder nützen", erklärte Casinos-Sprecher Martin Himmelbauer auf APA-Anfrage. Denn auch viele Touristen würden die Casinos frequentieren.

"Für uns passt das Setting der abendlichen Eleganz schon sehr gut", meinte Himmelbauer. Die Kooperation mit dem Ball sei eines von vielen Modulen zur Imagepflege und Imagewerbung, auch wenn sich der genaue Wert nicht beziffern lasse. Die Partnerschaft der Casinos und Lotterien mit der Staatsoper reiche jedoch weit über den Opernball und die zwei Donatoren-Logen hinaus - jährlich fließe ein Betrag von mehr als 100.000 Euro an die Kulturinstitution.

Opernball-Team achtet auf Exklusivität

Das Team des Opernball spreche aber auch dezidiert Firmen an, ob die Interesse an einer Kooperation haben - je nach den Themen des Balls. Wichtig sei dabei die Exklusivität, ein Opernball-Produkt gebe es dann wirklich nur am Opernball. Die Finanzkrise mache die Suche nach Sponsoren dabei manchmal schwieriger. "Es kommt auf die Branche an. Wichtig ist es, dem Unternehmen die richtige Idee zu unterbreiten", so Treichl-Stürgkh.

Ein Debüt am Sponsorenparkett legt die Modekette Peek & Cloppenburg hin: Nach kleineren Kooperationen in den vergangenen Jahren dürfe man sich nun das erste Mal offiziell "Partner" nennen. Für das internationale Unternehmen sei eine Zusammenarbeit mit "dem Ball der Bälle eine großartige Möglichkeit, unsere Expertise in dem Bereich zu unterstreichen". Dafür investiert man u.a. in 100 Euro-Gutscheine für 160 Debütantinnen, Handschuhe, Outfits für die Hostessen der Ehrenlogen und 3.000 "Alles Walzer"-Cookies.

Eigener Opernball-Cuvee

Nach einer mehrjährigen "Auszeit" ist seit 2013 auch die Sektkellerei Schlumberger wieder unter den Sponsoren. Sie schenkt heuer einen eigenen Opernball-Cuvee ausschenkt. Der Beweggrund hinter der Zusammenarbeit: Die jeweiligen Werte der beiden Partner sollen "wechselseitig aufeinander übertragen und positiv verstärkt" werden, wie es auf APA-Anfrage hieß.

Allerdings tut man sich auch bei Schlumberger schwer, diese Maßnahmen konkret zu bewerten. Jedenfalls soll das große öffentliche Interesse gut genutzt werden: "Wir werden unsere Kooperation rund um die Fernsehübertragungen aus der Oper entsprechend bewerben."

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