Opernball 2013 von

Turbulenter Ballabend

Glööckler stiehlt Lugner die Show, Treichl-Stürgkh passiert kleines Missgeschick

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    Charity Lady Jeannine Schiller

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    Charity Lady Jeannine Schiller

Mit prominenten Gästen aus Kultur, Politik, Sport und Wirtschaft ging der 57. Wiener Opernball über die Bühne. Glamour verliehen der traditionsreichen Tanzveranstaltung mit 5.150 Besuchern die Oscar-Gewinnerinnen Mira Sorvino und Hilary Swank sowie die italienische Filmdiva Gina Lollobrigida. Unangefochten im Mittelpunkt aber stand, wie von Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh und Staatsoperndirektor Dominique Meyer angekündigt, die Kunst.

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Nach den Klängen von Bundes- und Europahymne zog das Jungdamen-und Jungherren-Komitee zur "Fächerpolonaise" von Carl Michael Zieher in den Ballsaal ein. Danach stand die "Annen-Polka" von Johann Strauß (Sohn), getanzt von Elevinnen und Eleven der Ballettschule der Wiener Staatsoper, auf dem Programm, gefolgt vom Walzer aus "Maskerade" von Aram Chatschaturjan, der Polka Mazurka "Fata Morgana" und der Polka francaise "Kreuzfidel", beide von Strauß (Sohn), choreografiert von Albert Mirzoyan und dargeboten von den Stars des Wiener Staatsballetts.

Peter Schneider vertritt erkrankten Franz Welser-Möst

Peter Schneider vertrat den erkrankten Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst als Dirigent des Wiener Staatsopernorchesters. Die musikalischen Glanzstücke waren die Auftritte der Publikumslieblinge Valentina Nafornita und Adam Plachetka. Die aus Moldawien stammende Sopranistin gab "Quando M'en Vo" aus der Puccini-Oper "La Boheme" zum Besten, der junge tschechische Bass-Bariton "Fin Ch'han Dal Vino" aus der Mozart-Oper "Don Giovanni". Gemeinsam sangen sie das Liebeslied "Lippen schweigen" aus der Lehar-Operette "Die lustige Witwe".

Debütanten überzeugen mit anspruchsvoller Schnell-Polka

Spannung wie selten zuvor aus diesem Anlass herrschte während der von den Debütanten getanzten Schnell-Polka "So ängstlich sind wir nicht", ebenfalls von Strauß (Sohn). Die von der Kärntner Tanzlehrerin Iris Huber rasant choreografierte Eröffnung hatte das Jungdamen- und Jungherren-Komitee bei den Proben hart beansprucht. Dem Motto des Stücks gemäß meisterten die 144 Paare, darunter Jennifer Lafer, die Tochter von Fernsehkoch Johann Lafer, Milliardärssohn Gianni Stumpf-Schalko und SCS-Erbe Johannes Dujsik, ihre Aufgabe aber schlussendlich ohne große Patzer, ehe es anlässlich des Strauß-Stücks "An der schönen blauen Donau" endlich von den Künstlern hieß: "Alles Walzer."

Zuvor hatte die zweifache Oscar-Gewinnerin Hilary Swank, die das Fest auf Einladung einer Investment-Firma besuchte, einen glänzenden Auftritt auf dem Red Carpet. Die US-Schauspielerin trug ein Transparentkleid in der "Nichtfarbe" Nude, das üppig mit Pailletten bestickt war. Auch der mit einem Oscar ausgezeichnete Regisseur Stefan Ruzowitzky gab sich mit seiner Frau Birgit die Ehre.

Sorvino und Lollobrigida an Lugners Seite

Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino erschien an der Seite von Baumeister Richard Lugner in einem schulterfreien, asymmetrischen Kleid des in Wien ansässigen Labels Irina Vitjaz, beige- und goldfarben sowie über und über mit Perlen bestickt: Wie ihre Kollegin hatte sie ein Outfit "very Hollywood" gewählt. "Die jungen Mädchen in Weiß, rosa Blumensträuße, Strasskrönchen; Prinzessinnen heute Nacht", twitterte die US-Schauspielerin noch während der Eröffnung des Wiener Opernballs 2013. Die Oscarpreisträgerin gab sich beeindruckt: Wie ein Gemälde aus dem "Vergoldeten Zeitalter" - der Blütezeit der US-Wirtschaft zwischen 1876 bis 1914 - mute das Fest an."Der Wiener Opernball, ein glitzernder Potpourri der hohen und nicht so hohen Kultur; extravagant, amüsant, eine Reise in eine andere Zeit", beobachtete die Mimin und ließ ihre Fans via Twitter am Geschehen "live" teilhaben.

Lugners zweiter Stargast, die italienische Filmdiva Gina Lollobrigida, trug über ihrer schwarzglitzernden Robe einen knallroten, gerüschten Seidenumhang mit aufgesticktem Drachen. Der sonst viel beachtete Auftritt des Baumeisters ging diesmal im Trubel um den pompösen deutschen Designer Harald Glööckler aber beinahe unter. Fast unbeachtet ging der Lugner-Clan über den Roten Teppich, die beiden Schauspielerinnen gaben sich auch eher wortkarg. "Ich freue mich, in Wien zu sein", gab sich Lollobrigida kurz angebunden, bevor sie ins Innere der Oper abrauschte. Sorvino lächelte freundlich, gab aber ebenfalls kaum Interviews. Binnen Minuten war der sonst so chaotische Auftritt des Baumeisters auch schon wieder vorbei.

Glööckler und "Sisi" stehlen Lugner die Show

Der exzentrische Modemacher, der im selbst entworfenen "Spezial-Frack" und mit unzähligen Glitzersteinen im Gesicht als "Phantom der Oper" antanzte, fuhr in einer Kutsche mit sechs Schimmeln, "Lakaien" und Bodyguards vor. "Ihre Königlichen Hoheit" Xenia "Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen" hatte Glööckler gar im Stil einer schrillen, pinkfarbenen "Kaiserin Sisi" aufgemascherlt.

Volks-Rock'n'Roller Andreas Gabalier erschien als Überraschungsgast und ausnahmsweise im Frack, allerdings mit rot-weiß-kariertem Anstecktüchlein angetan. Weiters über den Roten Teppich schritten u.a. das deutsche Model Franziska Knuppe in einer schwarzen Spitzenrobe, Immobilien-Investor Georg Stumpf und seine Partnerin Patricia Schalko, FK Austria Wien-Trainer Peter Stöger, Ex-Spitzenläuferin Steffi Graf, Ex-Tennis-Crack Thomas Muster, die Stars des kommenden Musicals "Natürlich Blond", Alexander Goebel und Barbara Obermeier, Mimin Sunnyi Melles, der britische Startenor Paul Potts, Ex-Intendant Harald Serafin, Modedesignerin Lena Hoschek, Quantenphysiker Anton Zeilinger, TV-Koch Johann Lafer und seine Frau Silvia sowie Starköchin Sarah Wiener.

Heinz Fischer führt Politiker-Riege an

Bundespräsident Heinz Fischer und seine Frau Margit - in einer violett glitzernden Robe - vertraten das "offizielle" Österreich. Weiters besuchte der Wiener Bürgermeister Michael Häupl mit seiner Frau Barbara Hörnlein den Ball, ebenso Bukarests Bürgermeister Sorin Oprescu und Vizekanzler Michael Spindelegger, der den slowakischen Außenminister Miroslav Lajcak eingeladen hatte, mit seiner Frau Margit; außerdem Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Verkehrsministerin Doris Bures sowie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

Bundespräsident Heinz Fischer hat die Eröffnung des Opernballs 2013 gefallen: "Ich glaube, es war sehr gut gemacht." Für ihn ist der Besuch des Festes sowohl Arbeit, als auch Vergnügen: "Ich habe gelernt, die beiden Dinge miteinander zu verbinden." Ein Vergnügen, dem normalerweise die Ballgäste frönen, nämlich das Tanzen, ist allerdings nicht das Seine: "Ich bin am neunten Opernball und habe noch nie getanzt." Auf Nachfrage, ob seine Frau Margit nicht unglücklich darüber sei, antwortete er schmunzelnd: "Meine Frau ist zufrieden mit mir."

Desis kleines Missgeschick

Der Opernball 2013 war von einem kleinen Missgeschick begleitet. Als Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh Bundespräsident Heinz Fischer und seine Ehefrau Margit am Roten Teppich begrüßte, verlor sie einen ihrer Ohrringe. Das Staatsoberhaupt half beim Suchen, das edle Stück wurde rasch gefunden. Für das Gruppenfoto mit Operndirektor Dominique Meyer saß alles wieder perfekt.

Hier geht es zur Homepage des Fotografen Marcus Deak.

Kommentare

Urlauber2620

Mich wundert,dass der Gabalier nicht in der Lederhose erschienen ist.Er ist und bleibt nun mal der unwichtigste Österreicher.

Praetorianer
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das sind also unsere adabeis...na servas! wenn ich diese a..gesichter schon sehe wird ma schlecht. allen voran unser bundesheinzi.....23.000euro gehalt....opernballloge auf staatskosten....wahrscheinlich das essen und trinken auch auf kosten der steuerzahler.....na so läst es sich leben.....kann seine frau ihm wieder die haare schneiden...so wie die letzten 50 jahr.....ja auch der bundesheinzi muss sparen. Haider und co......alles rote soldaten!

Ignaz-Kutschnberger
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hmm...aber ich find, Sie hat s ihm schön gschnitten ...meine schneidet mir s immer überm rechten Ohr zu kurz...

Ignaz-Kutschnberger
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hab Sie leider bei dem Gedränge heuer nur kurz gesehen...außerdem stand mir der Lugner immer im Weg... aber nächstes Jahr frag ich Sie, ob Sie mir auch diesen lässigen Bürstenschnitt machen kann...

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