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Missglückte Operation: Kein Schmerzensgeld

Doris K. (39): „Gericht entschied, dass es kein Kunstfehler war“

NEWS kämpft für Doris K.: Sie hat nach einer missglückten OP keine Schmerzensgeld erhalten. © Bild: Marcus E. Deak/NEWS

Eigentlich gibt es kaum einen glücklicheren Anlass, um ein Krankenhaus aufzusuchen, als den von Doris K. Die Geburt ihres Kindes stand unmittelbar bevor, und im Wiener SMZ-Ost sollte die Entbindung erfolgen. Wegen einer Beckenvenenthrombose erfolgte die Einlieferung jedoch früher als geplant, und es wurde ein sogenannter Cavaschirmfilter eingesetzt, um eine Thrombose zu verhindern.

An sich ein Routineeingriff, doch einer mit Folgen: Denn der Cavaschirmfilter wurde an der falschen Stelle platziert und konnte nicht mehr entfernt werden. Das fiel zwar auf, doch der Eingriff wurde gegenüber der Patientin als unproblematisch dargestellt und ihr versichert, dass sich der Filter verwachsen würde.

Doch leider kam es ganz anders: Frau K. litt jahrelang unter großen Schmerzen, und kein Arzt konnte ihr sagen, was eigentlich die Ursache dafür war. Zu den ständigen schweren Bauchschmerzen kamen noch andere Probleme.

Nur durch Zufall entdeckt.

Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass 2010 – sieben Jahre nach dem Eingriff – die Wahrheit ans Licht kam. Frau K. wurde mir starken Unterleibsblutungen und unerträglichen Schmerzen ins Landesklinikum St. Pölten eingeliefert. Beim operativen Eingriff zur Beseitigung einer Dünndarmschlinge stach sich der operierende Arzt zufällig an einem spitzen Gegenstand. Es war jener Cavaschirmfilter, der Jahre zuvor in der Patientin „vergessen“ wurde. Er hatte sich nicht verwachsen, sondern war die Ursache für die jahrelangen Leiden der Innenarchitektin.

Der Filter wurde sofort entfernt und die Gesundheit von Frau K. begann sich zu bessern. Doch für die jahrelangen Qualen forderte sie ein Schmerzensgeld: „Und wenn es nur 1.000 Euro sind. Mir geht es um die symbolische Anerkennung, dass mir Unrecht widerfahren ist.“ Das Gericht sah es anders und entschied, dass es sich nicht um einen Kunstfehler, sondern um ein „seltenes Risiko“ bei derartigen Operationen handelte.

Obwohl eine Aufklärung über dieses Risiko nicht erfolgt war, wurde der alleinerziehenden Mutter auch von der Berufungsinstanz kein Schmerzensgeld zugestanden. Frau K. war sehr enttäuscht: „Im Urteil steht, dass der Eingriff besonders kompliziert und schwierig war, weil ich schwanger war und nur auf der Seite liegen konnte. Das hat mir im Krankenhaus niemand gesagt.“ Vom Sachverständigen befragt, ob sie sich anders entschieden hätte, meinte sie: „Wenn ich gewusst hätte, dass ich danach sieben Jahre lang Schmerzen haben könnte, hätte ich abgelehnt.“

Und so hilft NEWS.

An der Entscheidung des Gerichts ist nichts mehr zu ändern. Diese ist rechtskräftig, da alle Instanzen ausgeschöpft sind. NEWS fragte im Gesundheitsministerium und bei der Wiener Gesundheitslandesrätin Sonja Wehsely nach, wie man Frau K. dennoch helfen könnte. Nun wird geprüft, ob es eine Unterstützung für Härtefälle wie Frau K. geben kann. Auch die Patientenanwaltschaft Wien klärt ab, ob Frau K. die Voraussetzungen erfüllt, um eine Unterstützung aus dem Patientenentschädigungfonds zu erhalten. NEWS bleibt dran!

Kommentare

derpradler

Es ist leider eine Tasache, daß eine krähe der anderen kein Auge aushackt.Die Götter in WEISS sind uantastbar, weil die Richter nicht in Willens sind RECHT zu sprechen. Oligarchenjustiz!

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