Prinz Harry: "Meine größte Sorge"

Von Diana zu Harry und Meghan: Wiederholt sich die Geschichte? Prinz Harry über seine größte Sorge.

von Operah-Interview - Prinz Harry: "Meine größte Sorge" © Bild: APA/AFP/POOL/Victoria Jones

Einen Satz hat Prinz Harry in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder betont. Er sagt ihn auch in dem mit Spannung erwarteten Interview mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey: "Meine größte Sorge ist, dass sich die Geschichte wiederholt." Der 36-jährige Royal spielt damit auf das tragische Schicksal seiner Mutter an.

Diana - Ihre letzten Worte nach dem Autounfall

© imago images / Sven Simon Harrys Mutter - Prinzessin Diana

Prinzessin Diana starb 1997 bei einem Autounfall auf der Flucht vor Paparazzi mit ihrem damaligen Freund Dodi Al Fayed in Paris. Die ganze Welt trauerte damals um die "Königin der Herzen". Auch deswegen führen Harry und seine Frau Meghan (39) seit Jahren einen erbitterten Kampf gegen die Medien in Großbritannien, von denen sie sich allzu oft in einem falschen Licht dargestellt sehen - und inzwischen, so scheint es, auch gegen das Königshaus. Doch mit dem für Sonntag angekündigten Interview könnten sie, bewusst oder nicht, selbst zu einer Wiederholung der Geschichte beitragen. Auch Dianas endgültigem Bruch mit den Royals ging ein Aufsehen erregendes Interview voraus.

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© PIERRE BOUSSEL / AFP Diana soll auf der Rückband des schwarzen Mercedes gesessen haben, als es zu dem Unfall kam

Das im britischen Investigativprogramm BBC-Panorama zur besten Sendezeit ausgestrahlte Exklusiv-Gespräch lockte im November 1995 rund 23 Millionen Menschen vor die Bildschirme. Die bereits von Prinz Charles getrennte, aber noch nicht geschiedene Diana beschrieb darin, wie sie sich in der medialen Dauerbeobachtung zuerst vom Königshaus alleine gelassen fühlte und dann nach der Trennung regelrecht sabotiert und gezielt in ihrem Ruf beschädigt fühlte - auch aus Neid auf ihre große Beliebtheit. Und sie legte die Affäre ihres Mannes mit Camilla Parker-Bowles offen. "Wir waren zu dritt in dieser Ehe", sagte Diana in die Kamera - ein unerhörter Tabubruch. Kurz darauf reichte Charles die Scheidung ein.

»Unwahrheiten über uns weiterzutragen«

Die ersten Ausschnitte aus dem Oprah-Interview mit Harry und Meghan erwecken den Eindruck, dass es sich um ähnlich brisante Offenbarungen handelt. Die Vorwürfe gleichen sich auf frappierende Weise. In kleinen Häppchen machte der US-Sender CBS bereits Appetit auf die Sendung: "Ich weiß nicht, wie sie erwarten können, dass wir nach all dieser Zeit weiterhin schweigen könnten, wenn die Firma (die Königsfamilie) eine aktive Rolle dabei spielt, Unwahrheiten über uns weiterzutragen", sagt Meghan darin.

Ob sie damit auf Mobbing-Vorwürfe von Palastmitarbeitern anspielte, über die immer wieder Gerüchte in den Medien kursierten, ist unklar. Doch es scheint kein Zufall zu sein, dass die "Times" ausgerechnet in dieser Woche Informationen über die Vorwürfe zugespielt bekam und der Palast ankündigte, eine interne Untersuchung einzuleiten.

»Weil ich mir gar nicht ausdenken kann, wie es für Diana gewesen sein muss«

Harry vergleicht seine Situation ausdrücklich mit der seiner Mutter: "Ich bin einfach nur erleichtert und glücklich, hier zu sitzen und mit meiner Frau an meiner Seite mit Dir zu sprechen", sagt er in einem weiteren Ausschnitt des Interviews zu Winfrey. Er fügt hinzu: "Weil ich mir gar nicht ausdenken kann, wie es für sie (Diana) gewesen sein muss, das alleine durchzumachen vor all diesen Jahren."

Wie Diana hatten sich auch Harry und Meghan vom Königshaus entfremdet. Vor etwas mehr als einem Jahr war der Bruch öffentlich geworden. Die beiden kündigten an, sich aus dem engeren Kreis der Familie zurückzuziehen und finanziell unabhängig zu werden. Sie wollten aber weiterhin für Queen Elizabeth II. (94) im Einsatz sein.

Doch daraus wurde nichts. Nach Beratungen im Königshaus wurde es ein "harter Megxit", wie es die Presse bald nannte. Die beiden verzichteten auf die Anrede "Königliche Hoheit", ihre Marke "Sussex Royal" wurde einkassiert und Tätigkeiten für die Krone wurden ausgeschlossen. Sie verlegten ihren Wohnsitz mit Söhnchen Archie (1) nach Kalifornien. Ein Jahr später wurde die Trennung besiegelt - eine Rückkehr ins Königshaus wird es nicht geben.

© Chris Jackson/Getty Images for the Invictus Games Foundation /AFP

Eine weitere Übereinstimmung ist die psychische Belastung, über die sowohl Diana als auch Harry klagten. Diana litt durch den hohen Druck und das Gefühl, den Ansprüchen nicht zu genügen, an Bulimie und selbstverletzendem Verhalten. Harry gestand dem "Telegraph" einst, er sei mehrmals sehr nah an einen kompletten Zusammenbruch gekommen, "wenn alle Art von Trauer und Lügen und falschen Auffassungen von allen Seiten auf dich einprasseln".

© APA/AFP/Daniel LEAL-OLIVAS Harry und Meghan bei ihrer Verlobung

Doch einen großen Unterschied scheint es zu geben: Die Rollen waren klar verteilt. Diana war der unangefochtene Star des Königshauses und das Opfer in der misslungenen Ehe mit Charles. Die Beliebtheitswerte von Harry und Meghan haben hingegen schwer gelitten. Sie sind weit abgeschlagen. Selbst die frühere Nebenbuhlerin Dianas, Herzogin Camilla, ist inzwischen bei den Briten beliebter als Meghan. Was der Tatsache keinen Abbruch tut, dass Meghan die Trennung vom Königshaus als Befreiung empfindet.

"Wir haben die Fähigkeit, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen", sagte sie in einem am Freitag veröffentlichten Clip. Bei einer ersten Interviewanfrage Winfreys habe sie unter dem Einfluss des Palasts absagen müssen. Es sei befreiend, nun "selbst eine Wahl treffen zu können und für sich selbst sprechen zu können", so Meghan. Das Leben als Mitglied der engeren Königsfamilie bezeichnete sie als "Konstrukt", das sich die Menschen wohl ganz anders vorstellten, als es in Wirklichkeit sei.

Das aufgezeichnete Gespräch wird am Sonntag im US-Fernsehen ausgestrahlt. Der ORF zeigt es am 8. März um 13.50 Uhr und um 21.10 Uhr auf ORF 1.

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