OpenOffice 3.0 will Microsoft-User ködern:
Kompatibilität als Anreiz für den Umstieg

Eine Reihe von neuen Features für die Software Neues Dateiformat soll jetzt standardisiert werden

OpenOffice 3.0 will Microsoft-User ködern:
Kompatibilität als Anreiz für den Umstieg © Bild: OpenOffice.org

Die OpenOffice-Community hat den offiziellen Start von OpenOffice 3.0 bekannt gegeben. Die neue Version der freien Office-Lösung verspricht eine Reihe von Verbesserungen. "Mit der Version 3.0 zeigt die Anwendung noch mehr Kompatibilität mit MS Office, sie ist leistungsfähiger und auch besser erweiterbar. Sie befreit den Desktop von der Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter", meint Lois Suárez-Potts, OpenOffice Community Manager. Damit soll Nutzern der Umstieg auf das Open-Source-Paket schmackhafter gemacht werden. Das gilt auch für Mac-User, denn erstmals läuft OpenOffice nativ unter OS X.

OpenOffice 3.0 wartet mit einer Reihe völlig neuer Features auf. Das umfasst beispielsweise einen Schieberegler für den Zoom in der Textverarbeitung "Writer", der eine einfache Darstellung mehrerer Seiten verspricht. Die Tabellenkalkulation "Calc" ermöglicht eine leichtere Zusammenarbeit mehrerer User und Diagramme auf Basis von Calc-Daten können mit verfeinerten Fehlerbalken ausgestattetet werden. In der Präsentationssoftware "Impress" wiederum können Tabellen nun direkt entworfen werden, statt mit eingebetteten Calc-Objekten zu arbeiten. Aufgefrischt wurde zudem das Aussehen der Suite.

Neuerung bei Dateiformat
Wesentliche Neuerungen gibt es bei den Dateiformaten. Standardmäßig kommt nun Open Document Format (ODF) 1.2 zum Einsatz, eine Weiterentwicklung des ISO-anerkannten ODF 1.0. "Wir arbeiten daran, auch ODF 1.2 durch den Standardisierungsprozess ratifiziert zu bekommen", betont John McCreesh, OpenOffice Marketing Project Lead, im Gespräch mit pressetext. Office Open XML in der von Microsoft Office 2007 genutzten Version wird zunächst mit einem Import-Filter unterstützt. "Wenn es die Nutzer fordern, werden wir auch Export-Filter erstellen", betont McCreesh. Allerdings habe es danach bislang keine nennenswerte Nachfrage nach einer solchen Funktion gegeben. Der Import-Filter, eine Unterstützung von Access-2007-Dateien und eine verbesserte Unterstützung für VBA-Makros sollen Usern jedenfalls den Umstieg von Microsoft auf OpenOffice erleichtern und somit schmackhafter machen.

Zugang zu Web 2.0
Neben den Neuerungen integriert OpenOffice 3.0 auch einige Features standardmäßig, die für die Vorversion bereits als Erweiterungen verfügbar waren. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit, mit Writer Dokumente für Online-Wikis zu bearbeiten. Sie soll Usern erleichtern, am Web 2.0 zu partizipieren. Diese Funktionalität war bereits für OpenOffice 2.4 als von Sun Microsystems entwickelte OpenOffice-Extension verfügbar. An diesem Konzept der einfachen Erweiterbarkeit von OpenOffice wird auch weiterhin festgehalten. Zusätzliche Features als Extensions anzubieten soll helfen, ein unnötiges Aufblähen der Office-Suite an sich zu verhindern.

Ein weiterer Meilenstein an OpenOffice 3.0 ist, dass das Paket nun erstmals auch als native Anwendung für Mac OS X umgesetzt wurde. An einigen Lokalisationen von OpenOffice 3.0 wird zwar noch gearbeitet, doch die deutsche Version ist ebenso wie ein halbes Dutzend anderer Sprachversionen bereits verfügbar.
(pte/red)