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Widerstand angekündigt

Bochum-Betriebsrat wettert gegen Schließung: "Werden kreativ reagieren"

Opel - Widerstand angekündigt © Bild: APA/EPA/Vennenbernd

Der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werkes, Rainer Einenkel, hat harten Widerstand im Falle einer Schließung des Standortes angekündigt. "Wenn man uns diese Produktion wegnimmt, dann werden wir sehr kreativ reagieren. Und die Reaktion wird dazu führen, dass wir hier bleiben", sagte Einenkel im ARD-"Morgenmagazin".

Bochum sei das produktivste Werk in Europa, das die beste Auslastung habe: "Wir arbeiten an fünf Tagen in der Woche in drei Schichten." Opel könne auf Bochum nicht verzichten, "das werden wir deutlich machen".

Produktionsverlagerung
Opel hatte am Donnerstag bestätigt, dass die nächste Generation des Kompaktmodells Astra ab 2015 nur noch im britischen Ellesmere Port und in Polen gebaut wird und nicht mehr im Opel-Stammwerk im hessischen Rüsselsheim. Dies könnte das Aus für das Werk in Bochum bedeuten, da die Produktion des Familienwagens Zafira von dort nach Rüsselsheim verlagert werden könnte.

"Planspiele politisch begründet"
Einenkel bestätigte, es gebe "Planspiele" bei Opel, die Produktion des Familienautos Zafira ab 2015 nach Rüsselsheim zu verlagern. "Das wäre dann die Schließung des Bochumer Werkes." Diese Planspiele seien aber "politisch" begründet, nicht wirtschaftlich, kritisierte er.

Zukunft bleibt ungewiss
Die Zukunft des Opel-Werks Bochum bleibt dennoch vorerst weiter ungewiss. "Es gibt keine Entscheidung zu Bochum nach 2014", sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke auf einer Betriebsversammlung. Stracke verwies auf die noch bis Ende 2014 für das Unternehmen geltenden Verträge zur Standortsicherung. Diese Verträge würden von Opel eingehalten. Langfristig müsse das Unternehmen jedoch wirtschaftlich auf sichere Beine gestellt werden, um Arbeitsplätze zu sichern, deutete Stracke für die Zeit danach mögliche Umstrukturierungen an.

Regierung fordert Zukunft
Zuvor hatte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) das Opel-Management aufgefordert, Perspektiven für das Bochumer Opel-Werk aufzuzeigen. Sie erwarte klare Aussagen zur Zukunft des Werks, sagte Kraft vor Beginn der Belegschaftsversammlung. Sie sei sich mit den anderen Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Werken einig, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen. "Wir werden Flagge zeigen", sagte Kraft.