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Kommt Nabucco-Pipeline?

Zwei europäische Bewerber im Rennen – Realisierung wahrscheinlich

Minister Mitterlehnerund EU-Kommissar Öttinger beim Nabucco Treffen © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner erwartet die Entscheidung, ob das Gaspipeline-Projekt "Nabucco West" unter Federführung der OMV Gas aus dem kaspischen Raum erhält, im ersten Quartal 2013. Man brauche eine Diversifikation der Routen und Quellen, sagte er heute, Montag, anlässlich des Ministertreffens der Nabucco-Länder in Wien. Für EU-Kommissar Günter Oettinger ist es wichtig, dass zwei europäische Bewerber im Finale um den Zuschlag für 10 Mrd. Kubikmeter aus Aserbaidschan stehen.

Beim heutigen Treffen gehe es darum, das Nabucco-Projekt weiter voranzubringen, sagte Mitterlehner. Das Gaspipeline-Projekt habe eine "wechselvolle Entwicklung" und sei unter anderem auch von politischen Konstellationen abhängig. Es habe immer wieder ein Auf und Ab gegeben, nun sei man wieder in einer Aufwärtsbewegung. Die Realisationschancen für das Gas-Projekt sieht Mitterlehner bei "deutlich über 50 Prozent".

Er hofft, erste Gaslieferungen aus der kaspischen Region im Jahr 2018 zu erhalten. Als wichtiges Signal für die Unterstützung des Projekts wertete Mitterlehner unter anderem auch die Teilnahme des aserbaidschanischen Energieministers Natig Aliyev an der Wien-Konferenz. Bei dieser Konferenz seien alle Partner auf den neuesten Informationsstand gebracht worden.

OMV als treibender Motor

Oettinger betonte auch, dass die EU vor einem steigenden Gasverbrauch bei fallenden Fördermengen in der EU - in Großbritannien und den Niederlanden - steht. Die wichtigsten Gaspartner der EU seien Russland mit Gazprom, gefolgt von Norwegen und Algerien. Die Idee Nabucco West im sogenannten "südlichen Energiekorridor" der EU hält Oettinger für "eine kluge Idee".


Ab 2018 werde das Shah-Deniz-Konsortium jährlich 16 Mrd. Kubikmeter Gas fördern, davon habe sich die Türkei bereits 6 Mrd. Kubikmeter gesichert. Für Europa seien 10 Mrd. Kubikmeter reserviert, betonte Oettinger heute in Wien. Die OMV bezeichnete Oettinger als "treibenden Motor" innerhalb des Nabucco-Konsortiums, Wien als Europas Gas-Hauptstadt.

OMV-Chef Gerhard Roiss unterstrich, dass Nabucco "wichtig für Österreich und Europa" sei, denn Europa brauche mehr Gas - um auch unabhängiger von russischen Gasquellen zu werden. Denn die Abhängigkeit von einem Lieferanten auf Dauer sei nicht ratsam. Ob sich die OMV an dem aserbaidschanisch-türkischen Projekt Tanap, das den türkischen Teil der ursprünglichen Nabucco-Pipeline abdecken soll, beteiligen werde, sei offen. Über den Bau der Nabucco West entscheide letztendlich der Markt.

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