OMV verdoppelt Gewinn auf 1,5 Mrd. Euro: Umsatz auf 15,6 Mrd. Euro ausgeweitet

"Ölpreis bleibt 2006 hoch" - Günstig für E&P PLUS: OMV kauft 34 % an türkischer Petrol Ofisi

Die österreichische OMV, der führende Erdöl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas, hat im Vorjahr den Jahresüberschuss auf 1,5 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Dementsprechend soll auch die Dividende an die Aktionäre auf 90 (44) Cent je Aktie auf das Doppelte angehoben werden, wie die OMV am Dienstag ad-hoc bekannt gab.

Das berichtete Betriebsergebnis (reported EBIT) stieg um 101 Prozent auf 1,958 Mrd. Euro, ebenfalls eine Verzweifachung, aber knapp unter den Analystenerwartungen, die im Schnitt auf 2,061 Mrd. Euro gelautet hatten. Bereinigt wuchs das Betriebsergebnis (clean EBIT) um 129 Prozent auf 2,305 Mrd. Euro.

Das EGT legte um 92 Prozent auf 1,948 Mrd. Euro zu. Der Jahresüberschuss wuchs um 117 Prozent auf 1,496 Mrd. Euro, womit die Analystenprognosen übertroffen wurden.

Der Umsatz wurde 2005 um 59 Prozent auf 15,580 Mrd. Euro ausgeweitet, der Cash flow um 103 Prozent auf 2,108 Mrd. Euro. Der Mitarbeiterstand sank v.a. durch die Dekonsolidierung der AMI Agrolinz auf 5.226 (6.475).

Mit dem starken Jahr 2005 hat die OMV bereits die Wachstumsziele für 2008 übertroffen. Als mittlerweile klare Nr. 1 in Mitteleuropa gelte es nun, die ambitionierten Ziele für 2010 zu erreichen. Die tägliche Produktion soll bis dahin - von im Vorjahr 121.000 bei der OMV und weiteren 217.000 bei Petrom - auf 500.000 Fass pro Tag erhöht, der Erdgasabsatz auf 20 Mrd. m3 im Jahr angehoben und das Investitionsvolumen auf 1,7 Mrd. Euro jährlich gesteigert werden.

Investiert wurden von der OMV im Vorjahr 1,4 Mrd. Euro. 2004 waren es 2,3 Mrd. Euro gewesen, allerdings samt Zukauf der rumänischen Petrom (allein 1,5 Mrd. Euro). Von den 1,4 Mrd. Euro 2005 flossen 314 Mio. Euro in E&P, 663 Mio. Euro in R&M. 405 Mio. Euro wurden in die Petrom-Modernisierung gesteckt. Zu den Ende 2005 bei der OMV beschäftigten 5.226 Menschen kommen noch 44.693 bei Petrom.

Die OMV werde sich weiterhin auf das Wachstum seiner Kerngeschäfte konzentrieren und arbeite konsequent am Ausbau der führenden Position im Wachstumsgürtel der EU, in Mittel- und Osteuropa, heißt es im Ausblick. In Rumänien liege weiterhin ein starker Fokus auf der Integration von Petrom. Restrukturierungsmaßnahmen seien im Einvernehmen mit der Gewerkschaft bereits eingeleitet und würden nach Plan verlaufen.

Vor allem der Ölpreis und andere bestimmende Rahmenbedingungen für den OMV-Konzern würden 2006 auf hohem Niveau bleiben. Mit kurzzeitigen Schwankungen sei jedoch zu rechnen.

Das E&-P-Umfeld sei von hohen Ölpreisen, aber auch einem deutlich verschärften internationalen Wettbewerb um neue Lizenzen und Ressourcen gekennzeichnet. In Raffinerie & Marketing sei weiter mit guten Ergebnissen zu rechnen, die Margen im Marketing würden jedoch unter Druck bleiben.

In ihren Wachstumsmärkten strebe die OMV durch Errichtung weiterer Tankstellen und durch selektive Akquisitionen weiterhin eine Stärkung ihrer führenden Position an. Wie berichtet hat die OMV an diesem Montag den Einstieg mit 34 Prozent beim führenden türkischen Tankstellen-Betreiber Petrol Ofisi mit 3.600 Stationen für 1,054 Mrd. Dollar (derzeit 884 Mio. Euro) bekannt gegeben. Die OMV selbst verfügte Ende 2005 (samt Petrom) über 2.451 Tankstellen.

(apa/red)