Olympischer Fackel-Lauf unter Protesten:
Eskalation in London nur knapp verhindert

Demonstranten wollten Olympische Flamme löschen Auch für Paris ist bereits Widerstand angekündigt

Olympischer Fackel-Lauf unter Protesten:
Eskalation in London nur knapp verhindert © Bild: APA/EPA

Begleitet von antichinesischen Protesten und mehreren Zwischenfällen ist die Olympische Flamme durch London getragen worden. Tibet-Aktivisten versuchten mehrfach, den Läufern die Flamme zu entreißen und sie zu löschen. Peking wies unterdessen Forderungen nach einer Absage des Olympischen Fackellaufes durch Tibet zurück.

Etwa 2.000 Polizisten sicherten die 50 Kilometer lange Strecke durch London ab. Weniger als zwei Stunden nach Beginn des Laufes in der Früh im Wembley-Stadion versuchten zwei Demonstranten, die Flamme bei einer Fackelübergabe mit Hilfe eines Feuerlöschers zu ersticken. Die beiden Männer wurden umgehend festgenommen. Britische Medien berichteten über weitere Zwischenfälle entlang der Strecke.

In der Downing Street empfing Premier Gordon Brown hinter einem Stahltor und vor einem ausgesuchten Kreis von Leuten die Fackel, während sich auf der Straße Demonstranten Handgemenge mit der Polizei lieferten. Unterstützer der Regierung in Peking schwangen chinesische Flaggen und schlugen Trommeln. Oppositionelle Politiker und Aktivisten kritisierten Brown für seine Teilnahme an der Zeremonie.

"Gesetzeskonformer, friedlicher Protest gehört zu den demokratischen Traditionen unseres Landes", sagte die britische Olympia-Ministerin Tessa Jowell, "die Unterstützung für den Fackellauf ist nicht mit dem Einverständnis von Chinas Menschenrechtspolitik oder seinem Vorgehen in Tibet gleichzusetzen".

Auch für den Fackellauf in Paris sind Demonstrationen von Menschenrechtsaktivisten geplant. Die französische Hauptstadt zeigt ihre Unterstützung für Tibet mit einem Spruchband für die Menschenrechte am Rathaus. Die Olympische Flamme wurde vor zwei Wochen in Griechenland entzündet und reist bis zum Beginn der Sommerspiele in Peking im August durch fünf Kontinente. (apa/red)