Menschenrechte von

Olympische Winterspiele:
Sotschi-Boykott bringt nichts

Russland-Experte Gerhard Mangott empfiehlt Politikern, Kritik vor Ort zu üben

Menschenrechte - Olympische Winterspiele:
Sotschi-Boykott bringt nichts © Bild: Sochi2014 Press Office

Kürzlich hat Ski-Legende Hermann Maier angekündigt, aufgrund der Menschenrechtslage in Russland den Olympischen Winterspielen in Sotschi fernbleiben zu wollen. Der Innsbrucker Politikwissenschaftler und Russland-Experte Gerhard Mangott hält hingegen nichts von einem Boykott der Spiele. Damit liegt er auf einer Linie mit Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und auch dem Großteil der österreichischen Politik.

Zwar sei es durchaus angebracht, immer wieder auf die Menschenrechtslage und die autoritären Verhältnisse in Russland hinzuweisen, so Mangott zu NEWS.AT. Aber: "Dafür gibt es die geeigneten Foren. Und Sotschi ist keines davon." Diplomatische Kontakte sowohl auf EU- als auch auf bilateraler Ebene seien dafür besser geeignet.

Politikwissenschaftler Gerhard Mangott.
© Celia di Pauli Gerhard Mangott ist gegen einen Boykott.

Kritik durch demonstratives Fernbleiben von Eröffnungs- und Schlusszeremonie der Olympischen Spiele würde wegen ihres konfrontativen Charakters auch nicht dazu beitragen, die Menschenrechtslage zu verbessern. Russland sei extrem auf seine Souveränität bedacht, daher sei jeder offensive Druck aus dem Ausland der völlig falsche Ansatz. Das würde Präsident Wladimir Putin nur die Möglichkeit geben, diejenigen Nationen, die die Spiele boykottieren, als "arrogante westliche Staaten" darzustellen, "die dem russischen Volk nicht den nötigen Respekt zollen".