Olympisches Komitee von

Bach ist neuer IOC-Präsident

Favoritensieg des Deutschen - 59-Jähriger löst den Belgier Jacques Rogge ab

Thomas Bach und Jacques Rogge © Bild: Getty/AFP/Coffrini

Thomas Bach ist neuer Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der 59-jährige Deutsche setzte sich bei der Wahl am Dienstag in Buenos Aires gegen fünf Mitbewerber durch und tritt die Nachfolge des nach zwölf Jahren abtretenden Belgiers Jacques Rogge an. Damit endete auch die dritte und letzte Entscheidung der 125. IOC-Vollversammlung mit einem Favoritensieg.

IOC-Präsidenten
© APA/Infografik/Martin Hirsch

Bereits am Samstag hatte sich Tokio gegen Istanbul und Madrid in der Wahl als Veranstalter der Olympischen Sommerspiele 2020 durchgesetzt. Ringen behielt dann in der Abstimmung am Sonntag seinen Status als olympische Sportart, um den sich auch Baseball/Softball und Squash beworben hatten. Bach wurde als neuer "Herr der Ringe" für acht Jahre gewählt und krönte damit seine Laufbahn als Sportfunktionär. Er kann 2021 noch einmal für vier weitere Jahre wiedergewählt werden.

Sieg im zweiten Wahlgang
Bach, bisher "Vize" von Rogge, ist erst der neunte Präsident in der 119-jährigen IOC-Geschichte. Neben dem Wirtschaftsanwalt und Fecht-Mannschafts-Olympiasieger von Montreal 1976 im Florett hatten sich noch der Schweizer Denis Oswald, seit 24 Jahren Präsident des Ruder-Weltverbandes, der aktuelle IOC-Finanzchef Richard Carrion aus Puerto Rico, Ser Miang Ng aus Singapur, Stabhochsprung-Weltrekordhalter Sergej Bubka aus der Ukraine und der Präsident des Internationalen Box-Verbandes, Ching-Kuo Wu aus Taiwan, der Wahl gestellt. Letzterer schied im ersten Durchgang aus, Bach erhielt dann im zweiten Wahlgang mit 49 Stimmen bereits die notwendige absolute Mehrheit unter den 93 Stimmberechtigten.

Von den 103 IOC-Mitgliedern hatten Mounir Sabet (Ägypten), Saku Koivu (Finnland) und Patrick Chamunda (Sambia) in Buenos Aires gefehlt. Präsident Jacques Rogge entschied, nicht mit abzustimmen. Zudem waren laut IOC-Statuten die Landsleute der Bewerber um das Präsidentenamt nicht stimmberechtigt. Dies traf auf die sechs IOC-Mitglieder Claudia Bokel (Deutschland), Joseph Blatter, Patrick Baumann, Gian-Franco Kasper, Rene Fasel (alle Schweiz) und Waleri Borsow (Ukraine) zu.

"Ich weiß um die große Verantwortung eines IOC-Präsidenten"
22 Jahre nach seiner Aufnahme ins Internationale Olympische Komitee als ambitionierter Advokat ist Bach als erster Deutscher auf dem Gipfel der Macht angekommen. "Ich will aus tiefem Herzen meinen Freunden danken. Das ist ein überwältigendes Zeichen des Vertrauens. Ich weiß um die große Verantwortung eines IOC-Präsidenten. Ich werde mein allerbestes tun", betonte der neu gewählte IOC-Präsident in einer ersten Stellungnahme und rief den Mitgliedern zu: "Ihr müsst wissen, meine Tür, meine Ohren und mein Herz sind immer offen."

Bach will sich ganz auf seine neue Herausforderung konzentrieren und seine Ämter weitgehend niederlegen. Bereits auf der nächsten Präsidiumssitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 16. und 17. September in Frankfurt am Main möchte er von seinem Posten als DOSB-Chef zurücktreten. Vor seiner Krönung in Argentinien hat Bach zehn Jahre unter Rogge als IOC-Vize gewirkt, in 14 Kommissionen mitgearbeitet und immerhin 15 Jahre in der Exekutive den Kurs der Welt-Organisation mitbestimmt. Das Präsidentenbüro im Lausanner IOC-Hauptquartier Chateau de Vidy steht bereits leer. Bach will dort bereits kommende Woche einziehen.

Auf den neuen starken Mann an der IOC-Spitze kommen sofort zahlreiche Herausforderungen zu. Die Winterspiele in knapp fünf Monaten in Sotschi sind durch drohende Terroranschläge, Menschenrechtsverletzungen und das heftig kritisierte Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland schon jetzt schwer belastet. Substanzielle Bauverzögerungen in Rio de Janeiro sorgen das IOC vor dem Sommerspiel-Spektakel 2016 an der Copacabana. Es gibt viel also zu tun. Bach fühlt sich bereit.

Kommentare

Schon wieder ein präpotenter arroganter Piefke.

Seite 1 von 1