Olympische Spiele London von

Skandal um Tickets

Londoner Polizei ermittelt gegen illegale Wucher-Verkäufe offiziell Beauftragter

Olympische Spiele London - Skandal um Tickets © Bild: Getty Images

Im Skandal um den illegalen Weiterverkauf von Olympia-Tickets hat die Londoner Polizei einem Zeitungsbericht zufolge Ermittlungen gegen autorisierte Tickethändler aus China, Serbien und Litauen eingeleitet. Laut "Sunday Times" wurden die Nachforschungen vergangene Woche im Rahmen der Anti-Betrugs-"Operation Podium" aufgenommen, nachdem die Beamten mehr als 20-stündiges Videomaterial gesichtet hätten, das ihnen die Zeitung zur Verfügung gestellt hatte. Nach Angaben des Blatts könnte es noch während der Sommerspiele mehrere Festnahmen geben.

Das Blatt hatte die Videoaufzeichnungen auch dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zur Verfügung gestellt. Sie zeigen demnach heimlich gefilmte Mitglieder verschiedener Nationaler Olympischer Komitees und offizielle Ticketverkäufer, die tausende Tickets aus den nationalen Karten-Kontingenten für den zehnfachen Preis verkaufen. Insgesamt sollen 54 Nationen gegen die IOC-Regeln verstoßen haben, mehr als ein Viertel der teilnehmenden Länder.

Ein Sprecher von Scotland Yard wollte den Zeitungsbericht zunächst nicht bestätigen. Er sagte lediglich, die Ermittler hätten im Rahmen der "Operation Podium" seit Freitag 16 Verdächtige festgenommen. Zwei Schwarzmarkthändler, ein 57-jähriger Deutscher sowie eine 30-jährige Slowakin, seien offiziell beschuldigt worden.

Trotz hoher Nachfrage leere Plätze
Anderseits gibt es aber auch IOC-Untersuchungen, warum trotz hoher Nachfrage am ersten Wettkampftag Zuschauerplätze freigeblieben sind. Die Aufteilung der Ticketkontingente an Sponsoren und nationale Olympia-Komitees wird in Großbritannien seit Monaten diskutiert. Viele Briten haben das Gefühl, dass Sponsoren und Funktionäre bei der Vergabe der Eintrittskarten unverhältnismäßig bevorzugt werden.

Das Organisationskomitee prüfe den Fall, sagte der für die Spiele zuständige Kulturminister Jeremy Hunt am Samstag. Die leeren Plätze in den Zuschauerrängen etwa beim Schwimmen, Tennis und Basketball seien enttäuschend gewesen. Sie seien offenbar für Sponsoren reserviert gewesen. "Aber wenn die nicht erscheinen, sollten sie für die Öffentlichkeit freigemacht werden. Das schafft die beste Atmosphäre", erklärte Hunt.