Olympische Spiele London von

3,2 Milliarden € TV-Einnahmen

Winterspiele 2010 und Sommerspiele 2012 bringen gewaltige Summe - und es kommt mehr.

Olympische Spiele London - 3,2 Milliarden € TV-Einnahmen © Bild: Reuters/MacGregor

3,914 Milliarden Dollar oder 3,19 Milliarden Euro - diese unfassbare Summe hat das Internationale Olympische Komitee allein aus dem Verkauf der TV-Rechte für die Winterspiele 2010 in Vancouver und die Sommerspiele 2012 in London eingenommen. Weitere 957 Milliarden Dollar (779 Mrd. Euro) fließen aus dem Sponsorenprogramm in die IOC-Kassen. Das geht aus dem Olympischen Marketing Fact File (Edition 2012) hervor.

Fernsehrechte vergibt das IOC seit 1960. Sie hatten zunächst aber nur symbolischen Wert. Für die Winterspiele in Squaw Valley erbrachten die TV-Rechte nur 50.000 Dollar, die Sommerspiele in Rom kosteten immerhin 1,2 Mio. Dollar. Die Winterspiele in Innsbruck 1964 (937.000 Dollar) und 1976 (11,6 Mio. Dollar) brachten ebenfalls noch geringe Einnahmen aus dem Verkauf der TV-Rechte, die erst mit den stark kommerzialisierten Spielen 1984 in Los Angeles und einem Ertrag von 286,9 Mio. Dollar einen Schub bekamen.

Innerhalb von 28 Jahren verzehnfachten sich die Einnahmen für das IOC. Für Vancouver gab das IOC TV-Einnahmen von 1,279 Mrd. Dollar (1,050 Mrd. Euro) an, für London lukrierte das IOC demnach 2,634 Mrd. Dollar (2,16 Mrd. Euro).

Bestzahler USA
Der Großteil der Einnahmen stammt aus den Rechten für den US-Markt. NBC, das seit 1992 stets die US-Rechte an den Olympischen Sommerspielen erworben hat, zahlte für die zu Ende gehende Olympiade zwei Milliarden Dollar. Die Rechte für den europäischen Markt brachten nicht einmal die Hälfte. Da setzte sich die EBU, der auch der ORF angehört, gegen die private Konkurrenz durch. Ausgenommen sind nur die Rechte an Satelliten-TV in Italien (Sky Italia).

Für die TV-Rechte für die Winterspiele 2014 in Sotschi und die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro rechnet IOC-Präsident Jacques Rogge mit Einnahmen von über vier Milliarden Dollar. NBC hat sich bereits die US-Rechte für 2014, 2016, 2018 (Pyeongchang) und 2020 (noch nicht vergeben) gesichert und zahlt dafür 4,382 Mrd. Dollar (3,6 Mrd. Euro). Sotschi 2014 kostete NBC mit 775 Mio. Dollar weniger als die "halben Heimspiele" in Vancouver (820 Mio. Dollar). Für Pyeongchang in Südkorea (Winter) blätterte NBC aber 963 Mio. Dollar hin, Rio (Sommer) kostete 1,23 Mrd. Dollar. Wer in Europa zum Zug kommt, ist noch offen. Das IOC hat im Vorjahr das Gesamtpaket der EBU abgelehnt und Einzelverhandlungen angekündigt.

Sponsoren legen kräftig ab
Auch im Sponsoring-Bereich nahm das IOC durch sein TOP-Programm so viel wie noch nie ein. Die elf TOP-Partner ließen sich die Rechte für Vancouver und London 957 Mio. Dollar (779 Mio. Euro) kosten. Das ist gegenüber der Periode mit den Spielen 2002 in Salt Lake City und 2004 in Athen (663 Mio.) eine Steigerung um fast die Hälfte. Für Turin 2006 und Peking 2008 flossen 866 Mio. Dollar (711 Mio. Euro) in die IOC-Kassa. Das TOP-Programm wurde 1985 eingeführt und brachte damals (Calgary 1986, Seoul 1988) 96 Mio. Dollar (78,8 Mio. Euro).

Die ersten Olympischen Spiele, die live via Fernsehen in den Wohnzimmern zu sehen waren, fanden übrigens auch in London (1948) statt. Damals konnten rund 500.000 TV-Zuschauer in einem Umkreis von 50 Meilen (80 km) rund um London die TV-Bilder empfangen. Die jüngsten drei Olympischen Sommerspiele wurden jeweils in 202 Ländern und Regionen übertragen und können theoretisch von 4,8 Milliarden Menschen gesehen werden. Der Host Broadcaster (OBS, Olympic Broadcasting Service) produziert 5.600 Stunden und damit um rund zwölf Prozent mehr als in Peking 2008 (5.000).