Olympiastadion "Spyridon Louis" in Athen eröffnet: Erst 6.500 Sitzplätze installiert

"Es muss aber noch einges gemacht werden"

Mit mehreren Monaten Verspätung ist in Athen das Olympia-Stadion "Spyridon Louis" eröffnet worden. In der 74.000 Zuschauer fassenden Arena werden am 13. August die Eröffnungsfeier der 28. Olympischen Spiele, danach die Leichtathletik-Wettbewerbe sowie das Fußball-Endspiel der Männer und am 29. August die Abschlussfeier stattfinden.

"Die rein sportliche Anlage ist super. Aber es muss noch einiges gemacht werden. Wir werden es schaffen", sagte die griechische 100-Meter-Europameisterin Ekaterini Thanou, die bei Olympia in Sydney Platz zwei belegt hatte. Laut Athener Organisationskomitee (ATHOC) soll das Olympiastadion bis Mitte Juli endgültig fertig sein. Nach offiziellen Angaben soll der Umbau des in seiner ursprünglichen Form bei der Leichtathletik-EM 1982 eröffneten Stadions 158 Millionen Euro gekostet. IOC-Präsident Jacques Rogge hatte kürzlich in einem Interview für die belgische Zeitung "Le Soir" Gesamtkosten von 191 Millionen Euro erwähnt.

Der Rasen und die Bahnen im Olympiastadion sind nach Aussagen von Athleten "perfekt". Allerdings waren erst rund 6.500 Sitze für die Zuschauer installiert. Auch das Dach steht und schützte am Donnerstag die Zuschauer vor der heißen Athener Sonne. Wie Architekten erklärten, entstehe durch das Dach ein permanenter Luftzug im Stadion, die "gefühlte" Temperatur liege dadurch etwa drei, vier Grad unter der tatsächlichen.

"Wir sind glücklich mit diesem Stadion. Auch die ganze Anlage rund herum sieht jetzt besser aus. Vorher war sie eine Wüste", sagte ein Zuschauer. Eine von Bäumen gesäumte, 300 Meter lange überdachte Promenade führt von der nächstgelegenen Stadtbahn-Station zum Stadion. Nebenan befindet sich "Maroussi 2" - das fertig gestellte Presse-Dorf.

Rund um das Stadion waren am Donnerstag fast überall noch Bauarbeiter mit schwerem Gerät zu sehen. Aus diesem Grund war die gesamte Anlage völlig verstaubt. Auf dem Dach arbeiteten noch Dutzende Arbeiter, die die Verglasung installierten. Zahlreiche Zufahrtsstraßen waren frisch geteert. Für die Fernsehübertragungen müssen noch mehrere tausend Kilometer Leitungen verlegt werden. (apa/red)