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Zwischenbilanz ÖOC-Präsident Stoss: "Mehr als zufrieden"

Zehn Medaillen, davon vier in Gold - Platz sieben im Medaillenspiegel

Olympia - Zwischenbilanz ÖOC-Präsident Stoss: "Mehr als zufrieden" © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Mit der bereits erreichten Medaillenanzahl von zehn Stück bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang ist das Österreichische OIympische Komitee (ÖOC) erfolgreicher unterwegs als vor vier Jahren in Sotschi. "Wir sind mehr als zufrieden, Pyeongchang scheint ein guter Boden für die österreichische Olympiamannschaft", sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss in einer Zwischenbilanz.

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Bis einschließlich Sonntag wurden vier Gold-, zwei Silber und vier Bronzemedaillen errungen. Vor vier Jahren in Russland waren es am Ende 4/8/5. Stoss bedankte sich für die Leistungen und die einwandfreie Disziplin, die die Athleten bisher an den Tag gelegt haben. "Wir haben einige überraschende Ergebnisse, bei einigen hat es nicht ganz gereicht. Aber so ist es nun einmal im Sport, man tritt nicht ganz alleine an, sondern insgesamt gegen 92 Nationen."

Gold für Hirscher, Mayer und Gleirscher

Die bisherigen Goldmedaillen eroberten Ski-Superstar Marcel Hirscher in Riesentorlauf und Kombination, Matthias Mayer im Super-G sowie Rodler David Gleirscher im Einsitzer. Silber gab es für Anna Veith im Super-G und die Rodel-Doppelsitzer Peter Penz/Georg Fischler. Über Bronze freuten sich Biathlet Dominik Landertinger (20 km Einzelbewerb), der Nordische Kombinierer Lukas Klapfer (Einzel Normalschanze), Katharina Gallhuber im Slalom sowie die Rodel-Team-Staffel mit Gleirscher, Penz/Fischler und Madeleine Egle. Weiters gab es bereits fünf vierte Plätze für das ÖOC-Team in Südkorea.

 David Gleirscher
© APA/ÖOC/Erich Spiess David Gleirscher

Die erste Woche sei von den Wetterbedingungen her mit Kälte und viel Wind hart gewesen, sagte Stoss. "Jetzt sind die Temperaturen deutlich milder, damit ist es auch angenehmer für die Zuschauer. Aber ein Zuseher kann sich ja entsprechend anziehen, dem ist weniger kalt. Aber die Rennläuferinnen und Rennläufer in ihren dünnen Anzügen haben natürlich unter den Temperaturen schon gelitten."

An den Winterspielen in Pyeongchang gefällt ihm, dass sie kompakt seien und vieles zu Fuß erreichbar sei. Das gilt vor allem für die Nordischen Ski- und die Biathlon-Bewerbe sowie den Eiskanal in Alpensia. Die Alpinzentren Jeongseon und Yongpyong sowie Snowboard/Ski Freestyle in Bokwang liegen freilich weiter weg. Die Eishallen an der Küste in Gangneung befinden sich im Olympischen Park.

Bedauern über Zuschauerkulisse

Bedauernd äußerte sich Stoss über die Zuschauerkulisse bei manchen Wettkämpfen. "Die Wettkampfstätten sind tipptopp, auch die Tribünen, die Zugänge für die Zuschauer. Da gibt es nichts auszusetzen. Allerdings sieht man bei den alpinen Bewerben schon eher ein geringeres Interesse, das sind vor allem Schlachtenbummler aus den jeweiligen Nationen, das scheint in Südkorea nicht so in zu sein." Eine schöne Kulisse gab es beim Herren-Riesentorlauf am Sonntag.

Und auch der Coastal Cluster mit den Hallen-Eisbewerben sei gut besucht. "Das hängt wahrscheinlich auch mit der sehr regen Teilnahme von südkoreanischen Sportlern zusammen." Außerdem hätten in Südkorea die Neujahrsfeierlichkeiten stattgefunden, an denen traditionell Familienbesuche anstünden. Nun habe man wieder mehr Zeit, zu den Wettbewerben zu kommen.

Am meisten ins Staunen gekommen sei er bisher aus österreichischer Sicht im Damen-Slalom, wo die Niederösterreicherin Katharina Gallhuber sensationell die Bronzemedaille gewann. "Das hat mich sehr berührt." Auch der Medaillengewinn des Nordischen Kombinierers Lukas Klapfer sei "großartig und unglaublich" gewesen.

© APA/HELMUT FOHRINGER Katharina Gallhuber

Am Samstag war er beim Damen-Super-G schon fast am Gehen, als die Riesenüberraschung in Person der Tschechin Ester Ledecka passierte, die Anna Veith noch um 1/100 die Goldmedaille wegschnappte. "Aber so ist es nun einmal, das Rennen ist zu Ende, wenn es zu Ende ist. Deshalb muss man immer auch bis zum Schluss warten." Selbstverständlich war er auch bei den Erfolgen von Marcel Hirscher mit dabei.

Stoss hält 15 bis 17 Medaillen für möglich

Für die verbliebenen sieben Wettkampftage wünscht sich Stoss einen weiteren Zuwachs an Medaillen. "Österreich wird in den ausstehenden Disziplinen noch das Allerbeste geben", ist Stoss überzeugt. 15 bis 17 Medaillen hält er für möglich. 17 waren es vor vier Jahren in Sotschi gewesen, es waren die dritterfolgreichsten Spiele für Österreich in der Geschichte.

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