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Olympia: Tausende freiwillige Helfer fielen aus

Etwa 30 Prozent sollen laut ihren Aufgaben nicht nachgehen

Rio hat ein Problem mit den freiwilligen Helfern. Tausende Volunteers seien nicht zu ihrem Dienst erschienen, berichteten lokale Medien. Etwa 30 Prozent gehen demnach ihren Aufgaben nicht nach. Genaue Zahlen gibt es jedoch keine.

Sie kontrollieren Eintrittskarten, geben Auskunft über Busfahrpläne oder wischen Spielfelder nach dem Regen trocken: die freiwilligen Helfer bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. 50.000 wurden rekrutiert, zehn Prozent sind Nichtbrasilianer aus rund 160 Ländern.

Laut einem Sprecher der Organisatoren haben vor allem an den ersten drei Tagen der Spiele viele aufgegeben, weil sie sich nicht von verärgerten Besuchern beschimpfen lassen wollten und auch sonst einiges nicht klappte. Aber: "Die Zahl der angetretenen Freiwilligen ist nie unter eine Marke gefallen, dass es ein Notfall gewesen wäre."

Die Freiwilligen bekommen kein Geld, sie können aber gratis essen und den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Die Organisatoren gaben zu, dass es vor allem zu Beginn Transport- und Verpflegungsprobleme gab sowie lange Wartezeiten an den Eingängen, weil Sicherheitspersonal fehlte. Zudem waren zahlreiche Freiwillige überfordert und gaben falsche Auskünfte, weil sie zu wenig gut ausgebildet wurden.

"Nach drei Tagen hatte ich genug", sagte der Schweizer Freiwillige Sämi in Rio zur Schweizer Nachrichtenagentur sda. Der junge Mann war für die Eingangskontrolle im Olympia-Park eingeteilt und sprach als Einziger Englisch. So hat er von den Instruktionen kaum etwas mitbekommen und hatte das Gefühl, "eher eine Hürde als eine Unterstützung" zu sein. "Es kommt hinzu, dass man bis zum Parkplatz alles selber zahlen muss." Das war dann unter dem Strich zu viel.

Ein Sprecher lobte die Helfer gegenüber der dpa dafür, dass sie "brasilianische Flexibilität" zeigten und schnell auf Probleme reagierten. An die 100 Mitarbeiter sorgten aber für nachträgliche Probleme: Sie gaben ihre Olympia-Akkreditierungen an andere Personen weiter. Ausbaden darf das nun das Militär, das zu verschärften Kontrollen an den Eingängen der Sportstätten angehalten wurde.

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