Olympia von

Skeleton: Flock
auf Platz Vier

Flock in Skeleton-Entscheidung von Platz eins auf vier

Olympia - Skeleton: Flock
auf Platz Vier © Bild: APA/AFP/Mark Ralston

Silber gewann die Deutsche Jacqueline Lölling, Bronze die Britin Laura Deas. Flock lag als Vierte am Ende 0,64 Sekunden hinter der Siegerin, ihr Vorsprung vor dem Lauf auf Yarnold hatte zwei Hundertstelsekunden betragen. Somit verpasste Flock die erste Skeleton-Medaille für Österreichs Frauen bei Olympia.

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Alles war angerichtet für Janine Flock. Der Traum nicht nur von der ersten österreichischen Olympia-Medaille im Damen-Skeleton, sondern sogar von Gold lebte bis zur letzten Athletin des vierten Laufes. Und das war die 28-jährige Tirolerin, die nach drei Läufen zwei Hundertstel vor der Britin Lizzy Yarnold geführt hat. Ein verpatzter Lauf ließ aus möglichem Gold aber unerwartet noch "Blech" werden.

Umbarmherziger Sport

Die zwei Hundertstel, die Flock voran gelegen war, fehlten dem weiblichen Aushängeschild des österreichischen Eiskanal-Sports am Ende gar zur ersehnten Medaille. Yarnold zauberte in Lauf vier mit 51,46 Sekunden einen Bahnrekord aufs Eis, Flock "zauberte" es ein wenig bei Kurve drei. Im umbarmherzigen Sport zu viel für die ehrgeizige Tirolerin.

Steiniger Weg hinter sich

Die ganze olympische Rodelfamilie des ÖRV war gekommen, um den eigenen Erfolgslauf mit Gold, Silber und Bronze vielleicht auch durch die Anwesenheit auf die Skeleton-Lady zu übertragen. Am Ende blieb nur das Mitgefühl: Einsitzer-Olympiasieger David Gleirscher nahm Flock tröstend in den Arm. So viele hätten es Flock, die auch wegen Querelen mit dem Verband einen steinigen Weg hinter sich hat, so gegönnt.

Von Platz eins auf vier

Als Führende, die auf Platz vier zurückgefallen ist, war sie auch für internationale Medien eine Geschichte und musste so ihre Gefühlslage vielfach erzählen. "Keine Ahnung, ich habe gemischte Gefühle. Ich muss es auch selbst erst einmal verdauen. Ich werde jetzt zuerst einmal meine Familie trösten müssen", sagte Flock gegenüber der APA. Im Publikum waren u.a. ihre Mutter und ihr Bruder Daniel.

»So ist der Sport, es geht um Hundertstel. Ich habe einfach einen Scheißfehler gehabt vor der dritten Kurve«

"So ist der Sport, es geht um Hundertstel. Ich habe einfach einen Scheißfehler gehabt vor der dritten Kurve. Das hat mich diesmal echt viel gekostet", gestand die zweifache Europameisterin. Auch am Start habe sie das eine oder andere Hundertstel liegen lassen. "Ich brauche Zeit, um das für mich Revue passieren zu lassen. Dann sehen wir wie es weiter geht."

Als sie die Vier auf der Anzeigetafel gesehen hatte, war die Enttäuschung groß: "Es ist sehr ernüchternd und ein sehr trockenes Gefühl am Anfang. Ich werde mir jetzt eine feine Zeit mit meiner Familie machen, gemütlich ein Schnapserl trinken und das alles verdauen."

Flock immer auf Medaillenkurs gelegen

Flock war vom Start des olympischen Bewerbs weg immer auf Medaillenkurs gelegen. Die Hobbyköchin verbesserte sich sukzessive nach Rang drei auf Position zwei und übernahm nach dem dritten Lauf sogar die Führung, ehe der Fall vom Podium kam. Bei Gleirscher hatte man Ähnliches befürchtet, als er der Reihe nach 1., 2. und 3. gewesen war - doch beim dem Rodel-Olympiasieger gelang am Ende der Sprung zu Gold.

Zweite Chance?

Ob Flock auch ein drittes Mal im Zeichen der Fünf Ringe antritt, weiß sie noch nicht. "Dafür müsste sich strukturell einiges im Verband ändern. Ich weiß nicht, ob ich unter diesen Voraussetzungen, wie es aktuell ist, weiterfahre. Schauen wir, was es für einen Lauf nimmt", erklärte Flock, die auf eine Fusionierung des Bob- und Skeletonverbandes mit dem ÖRV hofft. "Wenn das so der Fall ist und gewisse Leute nicht mehr tätig sind, dann fahre ich sicher weiter."

»Der vierte Lauf war leider Gottes der Schlechteste der vier«

Cheftrainer Michael Grünberger war die Enttäuschung ebenfalls anzusehen. Mit einer langen, tröstenden Umarmung begrüßte er Flock, ehe er den Medien Rede und Antwort stand. "Der vierte Lauf war leider Gottes der Schlechteste der vier. Ich habe schon vor dem Rennen gesagt, die Konstantesten werden die Medaillen machen. Janine war dreimal dabei und beim letzten Lauf hat sie eben gepatzt."

Die genaue Analyse des Funktionärs: "Sie hat die Einfahrt in die zweite Kurve gut erwischt, aber den zweiten Lenkpunkt um fünf bis sieben Meter zu früh gesetzt und ist dann bei der Ausfahrt an die Bande gekracht. Das hat sicher die zwei Hundertstel für Bronze gekostet und wahrscheinlich wäre es sich für Silber noch ausgegangen."

»Da kann man schon enttäuscht sein, Janine hat alles gegeben«

Yarnold hingegen habe einen "Bombenlauf" heruntergelegt. "Da kann man schon enttäuscht sein, Janine hat alles gegeben. Jetzt schauen wir, wie sich die nächsten Tage und Monate entwickeln. Ich hoffe, dass sie dann noch einmal für Peking angreift. Sie ist noch in einem guten Skeleton-Alter."

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