Sotschi 2014 von

Olympia: Neue Prioritäten für Schild

Auch Karriere der "bronzenen" Zettel neigt sich dem Ende zu: "Zwei Jahre noch"

Marlies Schild beim Feiern im Österreich-Haus. © Bild: APA/Helmut Fohringer

Das Kapitel Olympische Winterspiele ist für Marlies Schild seit Freitag abgeschlossen. Nun warten auf die Salzburgerin neue Aufgaben, auch abseits des Sports. "Die Prioritäten verschieben sich schön langsam, das spüre ich in mir", meinte die 32-Jährige rund 24 Stunden nach ihrer Fahrt zu Slalom-Silber.

Ob Schild ihre Karriere nach dem Weltcup-Finale im März in Lenzerheide beenden wird, ließ sie sich aber noch offen. "Das hängt von einigen Faktoren ab, vor allem vom körperlichen. Es wird nicht leichter, das merke ich", sagte Schild, die angesichts der WM kommendes Jahr in den USA aber lächelnd hinzufügte: "So eine WM wäre vielleicht noch einmal was."

Außerdem will sie ihren Allzeitrekord von 35 Slalom-Siegen im Weltcup noch weiter ausbauen. "Damit mein Polster ein bisschen größer ist."

Im Frühjahr wird sie sich die letzten metallenen "Andenken" an ihre schwere Verletzung aus dem linken Unterschenkel entfernen lassen, dann wolle sie stressfrei eine Entscheidung treffen.

Zeit für Nachwuchs

Dass die Familienplanung mit Freund Benjamin Raich immer mehr zum Thema wird, ist für Schild kein großes Geheimnis. "Da braucht man nicht lange drum herumreden, das ist auch ein entscheidendes Thema. Im richtigen Alter wär ich ja schön langsam."

Dass ihr nun Olympia-Gold daheim in der Sammlung fehlen wird, kann sie verschmerzen. "Ich hab mit einer tollen Aufholjagd Silber gewonnen, das will ich mir nicht vermiesen. Mikaela (Shiffrin, Anm.) hat sich die Goldene zu hundert Prozent verdient." Viel mehr überwiegt bei Schild der Stolz auf ihre Karriere. "Ich hab viel mehr erreicht, als ich mir jemals erträumt habe."

Dass sie die erste österreichische Wintersportlerin mit vier Olympia-Medaillen ist, erfuhr Schild erst am Samstagnachmittag. "Wow, cool", meinte sie angesichts dieser Bestmarke.

Letzte Spiele auch für Zettel

Kathrin Zettel, die hinter Shiffrin und Schild Slalom-Bronze gewann, ist zwar fünf Jahre jünger, ihre Karriere neigt sich aber ebenfalls dem Ende zu. Einen weiteren Start bei Olympia schloss sie bereits aus. "Das ist recht einfach zu erklären", sagte die Niederösterreicherin.

"Ich bin zwar erst 27, hab aber schon zehn Weltcup-Saisonen auf dem Buckel. Und jede Saison ist mit Schmerzen und gesundheitlichen Problemen verbunden. Da stellt sich die Frage, wie lange man sich das noch antun will. Vier Jahre auf jeden Fall nicht mehr. Ich würde sagen: Zwei Jahre noch", meinte Zettel, für die das Thema Familienplanung laut eigenen Angaben ebenfalls immer wichtiger wird. Die WM 2015 in Vail hat sie aber im Visier. "Die USA taugen mir, das geb ich mir schon noch."

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