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Die News-Medaillentipps

Olympia - Die News-Medaillentipps © Bild: GEPA pictures/ Kerstin Fruehwirth

Österreich fährt mit 105 Athleten (40 Frauen, 65 Männer) zu den 23. Olympischen Winterspielen nach Pyeongchang in Südkorea. Die Erwartungen sind hoch, obwohl bisher so erfolgreiche Medaillenlieferanten wie Skispringer, Biathleten oder Nordische Kombinierer in diesem Winter etwas schwächeln. Dafür dürfen sich neben Olympia-Topfavorit Marcel Hirscher andere Athleten wie zum Beispiel die junge Eisschnellläuferin Vanessa Herzog ernsthafte Chancen auf Edelmetall ausrechnen. News präsentiert unsere heißesten Kandidaten auf Gold, Silber und Bronze.

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Wer sind in Südkorea unsere heißesten Goldtipps?

Marcel Hirscher: Sowohl im Riesentorlauf wie im Slalom ist der 10-fache Saisonsieger (4x RTL, 6x SL) der Mann, den es in beiden Disziplinen zu schlagen gilt. Ob der 28-jährige Salzburger auch in der Alpinen Kombination (als Vizeweltmeister von 2017) an den Start geht, will er erst in Südkorea entscheiden.

Anna Gasser: Die 26-jährige Kärntnerin, Österreichs Sportlerin des Jahres 2017, ist im Big Air-Bewerb der Snowboarder Top-Favoritin auf die Goldmedaille. Bei den X-Games in Aspen holte sie im letzten Bewerb vor den Spielen überlegen den dritten Saisonsieg in ihrer Paradedisziplin.

© GEPA pictures/ Andreas Pranter Anna Gasser

Vincent Kriechmayr: Der Oberösterreicher ist neben Hirscher der einzige österreichische Weltcupsieger dieser Olympiasaison (Super-G Beaver Creek). Seine ansteigende Form bewies der 26-jährige zuletzt auch in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen, wo er mit Platz 2 erstmals in seiner Karriere auch in der alpinen Königsdisziplin auf das Podium fuhr.

Vanessa Herzog: Die 22-jährige Tirolerin feierte kürzlich in Erfurt ihre beiden ersten Siege im Eisschnelllauf-Weltcup (500 und 1.000 Meter) und zählt damit über beide Distanzen zum engeren Favoritenkreis. Das war vor ihr nur Emese Hunyadi gelungen, der Olympiasiegerin von Lillehammer 1994.

Vanessa Herzog
© APA/CHINA OUT STR / AFP Vanessa Herzog

Anna Veith: Seit ihrem Comeback-Sieg im Super-G von Val d’Isere im Dezember darf sich die Olympiasiegerin von Sotschi wieder Hoffnung auf eine Wiederholung ihres Triumphes machen. Wie kaum eine andere Rennläuferin kann die 28-jährige Salzburgerin gerade bei Großereignissen punktgenau ihre Bestform abrufen.

Wer sind unsere aussichtsreichsten Medaillenkandidaten?

Cornelia Hütter: Die Steirerin gewann im Dezember in der Abfahrt von Lake Louise das erste Rennen nach einer einjährigen Verletzungspause (Kreuzbandriss) und ist damit neben Anna Veith die einzige Weltcupsiegerin aus dem österreichischen Damenteam in diesem Olympiawinter. Der bisher einzige Super-G-Sieg der 25-jährigen Speedspezialistin im Weltcup liegt allerdings schon zwei Jahre zurück.

© GEPA pictures/ Mathias Mandl Anna Veith, Cornelia Hütter und Nicole Schmidhofer

Nicole Schmidhofer: Die Super-G-Weltmeisterin von St. Moritz 2017 hat heuer in ihrer Paradedisziplin zwei dritte Plätze zu Buche stehen, zuletzt in Cortina d’Ampezzo. Die 28-jährige gebürtige Kärntnerin, die heute in der Steiermark lebt, ist an einem guten Tag mit ihrer Risikobereitschaft jeder Zeit für eine Medaille gut.

Manuel Feller: Der 25-jährige Tiroler holte beim Riesentorlauf von Garmisch-Partenkirchen mit Platz 2 hinter Marcel Hirscher seinen ersten Podestplatz im Ski-Weltcup. Im Slalom, seiner eigentlichen Paradedisziplin, glänzte der Ski-Exzentriker mit seinem spektakulären Fahrstil bis jetzt nur durch Top-Zwischenzeiten. Jedenfalls zählt er in Südkorea in beiden technischen Disziplinen zu den heißesten Medaillenkandidaten unseres Herrenteams.

Manuel Feller
© APA/Expa/Johann Groder Manuel Feller

Michael Matt: Der jüngere Bruder des Slalom-Olympiasiegers von 2014 zählt in der Olympiasaison regelmäßig zu den Schnellsten im Stangenwald – hinter Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen. Seinen bisher einzigen Weltcupsieg feierte er im März 2017 in Kranjska Gora. Es wäre ein Märchen ganz nach dem Geschmack von Hollywood, wenn der 24-jährige vom Arlberg in Südkorea wie sein Bruder Mario den Top-Favoriten Hirscher „schachmatt” setzt.

Hannes Reichelt: Als Kitzbühel-Sieger von 2014 galt der Salzburger damals auch als „Goldkandidat” für Sotschi. Doch machte ihm kurz darauf der schwer lädierte Rücken und eine dringend notwendige Operation einen Strich durch alle Medaillenrechnungen. Ein Jahr später wurde der ÖSV-Teamsenior in Vail Super-G-Weltmeister. Mit mittlerweile fast 38 Jahren will er in Südkorea seine wohl letzte Chance auf eine Olympiamedaille nutzen.

Matthias Mayer: Vor vier Jahren überraschte der damals erst 23-jährige Kärntner die gesamte Konkurrenz und krönte sich in Sotschi zum Abfahrtsolympiasieger. Seither holte er auch im Weltcup vier Siege (2x Abfahrt, 2x Super-G), den letzten vor einem Jahr in Kitzbühel. In der bisherigen Olympiasaison fehlte in beiden Speed-Disziplinen immer nur wenig auf eine absolute Topplatzierung.

© GEPA pictures/ Mathias Mandl Matthias Mayer und Hannes Reichelt

Mixed Team Alpin: Erstmals werden auch bei Olympischen Winterspielen Gold, Silber und Bronze im Teambewerb vergeben. Bei Weltmeisterschaften war Österreich in diesem Parallelbewerb meist sehr erfolgreich unterwegs. Alles andere als eine Medaille für Österreich wäre daher eine Riesenenttäuschung.

Daniela Iraschko-Stolz: Rechtzeitig vor den Olympischen Spielen und nach elf Monaten verletzungsbedingter Wettkampfpause hat die inzwischen 34-jährige Steirerin am vergangenen Sonntag das Weltcupspringen in Ljubno (Slowenien) gewonnen. Die Silbermedaillengewinnerin von Sotschi fliegt jetzt voller Zuversicht nach Südkorea.

Julia Dujmovits: Die erste Olympiasiegerin aus dem Burgenland musste heuer lange um ihren Platz im Snowboardteam für Pyeongchang zittern. Ausgerechnet bei der Olympiageneralprobe in Bansko (Bulgarien) gelingt der 30-jährigen im Parallel-Riesentorlauf der erste Weltcuptriumph seit fast drei Jahren.

© GEPA pictures/ Matic Klansek Julia Dujmovits

Benjamin Karl: Der zweifache Olympiamedaillengewinner (Silber 2010 in Vancouver, Bronze 2014 in Sotschi), vierfache Weltmeister und Gesamtweltcupgewinner schaffte nach seiner schweren Sprunggelenksverletzung Anfang Dezember ein Blitz-Comeback und gewann vor zehn Tagen das Weltcuprennen in Rogla (Slowenien). Jetzt will er seine Medaillensammlung mit Gold komplettieren.

Andreas Promegger: Bei seinen bisherigen drei Olympischen Spielen konnte der mittlerweile 37-jährige Salzburger die Medaillenhoffnungen nicht erfüllen. Beim vierten Anlauf soll es für den zweifachen Weltmeister von 2017 endlich klappen. Die Form vor Olympia stimmt, das beweist der Weltcupsieg des Polizeisportlers vor kurzem in Slowenien.

Alexander Payer: Der 28-jährige Kärntner hat sich mit seinem ersten Weltcupsieg in Cortina für seine ersten Olympischen Spiele qualifiziert. Einziger Wermutstrophen: Freundin Sabine Schöffmann, aussichtsreiche Kandidatin für eine Olympiamedaille, verletzte sich im letzten Weltcuprennen schwer fällt daher für Südkorea aus.

Janine Flock: Auch wenn die Generalprobe auf der Olympiabahn im März 2017 kräftig daneben gegangen ist, darf sich Österreichs Skeleton-Ausnahmesportlerin nach ihren bisherigen Saisonleistungen berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen. Immerhin hat die 28-jährige Tirolerin heuer die Favoritinnen aus Deutschland schon ein Mal besiegt.

© GEPA pictures/ Hans Oberlaender Janine Flock

Peter Penz/Georg Fischler: Das Rodel-Duo aus Tirol stemmt sich regelmäßig gegen die „deutsche Übermacht” im Eiskanal und wandelt damit auf den Spuren der Linger-Brüder, die doppelten Doppel-Olympiasieger von Turin und Vancouver.

Wolfgang Kindl: Der zweifache Weltmeister von 2017 auf seiner Heimbahn in Innsbruck-Igls beendete die diesjährige Saison der Kunstbahnrodler als Zweiter der Weltcupgesamtwertung, hinter Felix Loch, dem deutschen Olympiasieger und Topfavoriten in Südkorea. Auch im Mixed-Bewerb darf sich der 29-jährige berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall mit dem österreichischen Team machen.

Stefan Kraft: Nach dem Stand der Dinge ist der Doppelweltmeister und Gesamtweltcupsieger von 2017 unser einziges „heiße Eisen” im Kampf um Edelmetall im sonst so erfolgsverwöhnten österreichischen Springerteam. Zum letzten Mal waren „unsere Adler” bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City ohne Medaille geblieben.

© GEPA pictures/ Christian Walgram Daniela Iraschko-Stolz und Stefan Kraft

Medaillenbilanz der Winterspiele in Sotschi

17 Medaillen hat Österreichs Olympiateam 2014 bei den letzten Winterspielen in Sotschi geholt und landete damit in der Nationenwertung auf Platz 9. Erfolgreichste Nation war vor vier Jahren Gastgeber Russland mit 33 Medaillen (13 x Gold, 11 x Silber, 9x Bronze). Im ewigen Medaillenspiegel der bisherigen 22 Olympischen Winterspielen belegt Österreich Platz 6 mit insgesamt 218 Medaillen (59 x Gold, 78 x Silber, 81 x Bronze).

Bis auf die Silbermedaille im Doppelsitzer-Rodeln gehen 2014 alle österreichischen Medaillen an Athleten des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV)

4x Gold: Anna Fenninger-Veith (Super-G), Julia Dujmovits (Snowboard), Matthias Mayer (Abfahrt), Mario Matt (Slalom)

8 x Silber: Nicole Hosp (Alpine Kombination), Marlies Schild-Raich (Slalom), Anna Fenninger-Veith (Riesentorlauf), Daniela Iraschko-Stolz (Skispringen), Marcel Hirscher (Slalom), Dominik Landertinger (Biathlon Sprint), Andreas Linger/Wolfgang Linger (Rodeln Doppelsitzer), Michael Hayböck/Thomas Morgenstern/Thomas Diethart/Gregor Schlierenzauer (Skispringen Team)

5x Bronze: Nicole Hosp (Super-G), Katrin Zettel (Slalom), Benjamin Karl (Snowboard), Lukas Klapfer/Christoph Bieler/Bernhard Gruber/Mario Stecher (Nordische Kombination Team), Christoph Sumann/Daniel Mesotitsch/Simon Eder/Dominik Landertinger (Biathlon Team)

Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin gelang Österreich mit 23 Medaillen (9x Gold, 7x Silber, 7x Bronze) der bisherige Allzeit-Rekord. In der Nationenwertung belegte Österreich damals Platz 3.