Sotschi 2014 von

Olympia: Björgen holt
drittes Langlauf-Gold

Die Norwegerin brilliert auch über 30 km. Insgesamt sechster Olympiasieg.

Marit Björgen ist nicht zu schlagen. © Bild: APA/EPA/Armando Babani

Wie vor vier Jahren in Vancouver ist Marit Björgen auch in Sotschi die unangefochtene Langlaufkönigin. Die Norwegerin gewann am Samstag über 30 km in der Skatingtechnik vor ihren Landsfrauen Terese Johaug und Kristin Störmer Steira ihren dritten Titel in Russland. Mit 6 x Gold, 3 x Silber und 1 x Bronze ist die 33-Jährige nun die erfolgreichste Wintersportlerin in der Olympiageschichte.

"Es ist unglaublich. Wir sind alle drei auf dem Podium, das war schon so lange Zeit ein Ziel von uns", meinte Björgen nach ihrem souveränen Erfolg. Im prestigeträchtigen Staffelbewerb hatte sie sich mit ihren Teamkolleginnen noch mit Platz fünf begnügen müssen. "Wir waren nicht gut in der Staffel, aber heute haben wir gezeigt, dass wir die Besten sind."

Sechs Goldene haben vor Björgen erst die Russin Ljubow Jegorowa 1992 und 1994 ebenfalls im Langlauf und Eisschnellläuferin Lidija Skoblikowa für die UdSSR in den 60er-Jahren geschafft. Das Duo hat aber weniger Silber- bzw. Bronzemedaillen. Außerdem stellte Björgen mit ihrer zehnten Medaille den Rekord von Stefania Belmondo (ITA) und Raisa Smetanina (UdSSR/GUS) ein, die das ebenfalls im Langlauf geschafft hatten.

Nur An noch erfolgreicher

2010 in Kanada war Björgen mit drei Goldenen, einer Silbernen und einer Bronzenen die erfolgreichste Sportlerin überhaupt gewesen. Diesmal teilt sie sich den Titel bei den Frauen mit der ebenfalls dreimal siegreichen Biathletin Darja Domratschewa aus Weißrussland. In Russland hatte sie auch schon den Skiathlon und mit Ingvild Flugstad Östberg den Klassik-Teamsprint gewonnen. Noch besser als das nordische Duo war nur der russische Shorttracker Victor An (3 x Gold, 1 x Bronze).

Im langen Skatingrennen zum Abschluss der Damen-Langlaufbewerbe in Krasnaja Poljana bejubelte die 33-Jährige mit Johaug (+ 2,6 Sek.) und Steira (23,6) einen Dreifach-Erfolg für die Langlaufnation. Ein Triplesieg war zuletzt 1992 den norwegischen Herren Vegard Ulvang, Björn Dählie und Terje Langli (30 km klassisch) gelungen.

Björgen betonte, dass sie sich mit dem Medaillenrekord nicht beschäftigt habe. "Ich habe nicht daran gedacht, sondern ich wollte dieses Rennen unbedingt gewinnen. Ich bin sehr glücklich, auch für meine Teamkolleginnen, das ist eine Art von Revanche für die Staffel", sagte Björgen.

Olympia-Start 2018 nicht ausgeschlossen

Ob sie auch 2018 noch am Olympiastart stehen wird, sei unsicher. "Ich denke vier Jahre sind eine lange Zeit, ich werde auch nicht jünger und denke auch daran, eine Familie zu haben", meinte die 33-Jährige. Sie wolle aber jedenfalls bis zur WM 2015 in Falun weitermachen. "Danach wird man sehen, ob ich die Motivation habe, um weiterzumachen. Aber heute ist es schwer zu sagen, was ich in vier Jahren machen werde", sagte die zwölffache Weltmeisterin.

Die polnische Titelverteidigerin und Klassikspezialistin Justyna Kowalczyk musste das neuerlich bei hohen Temperaturen in Szene gegangene Skating-Rennen nach 15 km aufgeben.

Stadlober mit Rang 20 zufrieden

Abseits der Medaillenentscheidung zeigte Österreichs Zukunftshoffnung Teresa Stadlober als 20. ein vielversprechendes Debüt auf der längsten Strecke.

"Es ist der 20. Platz geworden. Ich bin super zufrieden, weil das war das Ziel. Ich hätte mir heute in der Früh nicht gedacht, dass es so gut geht, weil ich doch schon müde bin von der Zeit hier und den Rennen", freute sich Stadlober über ihre Premiere über die Langdistanz. Dabei wäre für die einzige Österreicherin im Feld sogar noch eine bessere Platzierung, zumindest unter den Top 15, möglich gewesen.

Stadlober hatte sich sukzessive vom 35. Rang über Platz 24 nach 10 km bis auf Platz 18 zur Halbzeit nach vor gearbeitet und war in einem Pulk von nur knapp vor ihr liegenden Läuferinnen. Dann entschied die Salzburgerin aber, nach zwei Drittel des Rennens, den Ski zu wechseln. "Das war sicher ein kleiner taktischer Fehler. Nach 10 km ging der Ski noch super, bei km 15 habe ich gedacht, dass er schon abgebaut hat, und wenn es so nass ist, fängt der Ski dann zum Saugen an."

Als Stadlober, die mit 21 Jahren eine der jüngsten Starterinnen im Feld war, in die Wechselzone gefahren ist, hat sie schon gesehen, dass diesen Extraweg nicht viele wählen."Beim Rausfahren hab mir schon gedacht, dass das wahrscheinlich nicht so optimal war." Denn Stadlober verlor den Anschluss an die Gruppe und musste alleine laufen. "Das sind Erfahrungen, die man macht. Beim nächsten 30er geht es dann sicher noch ein bisserl besser."

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