Nordische Kombination von

Olympia: 2. Chance für Kombinierer

Christoph Bieler: "Auf der großen Schanze ist eher mit uns zu rechnen"

Die nordischen Kombinierer © Bild: APA/ÖOC/ERICH SPIESS

Die Ränge 11, 12, 18 und 19 zum Auftakt waren nicht das Gelbe vom Ei für Österreichs Nordische Kombinierer. Doch nun soll es in den beiden weiteren Olympia-Bewerben auf der Großschanze aufwärtsgehen. In den Trainings zeigten Mario Stecher, Christoph Bieler, Bernhard Gruber und Lukas Klapfer, der gegenüber Willi Denifl den Vorzug erhielt, eine klare Aufwärtstendenz.

Cheftrainer Christoph Eugen entschied sich für das Quartett. Klapfer entschied die Ausscheidung am Montag für den heutigen Bewerb (10.30/13.00 Uhr MEZ) zu seinen Gunsten. Aufgrund der Saisonleistungen waren die Österreicher schon nicht als heiße Medaillenkandidaten in den West-Kaukasus gereist, und dies hat sich im ersten Bewerb bestätigt.

"Es gibt einen Ruck durch die Mannschaft"

Doch neue Schanze, neue Chance. "Wir haben schon gezeigt, was wir schon gesagt haben: Mit uns wird auf der großen Schanze eher zu rechnen sein", sagte Christoph Bieler zur APA. "Das taugt uns, das gibt auch ein bisschen einen Ruck durch die Mannschaft", glaubt der 36-jährige Tiroler und zweifache Papa. Die Trainingsleistungen seien geschlossen gut gewesen. "Das gibt den nötigen Auftrieb und die Spirale fängt an, sich nach oben zu drehen. Das ist geil für die letzten zwei Bewerbe."

Auch der sechsfache Rekord-Olympionike Mario Stecher sieht es ähnlich. Der gleich alte Steirer weiß, er braucht einfach einen sehr guten Sprung. "Mit so einer Leistung ist man durchaus in der Lage, auch recht weit vorne mitzumischen." Er macht sich aber keine Illusionen: Die besten Chancen der rot-weiß-roten Equipe liegen im Miteinander, also am Donnerstag im abschließenden Teambewerb.

"Das ist definitiv so. Wenn man heuer meine Rückstände sieht in der gesamten Saison mit einer Minute bis zu 1:20, dann war das auf der kleinen Schanze genau das, was ich das ganze Jahr geboten habe", analysierte der zweifache Team-Olympiasieger. "Ich habe immer gesagt, mit einem guten Sprung habe ich die Chance vorne mitzukämpfen, der ist mir halt auf der kleinen nicht gelungen."

Bernhard Gruber hat sein Lächeln wiedergefunden

Einer, der sein Lächeln wieder gefunden hat, ist Bernhard Gruber. Er musste im ersten Bewerb noch zuschauen, doch der Hobby-Musiker, der sich auf großen Schanzen wohler fühlt, bekommt nun seine Chance. "Wenn ich bei mir bleibe und meine gute Technik springe, dann geht sich die Bernie-Bombe aus", freute er sich nach Training zwei über einen 140,5-m-Flug.

Gruber hat vor einem Jahr die Generalprobe auf dieser Schanze gewonnen und war mit dementsprechend positiver Einstellung nach Russland geflogen. "Mir kommt vor, das Tal hat eine Kraft, wo man sich eine Energie holen kann." Gruber schwärmt von der "irrsinnig schönen Landschaft".

Und er glaubt, dass er und seine Kollegen weit besser abschneiden werden, als zum Auftakt. "Wir waren mannschaftlich im ersten Bewerb geschlossen gut beim Laufen. Wir können voller Selbstvertrauen in die Wettkämpfe gehen, die Großschanze liegt uns mehr, da kommen wir mehr ins Fliegen", versprüht der "Burner", wie ihn seine Kollegen nennen, Zuversicht.

Start von Favorit Frenzel steht auf der Kippe

Ganz vorne sind aber die üblichen Verdächtigen zu favorisieren. Allerdings steht hinter Favorit Eric Frenzel, der den Einzelbewerb von der Normalschanze gewonnen hat, ein dickes Fragezeichen. Wegen einer Virusinfektion ließ er das Abschluss-Training aus, erst am Wettkampftag sollte entschieden werden, ob er überhaupt antritt.

Stark zeigte sich im Großschanzen-Training aber auch Björn Kircheisen, der im ersten Bewerb nicht dabei war, sich nun aber qualifiziert hat. Zu rechnen ist wieder mit den Norwegern Magnus Krog (Bronze zum Auftakt) und Moan (5.) sowie dem "versilberten" Japaner Akito Watabe.

Nicht außer Acht lassen sollte man Jason Lamy Chappuis. Der Franzose hatte den falschen Ski zum Auftakt erwischt und war als starker Läufer vom achten Sprungrang auf den 35. Platz zurückgeworfen worden. Mit den richtigen Latten unter den Füßen könnte er um Medaillen mitkämpfen.

Österreicher im Teambewerb Titelverteidiger

Schon zwei Tage nach dem Großschanzen-Bewerb geht am Donnerstag der Team-Bewerb (1 Sprung Großschanze/4x5 km Loipe) in Szene. Österreich hat diesen vor vier Jahren in Vancouver und auch vor acht in Turin gewonnen.

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