Sotschi 2014 von

Olympia: Hirscher nach
Slalom-Silber erleichtert

Salzburger fiel nach Aufholjagd "200-Kilogramm-Steinbrocken" vom Herzen

Marcel Hirscher freut sich über Silber. © Bild: APA/EPA/Vassil Donev

Marcel Hirscher stand am Samstagabend in Russland mit dem Rücken zur Wand. Nach "Blech" im Riesentorlauf lag der Salzburger zur Halbzeit des Slaloms nur auf Rang neun, die heiß ersehnte erste Olympia-Medaille schien in weiter Ferne. Doch dann zeigte der 24-Jährige den ersten "echten" Hirscher-Lauf in Krasnaja Poljana und wurde noch mit Silber belohnt.

"Der Steinbrocken, der mir heute vom Herzen gefallen ist, war 200 Kilogramm schwer", meinte Hirscher unmittelbar nach dem Rennen. Auf die Frage, warum bei ihm im zweiten Lauf der Knoten platzte, antwortete Hirscher mit einem kurzen Atemhauch in den russischen Nachthimmel. "Weil's endlich halbwegs Winter geworden ist", sagte Hirscher.

"Wenn ich mich da umschaue, es glänzt endlich, es ist fast eisig. Da konnte ich endlich das fahren, das ich kann", freute sich der Annaberger über den kleinen, aber für ihn entscheidenden Temperatursturz in den Abendstunden. Hirscher hat angesichts des großen Rückstands zur Halbzeit (0,53 Sekunden fehlten auf Bronze) alles auf eine Karte gesetzt und im Finale alles riskiert. "Das war eine All-in-Geschichte", bediente sich Hirscher der Poker-Sprache.

Lob an Kurssetzer Kostelic

Während zahlreiche gescheiterte Mitfavoriten die Kurssetzung von Ante Kostelic im zweiten Lauf scharf kritisierten, sah es Hirscher, der sich für seine Darbietung in Lauf eins "fast schämte", ganz anders. "Hut ab Herr Kostelic, das traut sich nicht jeder. Es war dank ihm spannend, und wir wollen ja alle spannende Rennen sehen."

Kurz hatte Hirscher während der Fahrt des zur Halbzeit führenden Teamkollegen Mario Matt sogar an Gold geglaubt. "Klar spekuliert man ein bisschen, ich hatte die Goldene noch nicht abgeschrieben. Kurz hab ich gedacht: 'Pfau, das war sauknapp.'"

Doch unterm Strich überwog beim zweifachen Gesamt-Weltcup-Gewinner ganz klar die Freude. "Ich glaube, dass jeder weiß, wie wichtig es gerade für mich ist, dass ich mit einem Übergepäck nach Hause komme. Ich bin sauhappy." Und mit seinem um zehn Jahre älteren Teamkollegen konnte sich Hirscher mitfreuen: "Das waren Marios letzte Spiele, er hat sich diesen krönenden Abschluss verdient."

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