Sotschi 2014 von

Olympia: Hirscher nach
Riesentorlauf-Blech tief enttäuscht

"Wahrscheinlich wär es sogar besser gewesen, wenn ich ausgeschieden wäre."

Marcel Hirscher ist tief enttäuscht. © Bild: APA/Helmut Fohringer

Ski-Superstar Marcel Hirscher hat am Mittwoch bei seinem ersten Auftritt bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi die Höchststrafe ausgefasst. Der Salzburger landete im Riesentorlauf auf Rang vier. Bereits 2010 in Vancouver hatte Hirscher mit den Rängen vier im Riesentorlauf und fünf im Slalom hauchdünn die Medaillenränge verpasst. Die nächste Chance folgt am Samstag im Slalom.

"Ich fühle mich beschissen", meinte der 24-Jährige auf die Frage, wie nach diesem bitteren Rennausgang seine Gefühlslage aussehe. "Was hab ich von einem vierten Platz?", fragte der am Boden zerstörte zweifache Gesamt-Weltcup-Sieger. "Da kann ich gleich daheimbleiben. Nur weil's so schön da ist, brauch' ich nicht herfahren."

Wie bitter dieser vierte Platz für Hirscher ist, beweist auch ein Blick auf die Statistik seiner Weltcup-Riesentorläufe. In den jüngsten 22 Rennen ist Hirscher lediglich zwei Mal nicht in die Top-Drei gefahren. "Das war wirklich das blödeste Rennen, um nicht aufs Stockerl zu fahren. Aber einer muss halt der erste Verlierer sein."

Marcel Hirscher ist tief enttäuscht.
© APA/Helmut Fohringer Marcel Hirscher kann es nicht fassen

Seine Ergebnisse in Vancouver hatte Hirscher, der damals 20 Jahre alt war, durchaus als Erfolg gesehen. Den vierten Rang in Russland kann er aber keinesfalls von einer positiven Seite betrachten. "Was soll man da sagen: 'Rockstar Hirscher Vierter, Juhu?'. Wahrscheinlich wär es sogar besser gewesen, wenn ich ausgeschieden wäre. Das wäre gescheiter gewesen als Vierter zu werden, vor allem schon das zweite Mal."

Nirgends so flach wie in Sotschi

Die Gründe für die verpasste Medaille liegen auf der Hand. "Es ist nirgends im gesamten Weltcup annähernd so flach wie da. Auf so einem Hang kann ich halt nicht mehr." Dass es ein Olympia-unwürdiger, weil zu leichter Hang war, wollte Hirscher aber nicht sagen. "Das wäre Sudern, und das will ich nicht. Aber es steht da alles unter keinem guten Stern."

Deshalb kann sich Hirscher auch rein sportlich gar nicht viel vorwerfen. "Die Fahrt war nicht lupenrein, aber okay, nicht so schlecht." Die Funksprüche der ÖSV-Trainer dürften Hirscher an diesem Tag nicht wirklich geholfen haben. Auch ÖSV-Teamkollege Philipp Schörghofer erwähnte, dass ein Hinweis für den Fahrstil im oberen Bereich eher hinderlich war. Empfohlen wurde eine runde Fahrweise, gefragt wäre aber laut Schörghofer und Hirscher der direktere Weg gewesen.

Ligety in eigener Welt

Die Überlegenheit von Goldmedaillengewinner Ted Ligety müsse man neidlos anerkennen. "Das ist so eine extreme Überlegenheit auf so einem Hang. Im zweiten Durchgang ist er nur mehr auf einen Kaffee da runter gefahren", meinte Hirscher über den US-Amerikaner.

Den Glauben, dass der vierte Platz Extramotivation oder die berühmte Wut im Bauch für den Slalom bringe könne, hatte Hirscher so kurz nach dem Rennen noch nicht gefunden. "Nein, nein, ganz sicher nicht. Daran gibt es nichts positives." Schließlich sei auch der Slalom-Hang keinesfalls ein klassischer, steiler "Hirscher-Hang".

Aufgegeben hat Hirscher den Kampf um seine erste Olympia-Medaille aber natürlich noch lange nicht. "Das Hirscher-Werkl hat sicher nicht aufgehört zu rennen. Es geht schon weiter. Deshalb werde ich sicher nicht die Ski ins Eck stellen", meinte Österreichs "Sportler des Jahres 2012".

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Kommentare

Mein Gott tut mir der Hirscher leid; na so was ,der hang zu Flach ,wegen ihm werdens den Hang steiler machen, entweder man kann Schifahren oder nicht.

Ist trotzdem unser Bester!

Völlig richtig.
Lieber am Limit ausscheiden, als nicht alles probiert zu haben.
Olympia hat immer schon unerwartete Ergebnisse gehabt, weil die alpinen Strecken eben nicht denen vom Weltcup entsprechen.

für unsere "verhätschhelten" Schistars wäre es am besten, wenn
nur 3 Österreicher starten dürften und sonst niemand.
Wenn man wirklich ein Star ist, muss man anerkennen, dass
auch andere Länder das Recht haben zu gewinnen.
Ich bin von dieser weinerlichen Haltung von M. Hirscher enttäuscht.

Ein vierter Platz ist sicher eine Enttäuschung, aber die Aussage es wäre besser auszuscheiden ist für alle die Dir die Daumen drücken ein Schlag ins Gesicht. Auch die Gegner sind exzellente Rennläufer. Solche Meldungen sind negativ und können Dich unbeliebt machen. Viel Glück für Samstag beim Slalom !

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