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Die irren Sponsoring-Regeln

IOC schützt offizielle Kooperationspartner in London mit grotesken Methoden

Olympia - Die irren Sponsoring-Regeln © Bild: REUTERS/Winning

Das Pommes-Monopol von McDonald's ist nur die Spitze des Eisbergs. Das IOC überlässt beim Schutz der Interessen seiner Sponsoren nichts dem Zufall und geht dabei nach Meinung vieler Kritiker zu weit.

Prinzipiell kann man sich die Frage stellen ob McDonald's, der Schokoladehersteller Cadburys, Biergigant Heineken und der Softdrink-Riese Coca Cola tatsächlich diejenigen Firmen sind, die am ehesten mit den sportlichen Höchstleistungen und dem olympischen Gedanken assoziierbar scheinen. Aber unabhängig davon schreiten mit den Sponsorendeals Rechte einher, die weit über das übliche Maß bei sportlichen Großereignissen hinausgehen.

Bezahlen nur mit Visa
Über das Pommes-Monopol von McDonald's , das es dem US-Fast-Food-Riesen ermöglicht, exklusiv an allen 40 Olympiastandorten frittierte Kartoffeln zu verkaufen, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Aber auch Bierhersteller Heineken, Coca Cola oder Schokoladehersteller Cadburys haben ganz ähnliche Garantien zur Exklusivität für ihre jeweiligen Produkte.

Noch einen Schritt weiter geht dabei Visa. Dort muss die olympische Exklusivität erst auf besonders bizarre Weise hergestellt werden. An den offiziellen Spielstätten in London werden Bankomaten positioniert, die ausschließlich mit Visa-Karte bedienbar sind.

Werbung mit London verboten
Doch damit nicht genug. Um ihre Sponsoren vollends zu schützen, wird das Olympische Komitee zusätzlich 300 Personen ausschicken, die keine andere Funktion haben, als zu überprüfen, ob sich auch wirklich alle Firmen in Großbritannien an das Verbot, bestimmte Worte zu Werbezwecken zu verwenden, halten. "Gold", "Silber", "Bronze", aber groteskerweise auch das Wort "Sponsoren" oder selbst "London" dürfen in diesem Zusammenhang nicht verwendet werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert hohe Geldstrafen.

Wie der "Independet" berichtet, verteidigt sich das Olympische Komitee damit, dass die Sponsoren, die sehr viel Geld investiert hätten, nur so zu ihrem Engagement bereit wären und es ungerecht sei, wenn andere Firmen den selben Werbewert lukrieren wollen, ohne dafür zu bezahlen.

Nicht minder grotesk erscheinen da die Auflagen für Webseiten, die zur offiziellen Olympiaseite verlinken. Diese mögen auf abfällige, falsche oder irreführende Berichterstattung verzichten. Hier ist allerdings kaum davon auszugehen, dass das IOC Chancen hätte, zehntausende Seiten mit abfälliger Berichterstattung, was auch immer man genau darunter versteht, sperren zu lassen.

Kommentare

Oliver-Berg
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Korruption um große Sportveranstaltungen... Damit beweist das IOC das der olympische Gedanke nur mehr am Papier steht, denn in Wahrheit geht es schon lange nur mehr um das große Geschäft.

Psychologisch interessant ist das der Hersteller einer fade schmeckende Limonade, ein Bierhersteller, der ein Bier erzeugt, das eigentlich überhaupt nicht schmeckt und ein Fritten- und Burgerbudenfranchiseunternehmen das noch dazu Kartoffeln minderer Qualität mit noch schlechterem Öl frittiert offensichtlich das große Geschäft um die Versorgung der Sportstätten machen.

Den Veranstaltern geht es eigentlich nicht mehr um den Sport sondern nur mehr darum sich unter dem Deckmantel von Sponsoring eigene Taschen für die Funktionäre zu füllen. FIFA und IOC sind so organisiert wie die Mafia. Gratuliere herzlich. Ich werde bei Olypmia nicht zuschauen.

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Re: Korruption um große Sportveranstaltungen... 1. dass dir, Oliver-Berg, Cola, Mc´Donalds und Heineken nicht schmeckt, das wird die Entscheidung des Olympischen Komitees wahrscheinlich nicht in ín der Wahl ihrer Sponsoren beeinflussen - nicht umsonst sind das so große Firmen weil der Absatz stimmt.
2. Wenn ich eine Werbung im TV schalte, dann will ich ja auch nicht, dass mit dem slogan, den ich bezahle, Werbung gemacht wird. Also ist das schon okay so. Wenn jemandem dass gegen den strich geht, dann soll er sein eigenes essen mitnehmen, spricht ja nix dagegen. Oder eben nicht zuschauen, so wie du. (sagst du das nur so, oder bist du wirklich so ein idealist?)
3. die Mc´ Donalds Kartoffel kommen aus AT, schaust du keine WErbung;-)

Jetzt tut NEWS... ... als ob das etwas Neues wäre!
Das ist seit Jahrzehnten hinlänglich bekannt! Nur eines daran stimmt so nicht: Es geht nicht darum, dass die Sponsoren so viel dazu tun, um Besucher ordentlich zu versorgen, sondern es geht um die riesigen Bestechungssummen, die IOC &CO kassieren - gleich wie bei der FIFA, FIA, etz.

Das Schlimmste, was man dem Sport antun kann!

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Wenn dies eine Besatzungsmacht täte Stellen wir uns mal vor ein Land wird von fremden Invasoren besetzt und die Besatzungsmacht setzt alle diese Regeln durch.

Die einheimische Bevölkerung wäre dann wohl mindestend so wütend wie die Afghanen auf die US-Besatzer.

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Re: Wenn dies eine Besatzungsmacht täte Häää? Wer ist jetzt die Besatzungsmacht und wer die Afghanen?

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