Olivenöl im Test von

Bittere Wahrheiten

Konsument-Test bringt Olivenöl-Schwindel ans Tageslicht: Fünf von 15 fallen durch

Olivenöl im Test - Bittere Wahrheiten © Bild: Corbis

Das Testmagazin Konsument hat 15 Olivenöle unter die Lupe genommen und dabei bittere Wahrheiten ans Tageslicht gebracht. Die vermeintlich gesunden Öle sind mit Schadstoffen versetzt, die Angaben hinsichtlich der Herstellungsart oft schlichtweg falsch. Fünf Produkte bestanden die Prüfung gleich gar nicht.

"Spitzenqualität wird deklariert, aber nicht geliefert", kritisiert VKI-Geschäftsführer Franz Floss. "Das ist besonders ärgerlich, da es sich bei Olivenöl um ein Produkt handelt, das als gesundheitsfördernd empfohlen wird." Fünf Öle, die als "nativ extra" gekennzeichnet sind, bestanden die Prüfung eines akkreditierten Expertenpanels nicht: Carapelli , Natürlich für uns , Montolivo , Rapunzel und S-Budget . Hierbei handelt es sich um Öle zweiter Güteklasse.

Unerlaubte Manipulation
Darüber hinaus vergab der VKI bei den Olivenölen von S-Budget und Spar Natur Pur gleich gar kein Testurteil, da bei ihnen der Verdacht auf mangelnde Frische oder Wärmebehandlung besteht. Letztere ermöglicht es, leicht fehlerhafte Öle qualitativ zu "verbessern". Alles in allem handelt es sich hier um unerlaubte Manipulationen.

Schadstoffe im Öl
Die Olivenöle wurden auf Schadstoffe wie Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Es stellte sich heraus, dass kein einziges Öl frei von Schadstoffen ist, wenn viele auch nur knapp über der Bestimmungsgrenze liegen. Dennoch: "Weder PAKs noch Weichmacher sollten in Olivenöl enthalten sein", kritisiert VKI-Ernährungswissenschafterin Mag. Nina Zellhofer.

Weichmacher und Co.
"In jedem Öl sind ein bis drei Weichmacher nachzuweisen. Insbesondere Altis , Natürlich für uns und Rapunzel fallen negativ auf. Hier wurde der für Lebensmittel festgelegte Wert von 1,5 mg/kg überschritten." Was die Anzahl der PAK betrifft, gibt es große Unterschiede: Im besten Fall stecken nur vier verschiedene PAK im Öl ( Altis , Conte de Cesare , Echt Bio ), im schlechtesten sieben ( Bertolli , Ja! Natürlich und Natürlich für uns ).

Kennzeichnung fehlerhaft
Was die Kennzeichnung hinsichtlich des Herkunftslandes betrifft, gibt es kaum etwas zu beanstanden. Die Früchte kommen in der Tat aus jenen Ländern, die auf den Flaschenetiketten vermerkt sind: Griechenland, Italien und Spanien. Weniger gut sieht es dagegen bei den Hinweisen zur Ölgewinnung aus. Die Aussage, dass Ja! Natürlich und Iliada geben an, ihr Olivenöl nach traditioneller Art zu pressen. Es stellte sich heraus, dass die Angabe auf dem Etikett von Ja! Natürlich fehlerhaft ist. Iliada bevorzugte es, hierzu keine Stellung zu nehmen.

Gutes zum Diskonterpreis?
Echt Bio von Penny erzielte als bestes Produkt im Test eine "gute" Gesamtwertung. Mit 7,99 Euro pro Liter liegt es im preislichen Mittelfeld der 15 getesteten Olivenöle. Diese sind zwischen 3,45 und 12,98 Euro erhältlich. Doch lässt sich um einen solchen Preis gutes Olivenöl produzieren und nachhaltig wirtschaften? Ein Ölbaum wirft rund 20 Kilo Oliven ab. Für einen Liter Öl braucht es bereits fünf Kilo Früchte, ergo macht das vier Flaschen pro Baum. "Bezieht man sämtliche Kostenfaktoren mit ein, die sich bei Produktion, Transport und Vertrieb ergeben, stellt sich die Frage, wie dies bei einem Preis um rund vier Euro machbar ist", so Floss.