"Oldie" Walchhofer will es nochmal wissen:
35-Jähriger gewinnt Abfahrt in Lake Louise

Ist damit ältester Weltcup-Sieger in Königsdisziplin Ende der ÖSV-Abfahrtsmisere: Scheiber wird Zweiter

"Oldie" Walchhofer will es nochmal wissen:
35-Jähriger gewinnt Abfahrt in Lake Louise © Bild: GEPA/Kneisl

Michael Walchhofer hat Österreichs Abfahrts-Herren erlöst und nach 630 Tagen bzw. mehr als 20 Monaten wieder für einen ÖSV-Weltcupsieg in der alpinen Königsdisziplin gesorgt. Der Salzburger triumphierte in der ersten Saisonabfahrt in Lake Louise überlegen in 1:47,78 Minuten und kürte sich mit 35 Jahren und sieben Monaten zum ältesten Sieger einer Weltcup-Abfahrt. Der Osttiroler Mario Scheiber wurde ex aequo mit dem Norweger Aksel Lund Svindal Zweiter (je +0,55 Sek.).

"Es lacht sich irrsinnig leicht nach einem solchen Saisonstart. Das ist eine Riesenfreude", betonte Walchhofer mit einem breiten Grinsen nach seinem insgesamt 16. Weltcupsieg, dem 12. in der Abfahrt, jedoch der erste in der Königsdisziplin seit Gröden 2008. "Dabei ist mir die Fahrt nicht perfekt vorgekommen. Dass ich trotzdem so weit vorne bin, lässt mich positiv zu den nächsten Rennen blicken. Ich habe hier in Lake Louise (29.11.2003, Anm.) meinen ersten Abfahrts-Weltcupsieg gefeiert, ich hoffe, das war nicht der letzte", meinte der Hotelier aus Zauchensee, der heuer seine letzte Weltcup-Saison bestreitet. Und dass er die rot-weiß-rote Abfahrtsmisere beendete, bezeichnete Walchhofer als "Traum".

"Der Ski ist mördermäßig gelaufen"
Neben einer perfekten Fahrt im unteren Teil war es vor allem der optimale Ski, der diesen wahr machte. "Der Ski ist mördermäßig gelaufen. Ich habe einen anderen als am Freitag im Training genommen", verriet Walchhofer. Scheiber verpasste seinen ersten Weltcupsieg erneut, hatte aber auch mit seinem insgesamt neunten zweiten Platz in einer Speed-Disziplin (sechs davon in der Abfahrt) seine Freude. "Denn ich bin ja hier in der Abfahrt bisher nie unter die besten 20 gekommen. Ich habe den unteren Teil recht gut erwischt, aber der 'Walchi' war unten viel zu schnell", erklärte der 27-Jährige.

Der Steirer Klaus Kröll, der am 7. März 2009 in Kvitjell für den bisher letzten ÖSV-Herren-Sieg in der schnellsten Alpin-Disziplin gesorgt hatte, komplettierte als Sechster das starke ÖSV-Ergebnis in Kanada. "Für unser Team ist dieses Ergebnis ein Traum", meinte Scheiber. "Wir sind stärker geworden im ganzen Paket. Mit dem neuen Cheftrainer Mathias Berthold ist ein frischer Wind reingekommen." Und Svindal traut Österreichs Herren-Team nun wieder Siegesserien wie früher zu. "Sie sind sicher die stärkste Mannschaft im Weltcup", gab der Super-G-Olympiasieger zu Protokoll.

(apa/red)