Oldie Rüstü wird für Türkei zum Goldie: Licht und Schatten im Spiel gegen Kroatien

Verschuldete Gegentor, dann Held im Elferschießen Parierte den entscheidenden Penalty von Petric

Oldie Rüstü wird für Türkei zum Goldie: Licht und Schatten im Spiel gegen Kroatien © Bild: Reuters/Ebenbichler

Glück und Unglück liegen für einen Torhüter näher beisammen als für jeden anderen Fußballspieler. Für den türkischen Schlussmann Rüstü Recber schien 20. Juni 2008 bereits als Unglückstag abgehakt, nachdem der 35-Jährige im EM-Viertelfinale gegen Kroatien in der 119. Minute den Führungstreffer durch Ivan Klasnic verschuldet hatte.

Rüstü, der nur wegen der Rotsperre des Einsertormanns Volkan Demirel in die Startformation gerutscht war, war halbherzig aus dem Tor gekommen und vom kroatischen Spielmacher Luka Modric an der Toroutlinie düpiert worden. Modrics Pass brauchte Klasnic aus kurzer Distanz per Kopf nur ins Tor zu drücken.

Davor hatten einander bei Rüstü starke Szenen und klamme Momente abgewechselt. In der 84. Minute lenkte er einen Freistoß von Darijo Srna spektakulär neben das Tor, hielt einige Male stark. Nach 50 Minuten jedoch die erste Unsicherheit, als Ivica Olic nach einem langen Pass alleine vor dem Besiktas-Schlussmann auftauchte. Rüstü ließ den Ball fallen, der kroatische Stürmer vermochte daraus aber kein Kapital zu schlagen. In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit parierte er einen Srna-Freistoß unorthodox, der Ball wäre Rüstü fast unter der Brust hindurchgeglitten.

Das 117. Länderspiel schien für den türkischen Rekordnationalspieler, der gegen Kroatien die Kapitänsschleife an Stümer Nihat Kahveci abgegeben hatte, das letzte gewesen zu sein. In der zweiten Minute der Nachspielzeit drosch der Vetaran noch einen verzweifelten Abschlag über 70 Meter in den kroatischen Strafraum, dort reagierte Semih Sentürk am schnellsten, degratierte Zan und Hakan zu Zuschauern und erzielte den für unmöglich gehaltenen Ausgleich.

Im folgenden Elfmeterschießen parierte Rüstü den Versuch des Kroaten Mladen Petric und sicherte der türkischen Mannschaft damit den Sieg. Der einzige Spieler, der bereits im ersten EM-Auftritt der Türkei 1996 dabei gewesen war, wird nun auch im Halbfinale gegen Deutschland zwischen den Pfosten stehen. Es sei denn, dem Einspruch des türkischen Verbands gegen die Zwei-Spiele-Sperre von Volkan Demirel, der Rüstü vor der EURO aus dem Tor der türkischen Mannschaft verdrängt hatte, wird noch stattgegeben.

(apa/red)

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