"Ohne Argentinien wäre die WM farblos":
Maradona werkelt am Erfolg seiner Gauchos

Argentiniens Nationalheld glaubt an den WM-Titel Nächtliche Taktikrunden für den Erfolg in Südafrika

"Ohne Argentinien wäre die WM farblos":
Maradona werkelt am Erfolg seiner Gauchos © Bild: Reuters/Garcia

Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradona ist ungeachtet von vielen Anfangsschwierigkeiten in seiner bisher neun Monaten währenden Teamchef-Ära von der Qualifikation für die WM "völlig überzeugt". "Eine WM ohne Argentinien wäre keine WM, sie wäre farblos", meinte der 48-Jährige auf der Internetseite des Weltverbandes FIFA. Der Coach beklagte, dass er mit seinem Superstar Lionel Messi kaum spreche: "Es ist leichter, mit (US-Präsident) Obama als mit Lio zu telefonieren."

Es sei wahr, dass er oft mitten in der Nacht aufstehe, um den Triumph der "Albiceleste" bei der WM 2010 in Südafrika zu planen. Spielzüge, Strategien, Frei- und Eckstoß-Varianten würden ihm dann durch den Kopf gehen. "Es gibt eine Sache, die Argentinien auszeichnet. Das ist, dass wir besser als jede andere Mannschaft in Ballbesitz agieren. Vielleicht kann Brasilien mithalten, Italien und Deutschland aber nicht. Spanien hat vielleicht noch nachgezogen", meinte Maradona.

Er wolle seine Spieler mindestens 20 Tage vor dem WM-Start bei sich im Trainingslager haben. "Dann werden wir große Chancen haben, die WM zu gewinnen", sagte der Weltmeister von 1986. Vier Spiele vor Ende des südamerikanischen Turniers belegen die "Gauchos" zur Zeit nur Platz vier, der das letzte Direktticket für die WM bedeutet. Mit Maradona als Coach gab es unter anderem eine schmerzhafte 1:6-Schlappe in Bolivien.

Als Star der "Gauchos" sieht sich Maradona nicht: "Nur, weil ich Maradona bin und der Nationalcoach, heißt das nicht, dass ich überall sein muss und jeden zufriedenstellen muss. Die Spieler sind die wahren Stars." Fragen, wann man seinen Einfluss auf das Team sehen könne, würden ihn am meisten nerven.

Respekt vor Castro und Mandela
Maradona sagte außerdem, er träume von einem Treffen mit Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela und betrachte den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als wichtigste und charismatischste Persönlichkeit der Gegenwart. Mit Castro habe er sich "locker sechs oder sieben Stunden" köstlich über Politik unterhalten. "Er ist eine lebende Legende, es gibt niemanden auf der Welt mit seinem Charisma - nicht einmal den Papst."

Über seine privaten Probleme (unter anderem Drogenabhängigkeit und Übergewicht) versicherte Maradona: "Das Schlimmste ist bereits vorbei". Er sei tief gestürzt und "am Meeresboden angelangt", aber seine Töchter hätten ihn gerettet. Heute könne er jeden Tag aufstehen, und das sei schon ein Erfolg. "Früher war ich drei Tage ununterbrochen wach, oder habe drei Tage lang geschlafen".
(apa/red)