Offshore-Leaks von

Steuersünder müssen zittern

Auf der Liste soll es mehrere Österreicher geben – Schweizer Banken involviert

Geldkoffer-Träger © Bild: Corbis

Österreichische Steuersünder dürften in den kommenden Wochen schlecht schlafen: Denn auf den Listen der Steuerhinterzieher, die durch das Offshore-Leak an die Öffentlichkeit gekommen sind, sollen sich auch mehrere Österreicher befinden, berichtet die ORF-"Zeit im Bild". Namen wurden keine genannt. Aus dem Finanzministerium hat es geheißen, dass man sich auch für die Listen interessieren würde.Zuvor hatte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Enthüllungen begrüßt.

Er erwartet von den jüngsten Enthüllungen über die globale Steuerhinterziehung Rückenwind im Vorgehen gegen Steueroasen. "Ich freue mich eher über diese Meldungen", sagte Schäuble heute, Freitag, im Deutschlandfunk. Sie verstärkten den Druck auf Steueroasen. Allerdings sei es "unendlich mühsam", internationale Regelungen gegen die Steuerhinterziehung durchzusetzen, merkte der Minister an. Schon auf Ebene der EU-Länder sei dies schwierig.

Schäuble kündigte an, dass sich Deutschland in der EU und darüber hinaus weiter für ein internationales Vorgehen gegen Steuersünder einsetzen werde. "Wir sind auf die Zusammenarbeit mit allen anderen angewiesen", sagte er. "Wir müssen den Druck verstärken."

Auch Schweizer Banken involviert

Auch Schweizer Banken sind im Zuge der spektakulären Enthüllungen über weltweite Steueroasen in den Blickpunkt gerückt. Im Scheinwerferlicht stehen einmal mehr die UBS und die ehemalige Credit-Suisse-Tochter Clariden, aber auch die Deutsche Bank. Sie hätten "aggressiv darauf hingearbeitet, ihren Kunden geheimste Gesellschaften auf den Britischen Jungferninseln und anderen Steueroasen zu verschaffen", schreiben die Verantwortlichen des Internationalen Konsortiums für investigativen Journalismus (ICIJ) in den USA.

Die frühere Credit-Suisse-Vermögensverwaltungstochter Clariden hat laut einem E-Mail-Wechsel, der der Schweizer Nachrichtenagentur sda vorliegt, bei der Treuhandgesellschaft Portcullis Trustnet in Singapur Anonymität für ihre Kunden gesucht. Für den Rechtsverantwortlichen von Trustnet erschienen die Auflagen von Clariden nur dann problemlos, wenn die Bank als wirtschaftlich Berechtigte ("Beneficial Owner") auftrete.

Wie stark die Schweizer Banken von den Enthüllungen betroffen sind, ist noch unklar. Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) ist der Ansicht, dass sie nur am Rande von Offshore-Leaks tangiert sind. Die Schweiz sei nur bei 0,05 Prozent der über 120.000 betroffenen Gesellschaften und Trusts betroffen, hieß es auf Anfrage.

Steueroasen und Hollande

Die Regionalzeitung "Sud-Ouest" aus dem südwestfranzösischen Bordeaux befasst sich mit den Steueroasen-Enthüllungen, die zeigten, dass der Schatzmeister des Wahlkampfes von Frankreichs Staatschef Francois Hollande an Offshore-Firmen beteiligt ist - nachdem Ex-Haushaltsminister Jerome Cahuzac am Dienstag zugeben musste, seit Jahren ein heimliches Auslandskonto zu besitzen:

"Francois Hollande ist ohne jeden Zweifel ein ehrlicher Mann. Und anders als einige seiner Vorgänger ist er auch kein Mann des großen Geldes. Aber binnen zwei Tagen musste er erfahren, dass sein Haushaltsminister ihn angelogen und dass sein Schatzmeister ihm einen Teil seiner Aktivitäten verheimlicht hat. Das wird langsam etwas viel! (...) Er muss jetzt politische Initiativen ergreifen, und zwar starke Initiativen, die der moralischen und damit politischen Krise angemessen sind, die wir gerade durchschreiten. Es ist weniger ein Problem der Gesetzgebung als der Personen. Gesetze zu schaffen ist gut; bei der Wahl seines Umfeldes Urteilsfähigkeit an den Tag zu legen ist besser."

TIEA mit Karibik-Insel

Die Republik Österreich arbeitet nun an seinem ersten sogenannten TIEA (Tax Information Exchange Agreement/Abkommen für den Austausch steuerlicher Informationen) mit einer Karibik-Insel. "Wir bereiten ein Abkommen mit den Caymans vor", hieß es aus dem Finanzministerium auf Anfrage der Tageszeitung "Der Standard" (Wochenendausgabe). Konkreteres gab es nicht - warum man "nicht aktiver ist", habe im Ministerium niemand "so recht beantworten" wollen.

Laut Blatt haben etwa Deutschland, Tschechien, Finnland, Frankreich und zahlreiche andere EU-Länder bereits Abkommen mit einigen Karibik-Staaten, die als Steueroasen gelten. Fahnder können auf Basis der TIEAs Anfragen über Steuerhinterzieher stellen. Warum Behörden aber offenbar so oft "zusehen", beantwortete ein deutscher Steuergewerkschafter dem Blatt so: "Wer Hinterzieher überführen will, muss der Geldspur folgen. Aber die Konstrukte sind oft so komplex, dass wir den Überblick verlieren."

Kommentare

Beschämden für österreich`s Sozialdemokratie (die dauernd von Steuergerechtigkeit quasselt) dass SPÖ-Finanz-Staatssekretär Schieder bis dato nichts gegen Fekter`s Günstlinge (das Bankgeheimnis u. Steueroasen schaden der Allgemeinheit) unternommen hat........SCHÄMEN SIE SICH HERR SCHIEDER, ODER GEHEN SIE GLEICH ZUR ÖVP!!!!!!!!!!!

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Es ist äusserst wichtig, dass die Reichen ihr Geld weiterhin aus A abziehen um zu verhindern, dass damit Kriminelle und Scheinasylanten über die Sozialhilfe unterstützt werden. Hier ist mit dem Abzug des Geldes zivilcouragierte Gegenwehr zu leisten.

heinz49 melden

nomen est omen

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