Offenbar noch kein Ende im Cartoon-Streit: Al-Kaida ruft zu Anschlägen im Westen an

Moslems sollen Länder wie Dänemark boykottieren

In einer dem stellvertretenden Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahiri zugeschriebenen Botschaft hat die Extremistenorganisation wegen der umstrittenen Mohammed-Karikaturen zu Anschlägen gegen den Westen aufgerufen. Zudem wurden Moslems aufgefordert, Länder wie Deutschland, Dänemark oder Frankreich wegen Beleidigung des Propheten zu boykottieren.

Die Beleidigung des Propheten sei Teil der Strategie der "Kreuzfahrer aus dem Westen", die von den USA angeführt würden, hieß es in der Sprachaufzeichnung, die am Samstag im Internet verbreitet und Zawahiri zugeschrieben wurde. Moslems sollten daher Anschläge im Westen verüben. Dabei sollten sie sich an den Anschlägen von New York, Madrid und London orientieren, hieß es. Bei diesen Anschlägen waren zahlreichen Menschen getötet worden.

Die Glaubhaftigkeit der Sprachaufzeichnung konnte zunächst nicht geklärt werden. Allerdings wurde die Botschaft auf einer Internetseite veröffentlicht, die häufig von islamistischen Gruppen genutzt wird. Die umstrittenen Mohammed-Zeichnungen waren im vergangenen Jahr erstmals in Dänemark veröffentlicht worden und im Jänner in mehreren europäischen Zeitungen nachgedruckt worden. Die Karikaturen hatten in zahlreichen moslemischen Ländern teils gewaltsame Proteste ausgelöst, bei denen Dutzende Menschen starben. (apa)