Bildung von

ÖVP stellt Neue
Mittelschule in Frage

Lopatka: Ausbau im Fall schlechter Evaluierungs-Ergebnisse rückgängig machen

Klassenzimmer in einer Neuen Mittelschule. © Bild: APA/herbert Pfarrhofer

ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka hat am Freitag in einem Interview den Ausbau der Neuen Mittelschule (NMS) infrage gestellt. 2012 hatte die Regierung ohne vorherige Evaluierung beschlossen, bis 2015/16 alle Hauptschulen auf NMS umzustellen. Lopatka will den Ausbau rückgängig machen, falls die für 2015 angekündigten Evaluierungs-Ergebnisse schlecht ausfallen.

Bis Anfang nächsten Jahres soll die federführend von Experten der Uni Salzburg und der Uni Wien durchgeführte Untersuchung der ersten beiden Jahrgänge der 2008 als Schulversuch gestarteten NMS vorliegen. "Dann müssen wir uns sehr genau anschauen, ob sich das bewährt hat", so Lopatka in den "Oberösterreichischen Nachrichten". Er habe "größte Zweifel" daran. "Im Ernstfall muss man auch den Mut haben, das rückgängig zu machen."

Grund für seine Skepsis sind u.a. die Ergebnisse der Anfang 2014 veröffentlichten Englisch-Bildungsstandardtestungen, bei denen die NMS keine besseren Ergebnisse als die Hauptschulen geliefert haben. Dazu kämen die vom Rechnungshof monierten hohen Kosten durch den Einsatz mehrerer Lehrer pro Klasse in einzelnen Fächern (Lehrerpersonalkosten pro Schüler an NMS: 7.200 Euro, an AHS-Unterstufe: 4.700). "Wenn sich dann noch herausstellt, dass es auch pädagogisch wenig bringt, wenn es also bedeutet, 'außer Spesen nichts gewesen', dann kann man nicht sagen, die NMS muss trotzdem bleiben", so Lopatka.

Heinisch-Hosek schließt Ausbaustopp aus

SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat einen Ausbaustopp der Neuen Mittelschule dezidiert ausgeschlossen. Sie wolle an dem "pädagogisch wertvollen Konzept" mit Individualisierung und der Förderung von Kompetenzen jedenfalls festhalten, heiß es aus ihrem Büro zur APA.

Sie wolle nun die Ergebnisse der für Anfang 2015 angekündigten wissenschaftlichen Überprüfung der ersten zwei NMS-Jahrgänge abwarten. Wenn sich dabei herausstelle, dass das eine oder andere verbesserungswürdig sei, sei die Ministerin gerne bereit, das zu diskutieren. "Aber es ist unseriös, das pädagogische Konzept vorzuverurteilen".

Einen Stopp des Ausbaus der NMS, die bis 2015/16 alle Hauptschulen flächendeckend ablösen soll, lehnt Heinisch-Hosek unabhängig vom Ergebnis ganz klar ab. Dasselbe gilt für Lopatkas Vorschlag, die Umwandlung von Hauptschulen in NMS "im Ernstfall" rückgängig zu machen.

Kommentare

der Gelbfüssler war schon immer einfältig .
er ist ein Querulant der Sonderklasse.
von nicht seine Ahnung aber überall seinen Senf dazugeben.

Hat die ÖVP nicht im Ministerrat zugestimmt? (Bekanntlich gilt dort das Einstimmigkeitsprinzip)
Die ÖVP ist mitschuldig an dem Chaos.

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