ÖVP stichelt gegen SPÖ in Causa BAWAG: NÖ-Parteichef will mit Plakaten "aufklären"

Sujets: "So wirtschaftet die Gusenbauer-SPÖ" RLB-OÖ-Chef Scharinger zeigt Interesse an Anteilen

In Niederösterreich ist am Wochenende die von Gerhard Karner, Landesgeschäftsführer der Volkspartei NÖ, angekündigte Plakatkampagne im Zusammenhang mit der BAWAG-Affäre angelaufen. Titel: "So wirtschaftet die Gusenbauer-SPÖ". Es handle sich nämlich nicht allein um einen "BAWAG- oder ÖGB-Skandal, sondern um einen lupenreinen SPÖ-Skandal", bekräftigte Karner. Unterdessen hat RLB-OÖ-Chef Ludwig Scharinger sein Interesse an BAWAG-Anteilen bekundet.

Mit der Kampagne auf Groß- und Kleinflächenplakaten gehe es um Aufklärung, sagte der Landesparteimanager. In weiterer Folge solle das auch im Rahmen von Verteilaktionen mit Flugblättern geschehen.

Unter dem Titel "So wirtschaftet die Gusenbauer-SPÖ", heißt es auf den Plakaten der Volkspartei NÖ: "BAWAG-Skandal 1,4 Milliarden Euro = 20 Milliarden Schilling = 200.000 Arbeitsplätze in der Karibik versenkt".

RLB nicht abgeneigt
"Wir werden uns das, wenn wir eingeladen werden, anschauen." So kommentierte der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich, Ludwig Scharinger, eine mögliche Übernahme von Anteilen an der BAWAG.

Gespräche seien vorerst keine geführt worden, so Scharinger. An zusätzlichen Marktanteilen sei man aber interessiert. Einem Verkauf ans Ausland kann der RLB-Generaldirektor nichts abgewinnen. Je weiter Headquarter entfernt seien, desto geringer sei die Verantwortung für das Institut, die Mitarbeiter und die Kunden.

BAWAG-Kunden werbe die RLB Oberösterreich keine ab, betonte Scharinger. Es sei aber jeder "herzlich willkommen". Der Generaldirektor konnte keine konkreten Zahlen über Neukunden nennen: "Es dürfen gar nicht so wenige sein."

Man habe durch die BAWAG-Affäre keinen Schaden davongetragen, das Image des Finanzplatzes Österreich sei aber belastet worden, sagte Scharinger. Die Banken würden die Ereignisse der vergangenen Wochen verkraften, die Risikotragfähigkeit reduziere sich dadurch jedoch. Laut Finanzmarktaufsicht verfüge die RLB Oberösterreich über ein "ganz tolles Risikomanagement", so Scharinger. (apa/red)