ÖVP: Schwarzer Machtwechsel

ÖVP: Schwarzer Machtwechsel

Zerreissprobe. K.-H. Grasser ist gegangen, weil er der ÖVP, sich selbst & Wilhelm Molterer eine Kampfabstimmung ersparen wollte. Richtungsstreit. Am Fall Grasser brach in der ÖVP der Streit über ‚fehlende soziale Wärme‘ zwischen Liberalen und Traditionalisten aus.

Bis Mitternacht des Montags war Karl-Heinz Grasser noch bereit, der großen Koalition als Finanzminister und Vizekanzler anzugehören. Knapp nach 24 Uhr war’s dann abrupt aus. Hintergrund: Etlichen Landes-Granden der ÖVP war der smarte Finanzminister einfach „zu schillernd“, viel zu liberal auch in der persönlichen Lebensführung und – ganz wichtig – außerdem nach wie vor nicht Parteimitglied. „Dieses Gequatsche“, so ein darob zorniger Schüssel-Grande, vor allem aus den VP-Ländern Tirol, Salzburg, Burgenland und auch Oberösterreich blieb Grasser nicht verborgen.

Dienstag, um 9.43 Uhr früh, unmittelbar vor Sitzungsbeginn des Bundesparteivorstandes, zog er öffentlich die Konsequenz: „Das habe ich nicht notwendig, tschüss!“

Zwei Stunden später präsentierte sich die ÖVP völlig neu aufgestellt. Der Oberösterreicher Wilhelm Molterer, 51, bislang Klubchef der ÖVP im Nationalrat, als neuer starker Mann nach Wolfgang Schüssel: designierter neuer Finanzminis?ter und Vizekanzler, vor allem aber „ab sofort“ designierter neuer ÖVP-Chef und einziger Kandidat beim Aprilparteitag.

Wolfgang Schüssel, der „Hero“ mit dem starken Abgang. Diesem den?noch unaufgeregten ÖVP-Umsturz gingen nach dem viel bejubelten Abschluss des Koali?tionsvertrages mit der SPÖ Montagmittag heikle 20 innerparteiliche Stunden voraus: Zunächst hatte Noch-Kanzler Schüssel Montagnachmittag das Unglaubliche geschafft: sämtliche Schlüsselressorts der nächsten Bundesregierung für die ÖVP, und – als Draufgabe – der SPÖ noch das Eurofighter-belastete Verteidigungsministerium umgehängt. Die am 1. Oktober gedemütigte Kanzlerpartei triumphierte.

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