ÖVP schickt nächsten Lobbyisten zur EU:
Hubert Pirker als Ernst Strassers Nachfolger

Consulting-Firma Triconsult auf Lobbying spezialisiert Hilfe für Firmen, EU-Maßnahmen zu "modifizieren"

ÖVP schickt nächsten Lobbyisten zur EU:
Hubert Pirker als Ernst Strassers Nachfolger © Bild: APA/EPA/Heon-Kyun

Die Lobbyisten-Affäre rund um Ernst Strasser beschert Hubert Pirker (62) die Rückkehr ins EU-Parlament. Der frühere EU- und Nationalrats-Abgeordnete sowie Kärntner ÖAAB-Obmann, der als nächster auf der ÖVP-Liste steht, wird das Mandat übernehmen. Doch auch dieser ist ein Lobbyist durch und durch.

Pirker saß schon von November 1996 bis Juli 2004 und dann von Februar 2006 bis Juli 2009 im EU-Parlament. Bei den Wahlen 2004 und 2009 verlor er sein Mandat. Schon 2005 profitierte er allerdings von einem vorzeitigen Abgang: Da konnte er zurückkehren, weil Ursula Stenzel Bezirksvorsteherin von Wien-Innere Stadt wurde.

Für sein Comeback im EU-Parlament verzichtet Pirker laut den Zeitungen auf seinen bisherigen Job - nämlich den eines Unternehmensberaters bzw. Lobbyisten mit eigenem Unternehmen. Mit der mittlerweile stillgelegten "EU-Triconsolut" war der Kärntner zuletzt als Lobbyist für Nord- und Südkorea sowie am Balkan tätig. Doch auch die EU-Politik zählte er bis vor kurzem zu seinen Kompetenzen.

Auf der mittlerweile nur noch mittels Google-Cache aufrufbaren Website der EU-Triconsult bewirbt Pirker seine speziellen Fähigkeiten:

"Wir beraten Sie, wie die Interessen Ihres Unternehmens erfolgreich in die politischen, gesetzgeberischen Entscheidungsprozesse eingebracht und durchgesetzt werden können.
Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen Strategien, wie EU-Maßnahmen optimal genutzt, modifiziert oder auch verhindert werden können.
Das strategische Management von Entscheidungsprozessen an der Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gehört zu unseren Kernkompetenzen.

Wir informieren Sie in Vorträgen und Seminaren über die Struktur und Arbeitsweise der EU, die rechtlichen Grundlagen und die Möglichkeiten erfolgreichen Intervenierens. Wir geben Ihnen Einblick in das aktuelle Geschehen, auch hinter den Kulissen."

Klick: Web-Link zur EU-Triconsult.

Strasser gibt nächstes Amt ab
Nach seinem Rückzug aus den Aufsichtsräten von "Westbahn" und G4S hat der nunmehr ehemalige Delegationsleiter der ÖVP im Europaparlament, Ernst Strasser, auch als Präsident bei der österreichisch-russischen Freundesgesellschaft den Rückzug angetreten.
Ebenso wird Strasser von seinen Funktionen beim österreichischen Hilfswerk zurücktreten. Strasser ist Präsident des niederösterreichschen Hilfswerks und Vize-Präsident des österreichischen Vereins.

Strasser hatte am Sonntag auf Druck der ÖVP-Spitze sein Mandat im EU-Parlament niedergelegt, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, wo er als Lobbyisten getarnten Journalisten der "Sunday Times" gegenüber Bereitschaft signalisiert hatte, gegen Zahlungen für sie bei einem Gesetzesantrag zu lobbyieren.

(red/apa/red))

Kommentare

RobOtter
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Es ist erbärmlich... ...ansehen zu müssen, dass Politiker ihren Job anscheinend nur mehr ausüben weil sie sich daraus eine Einkommensmaximierung erwarten. Wo sind Idealismus, Visionen und Kampfgeist hin verschwunden?

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Re: Es ist erbärmlich... Idealismus, Visionen und Kampfgeist sind doch nicht verschwunden.... Es hat sich nur die Sichtweise geändert...

Es wird Idealismus, Vision und Kampfgeist nur für die eigene Brieftasche sowie für die Machterweiterung aufgewendet. Mich wundert nur mehr, wo Herr Strasser überall seine Langfinger drinnen hat ....

Es ist eine Schande!

Politiker, Justiz und Ministerien unternehmen nur halbherzig und mit Druck von außen etwas gegen diese Maden! Der Krug geht sollange zum Brunnen bis er bricht und die Regierung sollte einmal ein bisschen Nachdenken. die nächsten Wahlen kommen bestimmt.
Ich erwarte mir dann ein "aufräumen" der ganzen mafiösen Verstrickungen. Das ganze Pack sollte vor Gericht und dann ab in den Knast..... Dann aber den Sch(l)üssel gleich wegwerfen !

Schwarz, schwärzer.... ..noch schlimmer geht\'s wirklich nicht mehr.
Und in dieser schnelllebigen Zeit, weiß der Wähler vor dem Urnengang gar nicht mehr, von wem er all die Jahre beschissen und ausgenommen wurde.
Leider sind die Roten nicht in der Lage, die Machenschaften der Schwarzen, Blauen und Orangen den Menschen ständig - und vor allem vor den Wahlen - in Erinnerung zu rufen.

EU Parlament Manche lernen es nie, die ÖVP schon gar nicht. Wie kann diese Partei Herrn und Frau Österreicher im EU Parlament vertreten? Wer von denen die in der Vergangenheit den Fehler begingen diese Partei im guten Glauben zu wählen haben ihr den Auftrag gegeben Lobbyisten zu entsenden, die am Ende des Tages auch der Korruption verdächtigt werden ? Und wer zahlt das alles ? Wir.

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tiefer geht´s nicht mehr Nachdem ein - in Brüssel sehr gut altersverorgter, aber offensichtlich arbeitsmäßig nicht ausgelasteter - EX-Minister (gsd) und Freizeit-Lobbyist allem Anschein nach sogar für diese "Tätigkeit" zu dämlich war, fahren die ÖVP-Granden jetzt halt einen PROFI-Lobbyisten auf.
Irgendwie müssen die korrupten Machenschaften zum Wohle einiger oder der Partei ja weitergehen.
Hauptsache ist anscheinend, dass es den Herren in schwarz (aber auch in blau) gelingt uns Steuerzahler zu bescheissen, sich an uns zu bereichern und dann auf Unschuldslamm zu machen.
Aber solange es noch geistig Verwirrte gibt die ihre Stimme schwarzen oder blauen Politikern geben wird sich der in den letzten zehn Jahren angelegte Sumpf nicht trockenlegen lassen.
Ahja - was ist eigentlich mit Hr.Schüssel??

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Re: tiefer geht´s nicht mehr Schüssel ?? wer ist das ??

mir fällt dazu nur ein Lied von der EAV ein *Haiders Sprung in seiner Schüssel*

Lobbyisten sind auch Menschen ! .., daher kommt ja der ÖVP-Spruch:
Gehts der Wirtschaft gut, gehts den Menschen gut.

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Wie schwach... ...muss die Personaldecke der ÖVP sein, wenn sie außer abgehalfterten Lobbyisten keine anderen Menschen mehr hat, die sie nach Brüssel schicken oder überhaupt wieder requirieren kann.

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Re: Wie schwach... Das hat nix mit schwacher Personaldecke zu tun. Die schicken solche Leute dort gezielt hin. Anständige Politiker haben offenbar keine Chance in den Entscheidungszirkeln der schwarz-blauen Abräumer...

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Re: Wie schwach... Hoffentlich merken sichs die Leute für die nächsten Wahlen. Die Schwarzen sind wirklich das Letzte...

Viennese melden

Re: Wie schwach... Man sollte das besser " dumm. dümmer, am dümmsten ÖVP" nennen. Was ist in diese leute gefahren? das ist unerträglich

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Re: Wie schwach... Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in der ÖVP derzeit die Not das Elend ablöst...und wieder einmal beweist Josef Pröll damit sein "goldenens Händchen". Langsam fragt man sich wirklich......

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