ÖVP fordert schärfere Kontrolle bei Spielen:
Wien soll Vorreiterrolle dafür übernehmen

Landeseigenes Gremium zur Filterung vorgesehen UMFRAGE: Sind Sie für ein Verbot von Killer-Games?

ÖVP fordert schärfere Kontrolle bei Spielen:
Wien soll Vorreiterrolle dafür übernehmen © Bild: Eidos

Die Wiener ÖVP verlangt stärkere Kontrollen bei der Verbreitung von gewaltverherrlichenden Computerspielen. Die Bundeshauptstadt sollte mit Regelungen auf Landesebene eine Vorreiterrolle übernehmen, so Mediensprecher Franz Ferdinand Wolf am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Verschärfte Jugendschutzbestimmungen könnten ein erster Schritt zu einer österreichweiten Harmonisierung sein.

Laut Wolf stellen Computerspiele ein weltweit riesiges Geschäft mit einem Umsatz von jährlich rund 19 Mrd. Euro dar. Bei 80 Prozent der Games gebe es Gewaltdarstellungen, und acht bis zehn Prozent verfügten über gewaltverherrlichende Inhalte. Nur um diese "Killerspiele" gehe es ihm: "Wir sind nicht naiv. Wir wissen, dass Gewalt der Gesellschaft immanent ist."

Kopie des USK-Modells?
Seiner Ansicht nach sollte es ein landeseigenes Gremium zur Kontrolle aller auf dem Markt befindlichen Computerspiele und Medien geben. Dieses würde Kriterien für den Vertrieb erstellen, auf Basis derer der Verkauf bestimmter Spiele verboten werden könnte. Alle in Wien verkauften Spiele sollte zudem verpflichtend mit einer Alterseinstufung gemäß "PEGI" (Pan European Game Information) versehen werden. Ob dies tatsächlich zielführend sein dürfte, ist fraglich, schließlich folgt dieses Prinzip dem USK-Modell (Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle) aus Deutschland, das unter Experten umstritten ist und Fälle wie Emsdetten nicht zu verhindern vermochte.

Strafen für fahrlässigen Handel
Bei den Strafbestimmungen fordert die ÖVP eine Evaluierung. Wer Spiele widerrechtlich an Minderjährige verkauft, sollte strenger bestraft werden. Dazu braucht es allerdings Absprachen mit dem Bund, so Wolf. (apa/red)