Fakten von

EU-Digitalkommissar Oettinger
über "Terrorattacke der Zukunft"

Cyber-Attacken auf das Stromnetz, die Wasserversorgung oder die Flugsicherung

Cyber-Attacke © Bild: imago/STPP

EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hat vor einer neuen Art von Terroranschlägen gewarnt. "Die Terrorattacke der Zukunft wird nicht mit Bombengürteln durchgeführt", sagte Oettinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vielmehr werde sie sich "gegen sensible Infrastruktur von Wirtschaft und Gesellschaft" richten.

"Wir müssen damit rechnen, dass es Cyber-Attacken auf das Stromnetz, die Wasserversorgung oder die Flugsicherung geben wird - auch von islamistischen Terroristen", warnte Oettinger. Europa müsse alles dafür tun, um die Sicherheit der digitalen Infrastruktur zu verbessern. "Wir müssen mehr investieren, um solche Angriffe zu erschweren und die Abwehr zu verbessern."

Cyber-Attacken schneller erkennen

Konkret sprach sich Oettinger für Meldepflichten und gegenseitige Informationen über Cyber-Attacken aus. "Die Verwaltung einer Großstadt muss verpflichtet werden, sich an die Sicherheitsbehörden zu wenden, wenn sie merkt, dass ihr Stromnetz gehackt wird", sagte er. So könne die Systematik von Cyber-Attacken schneller erkannt werden. Außerdem forderte der deutsche EU-Kommissar "eine bessere Überwachung und eine akribische Analyse der digitalen Kommunikation islamistischer Terroristen". Dazu müssten die Geheimdienste "technisch und personal ertüchtigt" werden.

Der Austausch von Informationen zwischen den europäischen Geheimdiensten sollte nach Oettingers Worten deutlich besser organisiert werden. "Und gerade wir in Deutschland sollten endlich unser Grundmisstrauen gegenüber Geheimdiensten ablegen", forderte der CDU-Politiker.

Günther Oettinger
© APA/EPA/JENS BUETTNER Guenther Oettinger

Gegner kaum greifbar

Die Terrorattacke sei "eine andere Form der kriegerischen Auseinandersetzung", sagte Oettinger den Funke-Medien. "Wir haben es mit einem Gegner zu tun, der kaum greifbar und zu allem bereit ist. Seine religiösen Wahnvorstellungen schließen ein, nach vollbrachter Terrorattacke ein schöneres Leben im Jenseits zu führen." "Eine fremde, terroristische Macht führt Krieg gegen das freie Europa", bilanzierte Oettinger.

Seit den islamistischen Anschlägen in Paris, bei denen am 13. November 130 Menschen getötet worden waren, spricht auch der französische Präsident Francois Hollande von einem "Krieg" zwischen seinem Land und der Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS, Daesh).

15 Jahre Terror im Zeitraffer

Kommentare

Ivoir

Also ich mußte beim Stichwort Cyberattacken spontan an @christian95 denken. Er könnte ja die Deash-Webseiten vollspamen. *-)

higgs70
higgs70 melden

Natürlich muss alles dafür getan werden, die digitale Infrastruktur zu beschützen. Nur ob man den Terror je besiegen kann in einer globalisierten Welt, da darf man zweifeln, wenn der Gigl nicht bombt wirds der Gogl tun, weil es viele vom Eigenen überzeugten Größenwahnsinnige gibt die dafür buchstäblich über Leichen gehen. Wenn die wahnsinnigen Metzger vom IS von heute auf morgen verschwinden würden, wäre das auch nicht das Ende der Massaker.
Und was da immer irgendwer quasselt, es gibt keinen absoluten Schutz, ein einzelner Idiot hat heute das Potential eine Großstadt auszulöschen, ohne großen Aufwand, nennt sich Fortschritt (Technik, Mobilität, Kampfmittel und -stoffe).
Nichts schützt einen irgendwo auf dem Planeten vor einem gut geplanten Terroranschlag, es wurden schon brachialste und schwerstbewachteste Despoten in die Luft gesprengt und da war nur ein Hansl zu bewachen. Wer durch irgendeine Maßnahme absoluten Schutz verspricht ist ein Lügner. Die Frage ist wie man darauf reagiert, ob man zu seinen Werten steht, zu diesem freien Europa, wie Oettinger es ausdrückt, oder sich panisch in ein Eck treiben lässt. Und das entscheidet sich jetzt gerade.

Nudlsupp melden

Wobei mir da aktuell 2 komplett verschiedene Systeme einfallen. Leider nicht repräsentativ, da der Größenunterschied recht enorm ist. Aber das Lebensmodell der Norweger, und wie diese mit ihrem "Breivik" umgegangen sind, und dem gegenüber gestellt, das Modell der Amerikaner. Im übrigen frage ich mich, ob jährlich über 1000 Milliarden Dollar in den Wehretats der Staaten richtig angelegt sind, .....

Nudlsupp melden

...wenn selbst einer 5stelligen kampfbereiten Truppe nicht Herr wird. Ich weiß, das klingt möglicherweise philosophisch, aber diese Gelder in Bildung, Nahrung, Wasser und Infrastruktur angelegt, würde die Probleme wohl besser lösen, also noch mehr Bomber und Drohnen.

higgs70
higgs70 melden

Grundsätzlich völlig richtig. Nur was den IS ( also als lokale Organisation, nicht als weltweite Ideologie ) betrifft, bin ich mir da nicht mehr sicher. Denn offen gestanden ist das das erste mal, dass ich was sehe, wo ich keine Möglichkeit irgendeiner Verhandlung erkennen kann. Selbst mit dem irren Braunauer oder Stalin hättens was auf Zeit ausverhandeln können, weil die Ingroup auch dort Interessen hatte. Aber die dort unten opfern auch die eigenen offenbar völlig bedenkenlos. Auf einen Aufstand unterdrückter Völkerschaften könnens da auch nicht rechnen, die werden radikal eliminiert. So bitter mir das also aufstößt, das wird ohne schweren Militäreinsatz nicht gehen. Aber dann klotzen und nicht wie jetzt kleckern, so paradox das klingt, das senkt die Zahl der Leichen insgesamt.

Seite 1 von 1