ÖSV-Teams am Mölltaler Gletscher: Technik- Spezialisten trainieren auf Kunstschnee

Perfekte Bedingungen für Österreichs Spitzenläufer ÖSV-Damen: Gesamtweltcup kein realistisches Ziel

So früh wie noch nie hat Österreichs Ski-Nationalteam mit dem Training auf Kunstschnee begonnen. Als Vorbereitung auf die in etwas mehr als zwei Wochen in Sölden beginnende Saison und die danach folgenden Slalombewerbe der Damen und Herren Mitte November in Levi (Finnland) haben die Technik-Teams unter der Leitung der Cheftrainer Herbert Mandl und Toni Giger auf dem Mölltaler Gletscher in 3.150 m Höhe ihr Trainingslager aufgeschlagen.

Auf einer harten, bestens präparierten Piste sind im extrem steilen Abschnitt zwanzig Riesentorlauf-Schwünge möglich. "Sölden kann man nicht simulieren, da sind 10 Tore im noch steileren Gelände. Aber das ist eine ideale Vorbereitung", zeigte sich Mandl begeistert. Giger meinte, es gehe um den einen Schritt, den man den anderen Nationen voraus sein will: "Wir wollen mit den besseren Ideen voraus sein. Heuer sind wir erstmals so zeitig auf Kunstschnee, sonst haben wir das Anfang November gemacht".

Dank Schneekanonen wurden rechtzeitig perfekte Bedingungen geschaffen, die u.a. aber auch die Teams aus Schweden, Polen, Russland und Norwegen lockten. Zur Schneeproduktion ist es derzeit allerdings zu warm. Sollte die Erzeugung am Wochenende wieder anlaufen, dann wird das ÖSV-Team nach ein paar Tagen Pause in der kommenden Woche auf den Gletscher zurückkehren.

Das steile Gelände gefällt auch Hermann Maier, der allerdings anmerkte: "Es ist super, hier zu fahren. Ich bekomme das richtige Gefühl fürs Steile. Ich brauche aber auch noch ein paar Tage im Flachen für das Kurvengefühl."

Im ÖSV-Damenteam wird man kommenden Winter die Kroatin Janica Kostelic, die bekanntlich eine Pause einlegt, vermissen. Marlies Schild hat aber Verständnis für die Konkurrentin: "Obwohl sie eine große Gegnerin ist, ist das schade. Sie wird aber ihre Gründe haben. Und wenn sich der aktuelle Lebenspartner nicht für Ski interessiert, man aber trotzdem zusammen sein will, dann muss man das eben so machen", meinte die Salzburgerin, die als Freundin von Gesamtweltcupsieger Benjamin Raich "Probleme" dieser Art nicht kennt.

Mandl zählt trotz Fehlens von Kostelic keine seiner Damen zu den Anwärterinnen auf den Gesamtweltcup: "Das ist kein realistisches Ziel, da ist immer noch die Anja Pärson und da sind ein paar andere. Wir haben noch keine, die reif ist, um den Gesamtweltcup mitzufahren." (apa/red)