ÖSV-Teams brennen auf Kanada-Rennen:
"Haben drei Tage sensationell gut trainiert"

Kirchgasser gibt ihr Comeback schon in Panorama Raich legte Riesentorlauf-Schicht in Sun Peaks ein

ÖSV-Teams brennen auf Kanada-Rennen:
"Haben drei Tage sensationell gut trainiert"

Österreichs alpine Ski-Teams kommen bestens vorbereitet zu den Weltcup-Rennen am Wochenende nach Kanada. Dank der ausgezeichneten Bedingungen im ÖSV-Trainings-Ressort Sun Peaks lief die Vorbereitung derart perfekt nach Plan, dass die Herren am Reservetag blau machten und nach Lake Louise übersiedelten. Die ÖSV-Damen wechseln demnächst nach Panorama.

"Wir haben drei Tage wirklich sensationell gut trainiert und konnten daher auf den Reservetag am Montag verzichten", zeigte sich ÖSV-Herrenchef Toni Giger wieder einmal begeistert von den Trainingsbedingungen in Sun Peaks. Während in Rest-Kanada so wenig Schnee liegt, dass viele andere Teams bis in die USA ausweichen mussten, haben es die ÖSV-Teams perfekt erwischt. "Wir sind jedenfalls gut vorbereitet auf Lake Louise, was immer da kommt", sagte Giger.

Der Herrenchef bezog sich dabei auf den Schneemangel in Lake Louise. Vermutlich muss dort deshalb die Abfahrt wie vor zwei Jahren auf verkürzter Strecke gefahren werden, was einen eventuellen Trainings-Vorteil wieder etwas schmälern würde. "Denn dann ist es oben eher sehr langsam. Ich hoffe, wir können uns darauf einstellen", so Giger.

Routiniers mit starken Zeiten
Im Speed-Training in Sun Peaks überzeugten vor allem diese vier Mann: Andreas Buder, Klaus Kröll, Michael Walchhofer und Hermann Maier wechselten einander fast ständig in den Top-Vier ab. Maier blickt dem Speed-Saisonaufakt in Lake Louise besonders gespannt entgegen. Der Salzburger Ski-Superstar konzentriert sich nach seinem Markenwechsel von Atomic zu Head ja ganz auf Abfahrt und Super G.

Während Maier, Walchhofer und Co. bereits die kanadischen Rocky Mountains von West nach Ost unter die Räder nahmen, legte Benjamin Raich eine weitere Riesentorlauf-Schicht in Sun Peaks ein. Österreichs derzeit bester Skirennfahrer muss als Starter in allen Disziplinen jede Gelegenheit zum Training nutzen.

Männer wollen ersten Podestplatz
Sowohl in Abfahrt als auch im Super G ist noch jeweils ein Platz für einen Nachwuchsfahrer frei. Es wird aber keine interne Qualifikation geben. Giger wird die restlichen Startplätze vor dem ersten Training vergeben..

Für die ÖSV-Herren geht es am dritten Weltcup-Wochenende der Saison immerhin um den ersten Podestplatz. Die ÖSV-Damen haben da nach dem Slalom-Doppelsieg durch Marlies Schild und Nicole Hosp auf der Reiteralm und dem dritten Platz von Kathrin Zettel beim Auftakt-RTL in Sölden schon deutlich mehr vorzuweisen. Und am Wochenende stehen in Panorama wieder ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Programm.

Comeback von Kirchgasser
Auch die Mädchen von Herbert Mandl profitierten von der professionellen Vorbereitung in Sun Peaks. Geradezu sensationell entwickelte sich dabei Michaela Kirchgasser. Nicht einmal drei Wochen nach ihren Seitenband-Einriss im Knöchel legte die Salzburgerin bereits wieder tadellose Riesentorlauf-Fahrten hin. "Ich gehe davon aus, dass sie in Panorama beide Rennen fährt", gab sich deshalb auch Mandl zuversichtlich.

Lanzinger mit Gipsmanschette
Bei den Herren gibt es einen ähnlichen Fall. Matthias Lanzinger musste nach seinem beim Training in Sun Peaks erlittenen Handbruch in Österreich operiert werden, will aber schon kommende Woche in Beaver Creek mit einer speziellen Gipsmanschette wieder am Start sein. Sein Ehrgeiz kommt nicht zufällig. In Beaver Creek hat der Salzburger vor zwei Jahren als Dritter im Super G seinen ersten und bisher einzigen Podestplatz erobert.

Der 26-Jährige möchte beim Riesentorlauf und eventuell auch im Super G starten. "Ich habe jetzt zwei kleine Schrauben in der Hand. Dazu wurde mit einem Draht das Handgelenk fixiert. Ich muss jetzt sechs Wochen lang eine Schiene tragen. Für die Rennen tüfteln wir noch an einer Spezialschiene, damit ich den Skistock gut halten kann. Beim Starten ist diese Verletzung sicherlich eine Behinderung, beim Fahren selbst sollte es kein Problem sein", erklärte Lanzinger. Der Fischer-Fahrer war beim Auftakt-Riesentorlauf in Sölden Zehnter.

(apa/red)