ÖSV-Herren verpassen Podest in Alta Badia:
Palander siegt beim RTL-Klassiker vor Miller

Raich auf Gran Risa 4., Maier fällt auf Platz 12 zurück Reichelt mit Laufbestzeit im 2. Durchgang auf Platz 11

Kalle Palander hat seine besondere Vorliebe für den Riesentorlauf-Klassiker in Alta Badia eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Finne, der sich im Sommer von den Folgen eines Kreuzbandrisses im linken Knie erholen musste, feierte auf der Gran Risa seinen 13. Weltcup-Erfolg, damit hat der 29-Jährige zwei seiner nun drei RTL-Siege in Alta Badia eingefahren. Bode Miller (USA) wurde Zweiter (+0,51 Sekunden), Didier Defago Dritter (0,59). Für Österreichs Herren, die nun seit zehn Rennen sieglos sind, blieb nur Rang vier durch den Tiroler Benjamin Raich (0,84).

Es bleibt dabei: Alta Badia gehört eindeutig nicht zu den Lieblings-Weltcup-Orten der Österreicher. Den nach wie vor letzten Sieg gab es 1997 durch den neben Italiens Ex-Ski-Megastar Alberto Tomba im Ziel mitfiebernden Kärntner Christian Mayer. Zudem fehlte man in Alta Badia zum zweiten Mal in Folge auf dem Podest. Zehn Rennen ohne ÖSV-Herren-Erfolg hatte es zuletzt in der Saison 1994/95 gegeben.

Österreicher mannschaftlich passabel
Mannschaftlich zeigten sich die Österreicher für Alta-Badia-Verhältnisse gar nicht schlecht: Rainer Schönfelder wurde trotz verpatztem ersten Lauf Sechster, Hannes Reichelt katapultierte sich mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang vom 30. auf den elften Rang und Hermann Maier wurde Zwölfter.

Palander, der nach wie vor vom Tiroler Christian Leitner trainiert wird, zog sich im März 2006 beim Weltcup-Finale in Aare einen Kreuzbandriss zu. Für den Skandinavier war es die erste schwere Verletzung seiner Karriere gewesen. "Ich habe schon befürchtet, dass ich nicht mehr zurückkomme", gestand Palander nach seinem Comeback-Sieg und fügte daher hinzu: "Das ist einer meiner allerschönsten Siege."

Palander: Erfolgreicher Ski-Wechsel
Der Slalom-Weltmeister 1999 und Slalom-Weltcup-Sieger 2003 hat nach dem Olympia-Winter wie eine Vielzahl anderer Kollegen das Material gewechselt, Palander tauschte seine Atomic- gegen Fischer-Skier. "Das Material passt perfekt", so Palander, der bereits nach dem von einem finnischen Coach (Pasi Laitakari) gesteckten ersten Lauf geführt hatte.

Gesamt-Weltcup-Sieger Raich konnte sich auch über "Blech" freuen. "Immerhin mein zweitbestes Alta-Badia-Ergebnis", weiß der Pitztaler, der 2004 Zweiter und 2001 ebenfalls Vierter in Alta Badia war. Die ganz große Liebe ist Alta Badia aber nach wie vor nicht: "Es war heute vor allem im zweiten Lauf ganz gut, aber so richtig was weitergehen tut bei mir in Alta Badia nicht. Ich tu mir hier immer schwer." Für den Slalom ist er aber zuversichtlich: "Die Form passt."

Schönfelder trotz Fehler auf Rang sechs
Schönfelder vergab eine noch deutlich bessere Platzierung mit einem schweren Schnitzer im ersten Durchgang, nach dem er dennoch Zehnter war. "Da hab ich's verbockt. Der zweite Lauf war dann okay", so der Kärntner. Reichelt nutzte als glücklicher 30. des ersten Laufs die Gunst der Stunde und knallte mit Nummer eins Laufbestzeit hin. "Da hat man annähernd gesehen, was ich drauf habe", freute sich der Radstädter. der im ersten Lauf nach eigener Einschätzung "zu viel Respekt" hatte. Bereits 2005 hatte Reichelt im zweiten Lauf erfolgreich angegriffen, mit zweitbester Zeit raste er damals vom 26.auf den 13. Rang.

Maier hatte zur Halbzeit noch auf Rang drei gelegen, ein schwerer Fehler im oberen Teil des Finales warf ihn jedoch im Kampf ums Podest weit zurück. "Der erste Lauf war phasenweise sehr stark. Im zweiten hätte ich aber nach drei Toren rausfahren können, da war's vorbei", bilanzierte der Salzburger, der sich nun für die vorweihnachtlichen Heimrennen in Hinterstoder ausrasten wird.

Endstand:
1. Kalle Palander FIN 2:28,82 Min.
2. Bode Miller USA 2:29,33 +0,51
3. Didier Defago SUI 2:29,41 +0,59
4. Benjamin Raich AUT 2:29,66 +0,84
5. John Kucera CAN 2:29,70 +0,88
6. Rainer Schönfelder AUT 2:29,74 +0,92
7. Ted Ligety USA 2:29,87 +1,05
8. Davide Simoncelli ITA 2:30,14 +1,32
9. Didier Cuche SUI 2:30,15 +1,33
10. Aksel Lund Svindal NOR 2:30,16 +1,34
11. Hannes Reichelt AUT 2:30,21 +1,39
12. Hermann Maier AUT 2:30,33 +1,51
13. Felix Neureuther GER 2:30,39 +1,57
. Massimiliano Blardone ITA 2:30,39 +1,57
15. Thomas Grandi CAN 2:30,48 +1,66
16. Joel Chenal FRA 2:30,49 +1,67
17. Daniel Albrecht SUI 2:30,52 +1,70
18. Francois Bourque CAN 2:30,77 +1,95
19. Christoph Gruber AUT 2:30,82 +2,00
20. Carlo Janka SUI 2:30,85 +2,03
21. Alberto Schieppati ITA 2:30,96 +2,14
22. Patrick Bechter AUT 2:30,98 +2,16
23. Florian Eisath ITA 2:31,02 +2,20
24. Marc Berthod SUI 2:31,28 +2,46
25. Alessandro Roberto ITA 2:31,38 +2,56
26. Marco Büchel LIE 2:31,58 +2,76
27. Ales Gorza SLO 2:31,66 +2,84
28. Thomas Fanara FRA 2:31,79 +2,97
29. Omar Longhi ITA 2:38,28 +9,46
Weiter und nicht für den 2. Durchgang qualifiziert:
33. Mario Matt AUT 1:17,54 +3,57
43. Philipp Schörghofer AUT 1:18,25 +4,28

Ausgeschieden im 1. Lauf u.a.: Peter Struger (AUT)
Ausgeschieden im 2. Lauf: Mario Scheiber (AUT)

Nicht gestartet u.a.: Giorgio Rocca (ITA)

(apa/red)